Diabolizer – Khalkedonian Death

Die Fackelträger diabolischer Abscheulichkeiten vereinen sich in den blutgepflasterten Straßen von Kadıköy

Artist: Diabolizer

Herkunft: Türkei

Album: Khalkedonian Death

Spiellänge: 46:14 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 02.07.2021

Label: Everlasting Spew Records, Me Saco Un Oj

Link: https://diabolizer.bandcamp.com

Bandmitglieder:

Gesang – Abomination Demonseed
Gitarre – Mustafa
Gitarre – Can
Bassgitarre – Malik
Schlagzeug – Aberrant

Tracklist:

  1. Dawn Of Obliteration
  2. Maelstroms Of Abhorrence
  3. Cloaked In An Aura Of Madness
  4. Mayhemic Darkness And Possessed Visions
  5. Sulphurous Vengeance
  6. Bringers Of Khalkedonian Death
  7. Spearfuck The Throes Of Treason
  8. Perishing In His Oceans Of Blood

Die Türken von Diabolizer gibt es bereits seit 2012, aber nachdem man eine EP im selben Jahr herausbrachte, wurde es ruhig um die Band. 2016 wurde dann wieder eine EP aufgenommen. Schaut man sich die Musiker an, könnte es Gründe dafür geben, denn alle sind noch sehr beschäftigt, u.a. sind diese noch bei Decaying Putrifity, Engulfed und Burial Invocation tätig. Die Burschen kommen alle aus Istanbul, genauer gesagt aus Kadıköy. Dort tummeln sich viele Metalheads und einige Bands sich dort schon gegründet worden. Nun also haben sie einen Deal mit Everlasting Spew Records ergattert und Album Nummer eins liegt vor mir auf dem Tisch.

Schaut man sich die Mitglieder an und die Gruppen, in denen sie verweilen, wird einem schnell klar, wohin die musikalische Reise gehen wird bzw. nicht gehen wird. Doomige Klänge erwarte ich jetzt nicht gerade, und wer hätte es gedacht, der Opener Dawn Of Obliteration bestätigt meine Theorie. Ohne großes Tamtam kommt es gleich aus den Boxen geknallt. So mag ich es. Brutal Death Metal mit Non-Stopp Geballer. Hinzu kommen flinke Finger, die man bei dem Riffing auch benötigt. Der Sänger ist natürlich tief am Growlen, aber nicht extrem tief. Passt schon mal. Nach 90 Sekunden gibt es eine Möglichkeit, um zu verschnaufen. Zehn Sekunden lang gibt es Vorspieler und dann wieder Attacke pur. Kommt geil, sofern man auf Hyperspeed Death Metal abfährt. Selbst die groovigen Parts sind im schnellen Midtempo angesiedelt. Dann aber auf einmal ein Break, und ein vertracktes Riff übernimmt die Handlung. Die Doublebass wird langsam dazu durchgerasselt. Ja, so kann man es machen. Nun wird es groovig und sehr druckvoll. Ein sickes Solo läuft und Erinnerungen an Krisiun oder Centurian entstehen. Am Ende gibt es natürlich noch einmal eine Blastbeatattacke.

Maelstroms Of Abhorrence überzeugt mit lang gezogenem Riffing und bietet einen exzellenten Eröffnungspart, sehr groovig. Naja, war ja klar, dass es nicht so bleibt und nach 45 Sekunden bricht wieder die Blastbeathölle aus. Der Gesangsteil wird variiert, genauso wie das Tempo. Blastbeats und schnelle Uftata werden mit Growls und Screams kombiniert. Kurze Pause mit lang gezogenen Vorspielern, kombiniert mit Doublebassattacken. Sehr lecker. Anschließend wechselt man wieder in einen groovigen Part und lässt dem Bass Platz zur Entfaltung. Ein Solo darf auch nicht fehlen, klingt aber ein wenig deplatziert. Ein Growl läutet dann noch einmal die Blastbeatvernichtung ein. Weglaufen hat da wenig Sinn und noch einmal schnelle Uftata mit wechselndem Gesang. Und aus? Nein, kurze Vorspieler und noch einmal Attacke.

Schleppendes Gegroove, Gelächter und melodische Vorspieler gibt es bei Cloaked In An Aura Of Madness zu hören und man bleibt dann bei diesem Tempo. Fettes Riffing, gepaart mit einem knatternden Bass und drückender Doublebass. Ja, so baut man Druck auf. Vorspieler und dann auf die zwölf. Absolut richtig, so finde ich es genau richtig. Ich stehe ja absolut auf Geballer, aber der Part ist mir dann auch zu lang. Aber man nimmt das Tempo dann noch einmal raus und groovt wieder ein wenig. Dieses passiert natürlich auch sehr aggressiv und wieder wird ein Solo geboten. Hm, vielleicht wäre es auch einmal besser gewesen, den Song kürzer zu halten. Am Ende gibt es dann wieder die Vorspieler und die Zerstörung nimmt wieder ihren Lauf.

In der Kürze liegt die Würze. Diese Aussage trifft natürlich nicht immer zu, ist klar, aber gerade dann, wenn man sehr viele geile Blastbeatpassagen verwendet, sind Songs über fünf Minuten meistens sehr schwierig zu verarbeiten. Dieses ist wohl das einzige Manko der Band und eventuell das Growling, welches trotz der eingestreuten Screams sehr eintönig herüberkommt. Ansonsten dürfen sich Fans von Krisiun, Centurian, Hate Eternal, Deicide, Nile oder Cannibal Corpse angesprochen fühlen. Diabolizer schaffen es immer wieder, eine gewisse dunkle Atmosphäre zu präsentieren. Hier und da werden blackige Einflüsse hör- und spürbar und das schockt total, da man eigentlich keine Black Metal Riffs verwendet. Trotzdem klingt man infernalisch und an einigen Stellen düster. Für Abwechslung sorgen z.B. der Einsatz einer Akustikgitarre, wie z.B. bei Bringers Of Khalkedonian Death oder wie schon angesprochen die groovenden bzw. melodischen Parts. Der Rausschmeißer Perishing In His Oceans Of Blood ist zwar fast der längste Song auf dem Album (06:45 Minuten), aber sicherlich auch der Interessanteste. Hier beweisen die Herren, wie fit sie an ihren Instrumenten sind und dass sie technisch versiert klingen können. Groover mit Quietschern, fettes Solo und ausgereiftes Riffing. Sehr düster und abwechslungsreich.

Wer wieder einmal Bock auf eine amtliche Portion fachmännisch vorgetragenes Geholze hat, ist bei Diabolizer genau richtig. Das gelungene Cover stammt von Jon Zig, nur so am Rande.

Diabolizer – Khalkedonian Death
Fazit
Diabolizer aus Istanbul können mit ihrem Hyperspeed Death Metal durchaus überzeugen und man merkt den Musikern an, dass sie bereits seit Jahren in anderen Death Metal Formationen tätig sind. Hier wird fachgerecht geballert und immer wieder mit Auflockerungen gearbeitet. Klassischer US Death Metal der schnellen und heftigen Sorte. Teilweise zu lang, aber mit fetten Riffs versehen.

Anspieltipps: Maelstroms Of Abhorrence und Perishing In His Oceans Of Blood
Michael E.
8
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7.4
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