DeadRisen – DeadRisen

Am dritten Tage auferstanden von den…

Artist: DeadRisen

Herkunft: Ostküste, Amerika

Album: DeadRisen

Spiellänge: 48:25 Minuten

Genre: Progressive Power Metal

Release: 13.03.2020

Label: AFM Records

Links: https://www.facebook.com/deadrisenband/
https://www.instagram.com/deadrisenband/

Produktion: Mike LePond und Rod Rivera, Cover Artwork von Drake Mefestta

Bandmitglieder:

Gesang – Will Shaw
Gitarre – Rod Rivera
Keyboard – Tony Stahl
Bassgitarre – Mike LePond
Schlagzeug – Dan Prestup

Tracklist:

  1. Risen Death A D
  2. Prophecy
  3. Destiny
  4. The Maker
  5. Reach For The Sun
  6. Visions
  7. Chains Of Time
  8. Fear And Fury
  9. But You
  10. For Whom The Bell Tolls (Metallica-Cover)

Weia, weia! Das liebe ich an Debütalben so sehr. Es gleicht der ersten Schultüte, die man seinerzeit am ersten Schultag bekommen hat und sich wie besessen freut, um zu erfahren, was wohl zum Vorschein kommt. Nun, bei DeadRisen weiß ich zumindest schon mal, welche Personen sich hinter diesem Projekt verbergen. Gleichnamiges Debütalbum fußt auf der gemeinsamen Idee von Gitarrist Rod Rivera (Rivera/Bomma) und Bassist Mike LePond (Symphony X). Das sollte zunächst ausreichen, um erahnen zu können, was musikalisch auf uns zukommt. Veredelt wird die ganze Sache noch durch die Präsenz von Will Shaw am Mikro. Bei Heir Apparent setzt vor allem er die Duftmarken und lässt seine Kollegen der Zunft nicht selten alt aussehen. In der Tat ein Killer Sänger vor dem Herrn. Tony Stahl (Livesay) an den Keyboards und Dan Prestup (Midnight Eternal) am Schlagzeug machen das Line-Up komplett.

Somit eine sehr kreative Mixtur aus erfahrenem und sozusagen frischem Musikerblut. Und dieses Line-Up liest sich nicht nur gut, da ist jede Menge Dampf im Kessel. Selbst ordnen sich DeadRisen im Bereich des Progressive Power Metal ein und ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf. Nach meinem Dafürhalten würde ich es um den Begriff Melodic noch ergänzen, denn damit geizen die Herren nicht.

Es ist Will Shaw, dessen Stimme vor Energie nur so überquillt. Seine beeindruckende Range und Modulation dürfen unumwunden als Gottesgnade bezeichnet werden. Hinzu kommt ein wesentlicher Aspekt, er reicht in sehr vielen Sequenzen an die Stimmfarbe von Ronnie James Dio heran, wenngleich Will nicht selten auch mal die höheren Oktaven bespielt. Insofern ist das Album rein von den Vocals her hochqualitativ besetzt. Er vermag den teils recht komplexen Songstrukturen das Besondere zu verleihen. Die Melodien stehen stets im Einklang mit der Progressivität der instrumentellen Musik. Ein wahrer Genuss ihm zu lauschen.

Seinen gesanglichen Fertigkeiten stehen seine Bandkollegen allerdings in nichts nach. Wie sehr die Instrumente miteinander harmonieren, kommt in den sehr fein ausgearbeiteten Arrangements perfekt zur Geltung. Messerscharf akzentuierte Riffs und die ebenso auf den Punkt betonte Bassarbeit werden durch vollkommen durchdachte und rhythmusstützende Drums getragen. Um den Songs noch mehr Harmonie und Fülle zu geben, leistet Tony Stahl am Keyboard ein ums andere Mal exzellente Arbeit. Die Tasten drängen sich dabei nie auf, deren Abstinenz hingegen wäre durchaus elementar.

Im Songwriting generell begegnen uns Intelligenz und Experimentierfreudigkeit. The Maker und das herausragend balladeske Reach For The Sun, wie auch But You beherbergen Blueselemente, lateinamerikanische Einflüsse und teilweise sogar Jazzanteile. Das alles wird sehr eigenwillig, aber durchaus flüssig und logisch miteinander verknüpft und in ein metallisches Gewand gelegt. Von Witherfall hat man eine ähnliche Charakteristik auch schon hören dürfen. Trotz der Komplexität ist die Musik nie anstrengend und durchweg kurzweilig.

Und es groovt eben vorzüglich. Das ist die große Kunst an progressiver Musik, wenn sie nicht zu verspielt und nicht zu übertrieben technisch, dafür umso nachvollziehbarer ist. Zudem kommt hier stets eine verschmitzte Härte in die Sache, die das Spektrum in sich noch erweitert. Wie gesagt, die Bandbreite des Songwritings lässt aufhorchen. Destiny und Fear And Fury glänzen mit Chartpotenzial. Insgesamt gesehen vielleicht die etwas einfach strukturierteren Nummern, gehen einem aber beinahe nicht mehr aus dem Ohr.

Zu guter Letzt dann For Whom The Bell Tolls. Wie man so schön sagt, Metallica hätten es nicht besser machen können. Die Keyboards geben dem Cover dabei seinen ganz eigenen Charakter. Versehen mit den ausdrucksstarken Vocals von Will Shaw erfährt diese Version des Klassikers eine bislang nie da gewesene Wiederbelebung.

DeadRisen – DeadRisen
Fazit
Das Jahr 2020 ist noch jung und DeadRisen beglücken uns mit diesem Debütalbum. Technische Raffinesse, Erfahrung und das Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten führen zur Leichtigkeit, solche Musik zu kreieren. Wollen wir hoffen, dass dieses Projekt in dieser Zusammensetzung bestehen bleibt, denn dann dürften weitere Ergüsse dieser Qualität vorprogrammiert sein.

Anspieltipps: Destiny, Reach For The Sun und Fear And Fury
Peter H.
9
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9
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