Death Angel – Humanicide

Starker Trash Metal mit Abrissbirnen und variierenden Parts

Artist: Death Angel

Herkunft: USA

Album: Humanicide

Spiellänge: 45:32 Minuten (48:30 Minuten mit Bonustrack)

Genre: Trash Metal

Release: 31.05.2019

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.deathangel.us

Produktion: Audiohammer-Studios, Mastering: Ted Jensen, Sterling Sound

Bandmitglieder:

Gesang – Mark Osegueda
Gitarre – Rob Cavestany
Gitarre – Ted Aguilar
Bassgitarre – Damien Sisson
Schlagzeug – Will Carroll

Tracklist:

01. Humanicide
02. Divine Defector
03. Aggressor
04. I Came For Blood
05. Immortal Behated
06. Alive And Screaming
07. The Pack
08. Ghost Of Me
09. Revelation Song
10. On Rats And Men
11. The Day I Walked Away (Bonus)

Die US-Trasher Death Angel sind eine offenbar nimmermüde Band, die trotz vielen Tourens und guten bis sehr guten Alben aber noch immer nicht den Zuspruch bekommt, den sie eigentlich verdient. Wer die Band nach einem ihrer Auftritte persönlich kennenlernen konnte, wird den sympathischen Jungs aus der Bay Area nur das Beste wünschen. Das mittlerweile bereits neunte Studioalbum heißt Humanicide. Der Titeltrack wurde vorab ausgekoppelt und unter anderem über YouTube veröffentlicht. Sänger Mark Osegueda kommentierte den Song: „Ich wollte etwas schreiben, an das sich Metalfans wirklich halten können. Etwas Dunkles und Intensives, was trotzdem Sinn ergibt. Im Moment denke ich, dass es so offensichtlich ist, dass sich die Erde in einem krankhaften Zustand befindet.“ Gitarrist Rob Cavestany fügte überschwänglich hinzu: „Als ich die Musik für unseren Song Humanicide schrieb, dachte ich an einen Album-Opener, der alle Elemente eines epischen Thrash-Opus enthalten würde: Ein klassisches Metal-Intro, das zu einem wilden „Bay Area Thrash Riff-o-Rama“ führt, welches den Circel-Pit anheizt und über ein frenetisches Gitarrensolo in einem manischen Teil endet. Alles, was es nun noch brauchte, waren intensive Vocals. Mark hat sich hier selbst übertroffen! Meiner Meinung nach einige seiner besten Arbeiten. Sicherlich einer meiner Lieblingssongs. Es fühlt sich an wie eine Fortsetzung des Songs Thrown To The Wolves. Ich kann es kaum erwarten, diesen Song live zu spielen! “

Und ja, man kann die Begeisterung ratzfatz nachvollziehen: Der Titeltrack ist so was von gelungen, einfach großartig! Besser geht Trash Metal kaum! Obwohl, vielleicht doch: Der zweite Track des Albums, Divine Defector, ist unglaublicherweise fast noch einen Tacken besser. Eine schiere Raserei von Gitarren und überlappendem Gesang, mitreißende Drums – ein Song wie ein Lawinenabgang (was natürlich positiv gemeint ist)!

Nach diesen beiden schnellen Anfangsnummern wird bei Aggressor das Tempo ganz sacht gedrosselt, schnellere Passagen wechseln sich mit stampfenden Parts ab und geben so dem Refrain eine eindringliche Rhythmik. Hinzu kommt ein atmosphärischer Mittelteil zum Durchschnaufen, bevor sich gegen Ende die Gitarristen kräftig austoben. Auch dieser Track taugt was. Bei I Came For Blood wird das Tempo wieder mehr angezogen, es wird im Refrain etwas punkiger, dadurch irgendwie beschwingter, Partystimmung kommt auf. Macht Spaß. Immortal Behated kommt düster rüber, erzählerisch und vielschichtig, auch durch einige gefühlvolle Gitarrenparts, die trotz des krassen Tempowechsels harmonisch ins Gesamtgefüge passen. Dazu gibt’s am Ende einen wunderschönen Piano-Part. Das zeigt, wie schon bei den Vorgängeralben: Death Angel sind musikalisch vielseitiger als viele andere Trash-Bands und können es dem Hörer nicht nur direkt, sondern auch um die Ecke auf die Zwölf geben.

Was soll nach so viel Gutem bloß noch kommen? Zunächst wieder sehr gute Gitarrenparts bei Alive And Screaming, das durchaus seine Reize hat, aber etwas abfällt, der Track bleibt nicht wirklich im Ohr hängen. The Pack donnert anfangs wie eine Planierraupe drauflos, ist dann sehr rhythmisch mit ein paar Ohohoh-Backingvocals. Wirkt letztlich leider etwas unausgereift. Das überwiegend schnelle Ghost Of Me kann sich da schon mehr festbeißen und geht immer wieder schön ab. Revelation Song ist klar der ruhigste Track, der vielschichtige Gitarrenparts auf Lager hat. Mit On Rats And Men hat die Band dann zum Abschluss die Nummer eingespielt, die durch ihren Aufbau wohl am meisten Durchläufe braucht, um sich dann aber nachhaltig im Ohr festzukrallen.
Der Bonustrack lag zum Review nicht vor.

Tour:
08.06.2019 Kiel (Max Nachttheater) DE
09.06.2019 Bremen (Tower Musikclub) DE
10.06.2019 Erfurt (From Hell) DE
12.06.2019 Martigny (Sunset Bar) CH
13.06.2019 Milan (Legend Club) IT
14.06.2019 Ljubljana (Orto Bar) SI
15.06.2019 Cham (L.A.) DE
16.06.2019 Mannheim (MS Connexion Complex) DE
18.06.2019 Esch-sur-Alzette (Rockhal) LU
19.06.2019 Siegburg (Kubana) DE
20.06.2019 Hagen (Kultopia) DE
21.06.2019 Dessel (Graspop Metal Meeting) BE
23.06.2019 Clisson (Hellfest) FR
09.08.2019 Derby (Bloodstock Open Air) GB
10.08.2019 Vagos (Vagos Metal Fest) PT
11.08.2019 Leeuwarden (Into the Grave) NL
12.08.2019 Osnabrück (Bastard Club) DE
13.08.2019 Pratteln (Z7) CH

Fazit
Death Angel haben mit ihrem neunten Album weitere starke Argumente geliefert. Der Sound ist glasklar (selbst der Bass ist schön herauszuhören – was oft nicht der Fall ist), die Drums virtuos und donnernd, die Gitarren schreddern um die Wette und streuen auch ein paar gefühlvolle Parts ein. Dazu hat die Band mit Osegueda einen Sänger, der nicht nur brüllen, sondern auch kraftvoll und überzeugend singen kann. Humanicide ist ein ganz starker Brocken moderner, mitreißender und gelegentlich auch vielschichtiger Trash Metal. Vor allem die erste Hälfte des Albums weiß zu begeistern. Die zweite Hälfte ist aber auch noch überwiegend gut und keinesfalls misslungen. Die Songideen greifen nur nicht mehr ganz so wie noch zuvor. Trotzdem sollte sich mit diesem Album die Zahl der Todesengel-Fans auf neue Höhen addieren lassen, wenn nicht gar multiplizieren.

Anspieltipps: Humanicide und Divine Defector
Tobias K.8
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8
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