Disadaptive – With Worms To Feast / To Walk With The Path Of The Damned

Für dreißig Minuten beben die Hügel zwischen Oka, Moskwa und Wolga

Artist: Disadaptive

Herkunft: Russland

Album: With Worms To Feast / To Walk With The Path Of The Damned

Spiellänge: 29:27 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 05.01.2021

Label: Svanrenne Music

Link: https://svanrenne.bandcamp.com/album/with-worms-to-feast

Bandmitglieder:

Gesang – Dmitry Sokolov
Gitarre und Bassgitarre -Sergey Naydenov
Schlagzeug – Pavel Kakazanov

Tracklist:

  1. S.S.S!
  2. The Executioner’s Hand
  3. In Times Of Grace, In Times Of Demise
  4. Unholy Convocation
  5. With Worms To Feast
  6. Long Dead And Disbained
  7. Missionaria Protectiva
  8. To Walk The Path Of The Damned
  9. The Beauty Of Being Dead

Russland ist ein ziemlich großes und weites Land. Aus der Stadt Moskau stammt diese Kapelle. 12,7 Millionen Einwohner, aber viele Death Metal Kapellen sind mir jetzt nicht bekannt, die dort ansässig sind. Im Jahre 2020 kam die erste EP heraus und nun das Full Length via Svanrenne Music. Fünf neue Songs und die Songs der EP wurden zusammengefasst.

Wie eine gut geölte, aber etwas ältere Maschine fegt S.S.S.! durch die Hallen. Ein kleines Horrorszenario zu Beginn und dann geht es sofort ins old schoolige Uptempo. Death Metal, Death Metal und verdammt noch einmal Death Metal hat hier das Sagen und meine Ohren sind weit aufgespannt, um alle Informationen zu erfahren. Ein S von S.S.S.! steht für Satan. So viel habe ich vom Text verstanden, hehe. Der Sound ist auf alt getrimmt, logischerweise und drückt – die Instrumente sind klar zu trennen. Sehr fett, das Riffing ist geil. Ein lang gezogenes, melodisches Riff läuft quasi durch und wird mit einer schnellen Uftata kombiniert. Ein zweites, old schooliges Riff wird hinzugefügt und immer wieder wird am Ende eines Parts kurz das Tempo herausgenommen. Obwohl der Spaß quasi drei Minuten so fabriziert wird, kommt keine Langeweile auf, denn zwischendurch gibt es einen Midtempo-Groove, der mit der Doubelbass begleitet eine gelungene Abwechslung darstellt.

The Executioner’s Hand kommt zu Beginn sehr schleppend. Die Vocals setzen ein und passen hervorragend ins Gesamtbild. Nicht ganz so tief, aber sehr aggressiv. Die Burschen arbeiten hier im Midtempo und erzeugen jede Menge positiven Stress beim Zuhörer. Eine Melodie wird verbraten, einige Vorspieler agieren und dann wird schön old schoolig gegroovt. Das Tempo bleibt eher gering, aber die Parts passen ohne Ende. Eine etwas schnellere Uftata bringt etwas Drive in die Geschichte. Die Melodie wird noch einmal ausgegraben und zum Solo umfunktioniert. Sicherlich bieten die Burschen nichts Neues, aber es schockt ohne Ende.

Auch das eröffnende Riff von In Times Of Grace, In Times Of Demise klingt total lecker. Geiles Wurmfutter. Und wieder ab ins drückende Midtempo. Mit einem melodischen Lead beglückt man die Erdbewohner und lässt dann wieder die etwas schnellere Uftata folgen. Ein langsamer, schleppender und beinahe atmosphärischer Part, so wie man ihn von Asphyx oder Hail Of Bullts kennt, folgt und das erhöhte Midtempo baut dann wieder Druck auf. Ein melodischer Part folgt und besonders der Drummer sei hier mal erwähnt, denn dieser bringt sehr viel Spannung ins Spiel. Schon folgt ein kleiner Uptempopart und das melodische Ende naht.

Damit der Basser auch mal so richtig zu Geltung kommt, darf er bei Unholy Convocation beginnen. Ein Scream und Death-Riff folgen. Schon wieder geil. Und dann ab ins Uptempo mit einer schnellen Uftata. Ich liebe solche Parts, verdammte Axt. Danach groovt man wieder und auch hier kommen sie mit gutem Riffing ums Eck. Vielleicht ein wenig zu lang, aber der Drummer wechselt geringfügig das Tempo. Und dann wird natürlich das Tempo wieder erhöht. Ein langsamer Groove mit einem melodischer Lead erfolgt, nachdem man diesen vorher mit Stakkatoriffing angekündigt hat und dann ist auch Ende. Ok, das Ende war jetzt etwas merkwürdig.

Der Rest des Materials ist genauso cool und macht absolut Laune!

Death Metal geht bei mir immer. Eine unumstößliche Tatsache. Und wenn es so geil vorgetragen wird, wie es Disadaptive machen, ist es mir auch egal, ob ich die Sachen schon des Öfteren in der einen oder anderen Form gehört habe. Knackige Gitarren, ungestüme Tempi und unvorhersehbare Kompositionsentscheidungen machen das Album sehr interessant. Hier und da einige thrashige Elemente und fertig. Für Freunde, die sowohl europäischen als auch amerikanischen Death Metal mögen. Natürlich old school! Für dreißig Minuten beben die Hügel zwischen Oka, Moskwa und Wolga!

Disadaptive – With Worms To Feast / To Walk With The Path Of The Damned
Fazit
Die russische Formation Disadaptive bietet kraftvollen Old School Death Metal mit melodischen Thrash-Metal-Elementen. Brutal, hektisch, aber eingängig und drückend. Wer Autopsy, Bolt Thrower, Asphyx, Hail Of Bullets, Unleashed, Junle Rot, Death und Cancer zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot hört, dem rate ich, dieses Album auf die Menüliste zu setzen.

Anspieltipps: S.S.S! und Unholy Convocation
Michael E.
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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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