Féleth – Depravity

Der norwegische Presslufthammer als Antwort auf deutsche Wertarbeit

Artist: Féleth

Herkunft: Alta, Norwegen

Album: Depravity

Spiellänge: 35:41 Minuten

Genre: Death Metal, Brutal Death Metal, Deathcore

Release: 22.05.2020

Label: DeadPop Records

Link: https://www.facebook.com/FelethBand/

Bandmitglieder:

Gesang – Dangelbær
Gitarre – Thomasino
Gitarre – Alex
Bassgitarre – Brage
Schlagzeug – Alsen

Tracklist:

  1. Ember (feat. Karl Øystein Langedahl)
  2. Hollow Words
  3. Ravenous
  4. Arise
  5. Dissolution
  6. Pestilence
  7. Pale Tongue
  8. Swan Song

Aus dem tiefsten Skandinavien kommen junge wilde Burschen auf uns zugestürmt. Féleth aus Alta zementieren einen wüsten Mix aus Death Metal, Brutal Death Metal und Deathcore. Das Debütalbum vom Mai bringt mit dieser Breite einen wilden Todesstrahl. Depravity kommt auf knapp über 30 Minuten und ist damit ein noch kurzes Langeisen. Acht Nummern findet man auf der kleinen schmalen Scheibe wieder, die unter DeadPop Records herausgehauen wurde.

Neben den bereits genannten Einflüssen greifen sie noch tiefer in die Schatulle und fingern dort noch Thrash Beats und leicht rockige Facetten heraus. Im Grundgedanken agieren Sänger Dangelbær und seine vier Mitstreiter voller Hass, ohne blutrünstig zu wirken. Wohlstrukturiert und mit geschickten Peaks können sie die Gangarten flink hoch- und runterfahren. Der Singer/Songwriter Petter Carlsen, der ebenfalls aus der Region stammt und bereits bei einigen Bands und Projekten mitgewirkt hat, ließ sich nicht lange zu einem Gastauftritt bitten.
Die Kerle haben in ihre Einöde halt Zeit, über die üblichen Genre-Tellerränder zu blicken. Die Lyrics bekommen eine moderne Note, so greifen sie Umweltzerstörung und den Missbrauch des Kapitalismus auf. Gemixt und gemastert wurde die Sause von Christian Donaldson, bekannt als Cryptopsy Gitarrist und Genrelegende. Als direkte Gegenspieler darf man Cattle Decapitation oder Fit For An Autopsy nennen. Als Opener bricht Ember flink das Eis, welches dann schnell in große Schollen aufgeschoben wird. Zu jeder Zeit griffig und aufmüpfig, bleibt für meinen Geschmack der ganz große Punch aus. Eine Lawine kann man nicht mit bloßen Händen stoppen, das wiederum heißt nicht, dass sie auch permanent im schönsten tödlichen Antlitz erstrahlt.

Féleth – Depravity
Fazit
Zwar kommen Féleth nicht ins Schlingern oder vom Weg ab, trotzdem bleibt genug Platz für eine Weiterentwicklung. Am Ende des Ziels ist das Quintett noch lange nicht - mit dem ersten Langeisen kaum verwunderlich. Stücke wie eben Arise nehmen das Zepter in die Hand und wirken im entferntesten unbefangen, wie die Brasilianer Sepultura zu ihren Anfängen. Thomasino und Alex wirken als Gitarrenduo sehr homogen und genau da liegt der Schlüssel von Féleth, um größere Schlösser problemlos zu knacken.

Anspieltipps: Hollow Words und Arise
Rene W.
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