Dirty Shirt – 07.08.2020 – Metal Festival Alliance Livestream 2020

Bringen eine moderne Show auf die Mattscheibe

Eventname: Metal Festival Alliance Livestream 2020

Band: Dirty Shirt

Ort: Online (Alcatraz Festival, ARTmania Festival, Bloodstock Festival, Brutal Assault, Dynamo Metalfest, Into The Grave, Leyendas Del Rock, MetalDays, Midgardsblot, Motocultor Festival, Party.San Metal Open Air, Resurrection Fest und Summer Breeze)

Datum: 07.08.2020

Genres: Crossover Folkcore Metal

Gib dem Kind einen Namen, dachten sich wohl Dirty Shirt, als sie 1995 in Rumänien im Örtchen Seini gegründet wurden. Nach nur fünf Jahren war jedoch bereits wieder Schluss mit ihrem extravaganten Crossover Folkcore Metal, Um nach vier Jahren erneut einen Angriff auf die Trommelfelle zu nehmen. Ganze acht Musiker gehören zur Besetzung und diese bekommen heute sogar noch mehr Unterstützung, sodass mehr als ein Dutzend Künstler auf der Bühne agieren. Mit Trompeten und Violinen versetzt, geht es gleich in den ersten Song Put It On. Gesanglich gibt es ein permanentes Duett mit Dan „Rini” Crăciun und Robert Rusz, die um die Gunst der Zuhörer kämpfen. Das Durchtränken vom Industrial Metal und Hardcore wird immer deutlicher. New Loptam bringt zudem moderne fernöstliche Klangfolgen mit in die Partie. Der sehr überladene Sound wurde gut abgemischt, die einzelnen Instrumente hört man immer noch heraus und auch die Backvocals bleiben nicht im Niemandsland hängen. Den brutal modernen Anstrich muss man jedoch mögen.

Rein optisch liefern Dirty Shirt mehr ab, als man vorher erwarten durfte. Eine Videoleinwand bringt schnelle Farbwechsel in den Hintergrund und kann mit stets wechselnden Bilder nicht nur bei Hora Lenta punkten. Auf Platte würde ich persönlich wohl niemals zu einem ihrer Alben greifen – live macht die Kombi erstaunlicherweise eine Mordsgaudi und berieselt durch abwechslungsreiche Titel. Deep Beats brechen das Gestein auf und die Vocals bringen die feinen Hardcore Noten an die Oberfläche. In 45 Minute geben die Protagonisten alles und hinterlassen einen guten Gesamteindruck. Dass die Jungs und Mädels Spaß haben, liegt auf der Hand – da kann man auch mal den Nice Song anstimmen. Durch die weiten Crossover-Linien kann man die Osteuropäer schnell einfangen. Die gespickten Folk Hooks setzen den berühmten i-Punkt auf. Noch einen Schritt weiter und die Konstellation rutscht sogar in mainstreamtaugliche Crossover Pop Rock Gefilde. Andächtig können die drei Gitarristen Cristian Balanean, Dan Petean und Mihai Tivadar ebenfalls

Stimmung erzeugen, um dann wiederum an Geschwindigkeit anziehen.

Maramu läutet vorsichtig die letzten zehn Minuten ein. Technisch wieder optimal umgesetzt, kann man kein Haar in der Suppe finden. Die Kameraführung wird liebevoll durchgeführt, der Sound ist sauber, was bei so vielen Künstlern nicht als selbstverständlich abgetan werden darf. Mit den technischen Möglichkeiten zaubern sie sogar eine optisch attraktive Party auf den Bildschirm. Hochmotiviert scheppern die Lyrics in Landessprache aus den Boxen und bringen fast die ganze Truppe dazu, wild im Takt zu tanzen. Last but not least Palinca, der zufriedene Mienen auf die Gesichter zaubert. Ein wirklich überraschend guter Auftritt einer speziellen wie verrückten Dirty Shirt Combo, die den einen oder anderen neuen Fan dazu gewonnen haben dürfte.

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