Artist: Devastrosity
Herkunft: Indonesien
Album: Eviscerating Desolation
Spiellänge: 30:32 Minuten
Genre: Brutal Death Metal
Release: 24.10.2025
Label: Comatose Music
Link: https://www.facebook.com/devastrosity
Bandmitglieder:
Gesang – Ardlan
Gitarren und Bassgitarre – Roby
Schlagzeug – Billy
Tracklist:
1. Human Depravation
2. Morbid Desires
3. The Dealer Of Death
4. Sadistic Purge Of Society Manifest
5. Hellish Consumption
6. Devastate Atrocity
7. Decay Collapse
8. Parasitic Epidemic
9. Cadaveric Feast
Devastrosity stammen aus East Java, Indonesien, und wer sich ein bisschen mit der regionalen Metalwelt beschäftigt, kann sich schon denken, welche Musikrichtung dieses Trio verfolgt. Seit 2023 sind sie erst zusammen und haben schon eine EP herausgebracht. Ansonsten sind die Burschen noch bei den Bands Killharmonic, Goremorphosis oder Obscure Odium. Man konnte einen Deal mit Comatose Music aushandeln, und spätestens jetzt weiß man, wohin die Reise geht. Das erste vollständige Album liegt mir jetzt auf dem Tisch.
Human Depravation fängt dann, wie so üblich, mit einem kleinen, horrorhaften Intro an und scheppert dann ordentlich los. Der Blast Beat fegt los wie die Feuerwehr, die Snare ist am Tockern und ist so schön blechern. So war es früher und so ist es in Indonesien noch heute. Kaum eine Szene feiert wohl die Anfänge des brutalen Death Metals so ab, wie die einheimische dort. Die Rede ist von Bands wie Brodequin, Disgorge oder Devourment und nicht Pyrexia oder Suffocation, obwohl natürlich gerade die letzteren im Bereich der langsamen und groovenden Parts auch Pate standen, denn nach dem Geballer zu Beginn, folgt ebenso ein langsamer, aber druckvoller Part – und so langsam ist der gar nicht. Von Slam kann man hier nicht sprechen. Schöne Tempoverschleppung und man bleibt schön ordentlich brutal. Die Vocals sind natürlich tief ohne Ende, und so fährt man die Maschine gnadenlos weiter. Mit Dying-Fetus-Quietscher und Gitarrenvorspieler, welche die nächste Attacke einläuten, die dann auch folgt. Aber dann erscheint sofort wieder ein grooviger Part und sofort wird die nächste Knüppelattacke durchgezogen. Ziemlich geil ist es, wenn die Gitarren nur einzelne Anschläge spielen und der Drummer seine Schießbude trotzdem ordentlich weiter zertrümmert. So muss das. Kommt ziemlich gut.
Aber auch schon beim Opener muss man sich davon verabschieden, dass man einen glasklaren Sound hat. Hier und da geht schon etwas unter, aber mich als begeisterten Zuhörer des alten Materials stört das nicht weiter. Da habe ich vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren schon ganz andere Sachen gehört.
Und natürlich muss man sich bei dieser Art von Musik davon verabschieden, eine gewisse Portion Abwechslung zu bekommen. Dieses steht definitiv nicht im Vordergrund, sondern eben der brutale Faktor, so wie beim nachfolgenden Song Morbid Desires. In knappen drei Minuten wird hier alles kurz und knapp geballert. Kleine Intermezzi stören den Geschwindigkeitszug, um dann eine Tanzeinlage einzulegen, die aber auch sehr intensiv ist. So geht es hin und her, bis man dann nach einem Break tatsächlich den Slam-Hammer herausholt und ziemlich lange in den Keller geht, aber nicht, um zu lachen, sondern nur, um zu kriechen. Man hat sich kurz erholt und schon erfolgt die nächste Vernichtung. Ich liebe diesen Snare-Sound. Ich kann nicht sagen, warum, aber es ist eben so. Großartig, und am Ende verschleppt man das Tempo ein wenig und lässt den ganzen Spaß ein wenig austrudeln.
Klaro werden jetzt Power-Metal-Fans sagen, das ist doch nur reiner und unverständlicher Krach mit Staubsaugergesang, aber das ist dann ja auch eine Lobeshymne für die Band, denn so will man es hören.
Was mir an Devastrosity gefällt, ist, dass sie bei aller Brutalität und der selbst eingeschränkten musikalischen Reichweite nicht stumpf an die Sache gehen, sondern auch technische Skills zu Tage fördern. Diese werden geschickt mitverarbeitet, ohne dass sie im Vordergrund stehen. Man ist ziemlich weit entfernt davon, stumpf zu klingen. Allerdings muss man durch den Sound aber schon genau hinhören, was abgeht.
Wie gesagt, der Bereich, in dem man sich bewegt, ist sehr begrenzt, aber auch hier kann man sich austoben und etwas bewegen, zum Beispiel beim Songwriting oder beim Songaufbau, und dieses haben sie teilweise wohl drauf, wie zum Beispiel beim Song The Dealer Of Death. Zu Beginn geht man nun langsam und etwas slammig zu Werke und schleicht so herum, holt aber dann den Hammer heraus und die Snare thront wieder über allem. Das Riffing ist aber ziemlich geil und man wandert wieder in einen groovigen Moment ab, der ziemlich geil ist, und verändert da innerhalb des Parts. Gitarrenquietscher erklingen, man bleibt an der Gitarre recht langsam und der Drummer spielt mal schnell und mal langsam. Fetter Song, denn es geht hin und her und im Ganzen klingt das Teil absolut brutal.
Der eintönige Gesang ist für die Sparte ja normal und stört mich nicht und ist außerdem richtig schön tief, so, wie er sein soll.
Bei dem Rest des Albums erwarten einen zum Glück keine negativen Überraschungen und es schockt schon, wenn man zum Beispiel wie beim Song Sadistic Purge Of Society Manifest die Gitarre langsam arbeiten lässt und dazu die Doublebass durchballert ohne Ende. Der ganze Song ist einfach eine fette, brutale Death-Metal-Nummer.
Songs wie Hellish Consumption oder Decay Collapse sind einfach nur brachiale Songs
Mit Cadaveric Feast beendet man diese Knüppelattacke. Man startet mit einem eingefädelten Part. Zu Beginn klingt er leise und wird dann immer lauter. Langsam startet man das Rennen, um dann natürlich wieder die brutale Axt zu schwingen. Geschwindigkeitstechnisch geht es hier hin und her. Vor allem dieser slammige Part, bei dem der Drummer die Doublebass durchknattert, ist ziemlich geil. Guter Abschluss.




