Eisregen/Goatfuneral – Bitterböse

Zwei Fliegen mit einer Klappe?

Artist: Eisregen/Goatfuneral

Herkunft: Tambach-Dietharz, Deutschland

Album: Bitterböse

Spiellänge: 47:48 Minuten

Genre: Black Metal, Extreme Metal

Release: 18.06.2021

Label: Massacre Records

Link: https://www.facebook.com/eisregen.official

Bandmitglieder:

Gesang – M. Roth
Alle Instrumente (außer Bass) – Yantit
Bassgitarre – M. Stock

Tracklist:

CD 1 – Eisregen / Vinyl A-Side
1. Sei Mein Totenlicht
2. Bitterböse
3. Ein Pfund Fleisch
4. Heute Ist Krüppelnacht
5. Nur Eine Weitere Leiche Im Wald
6. Am Ende

CD 2 – Goatfuneral / Vinyl B-Side
1. Hellfire Club – For Members Only
2. A Spoon Full Of Peace
3. Antisocial East-German Black Metal
4. Way Home
5. Dunkeldeutschland
6. Satan Calls

Für mich ist es das erste Mal, dass sich zwei Bands komplett zusammenschließen und ein zweigeteiltes Album auf den Markt bringen, welches zwei komplett verschiedene Stilrichtungen beinhaltet – dies macht das Album Bitterböse vermutlich auch so interessant.
Entstanden komplett im Corona-Lockdown, konzipierten die Eisregen-Masterminds M. Roth & Yantit Bitterböse als Gemeinschaftswerk mit ihrer eigenen Black Metal-Inkarnation Goatfuneral.

Eisregen und Goatfuneral haben es geschafft, ein Werk zu kreieren, welches Extreme Metal und Black Metal vereint, eine absolut geniale Kombination, die sich sehen lassen kann. Auf dem ersten Teil des Albums spielen Eisregen und hinterlegen dort Klassiker im Extreme Metal, im Gegensatz zum zweiten Teil, in dem Goatfuneral dramatischen Black Metal aufnehmen lassen. Die Zweiteilung wird nicht nur im Stil erzeugt, sondern auch in der Sprache, zuerst haben wir, wie man von Eisregen gewohnt ist, deutsche Texte, wobei Goatfuneral sich komplett auf englische Texte fokussieren. Auf Vinyl ist das Album bestimmt noch interessanter, da die Teilung durch die zwei Seiten erzeugt wird, was ja bei CDs oder MP3 Versionen eher schwierig umzusetzen ist.

Der Stil und die Power des Albums sind abartig! Generell darf man erst mal positiv anmerken, dass beide Seiten sehr viel Energie haben und die Sonnen zum Untergehen zwingen, damit sich die teuflische Atmosphäre ausbreiten kann. Ruhige, aber dennoch ziehende Geschwindigkeiten lassen einen zusammenzucken, vor allem, wenn die kratzende Stimme einsetzt, welche wie die Faust aufs Auge zur Musik passt.

In mir wird durch die Melodieführung, welche unglaublich herabziehend ist, eine trauernde Stimmung erweckt, bei der man anfangen könnte zu weinen. Hier sehe ich auch den großen Erfolg in diesem Album, denn die Kombination von Extreme Metal und Black Metal hat in der Vergangenheit bei anderen Bands schon oft stattgefunden und dabei kam des Öfteren ein extrem kraftvolles Depressive Black Metal Album heraus, welches von Hass und Leid nur so strotzt. Die Melodien sind scharf und beißen sich mit den Gesängen, welche als Rivalen fungieren und dauerhaft gegen die Melodien treten. Das zügige Tempo, welches vom Schlagzeug vorgegeben wird, wird teilweise missachtet und auch hier kongruieren zwei musikalische Elemente gegeneinander, welche ebenfalls zu einer sehr düsteren und qualvollen Atmosphäre beitragen.

Bitterböse ist ein geniales Album, welches stur und monoton auf einen herabregnet, ohne Rücksicht auf Tränen, die beim Anhören ausgelöst werden. Auf technischer Ebene sind die Jungs rund um den Frontmann M. Roth auf einem recht hohen Niveau, dennoch gibt es den einen oder anderen negativen Punkt, der mir ins Ohr gefallen ist. Einerseits findet man keine neuen Elemente und das Ganze wurde nach Schema F geschrieben. Ich hätte mir neue Elemente gewünscht, oder mehr Variationen, die man so noch nicht gehört hat – das betrifft beide Bands. Variationen betreffend nicht nur die generelle Songstruktur des Albums, auch die Songs untereinander ähneln sich in vielen Punkten und das Ganze kommt etwas zu monoton rüber, wird deshalb auch etwas langweilig und man weiß am Ende gar nicht, ob es sich jetzt um vier Songs gehandelt hat oder ob der eine einfache Überlänge hatte, da hätte man früher drüber stolpern können. Dennoch sind die Songs für sich sehr gut und nahezu makellos, bloß in der gesamten Masse ist es eher ein Punkt, den man nicht für positiv erklären kann.

Eisregen/Goatfuneral – Bitterböse
Fazit
Abwechslung innerhalb des Albums wurde relativ klein geschrieben, man hätte mehr daraus machen können. Dies ist wirklich sehr enttäuschend, vor allem, wenn man die Bands kennt und deren Potenzial sieht, welches leider nicht komplett ausgenutzt wurde.

Anspieltipps: Nur Eine Weitere Leiche Im Wald und Dunkeldeutschland
Paul M.
6
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