Female Fronted Rock Festival Volume 3 am 27.02.2026 im Orange Club der Traum GmbH Kiel

Mehr Energie, mehr Haltung, mehr Female Power – und das mit vollem Erfolg

Event: Female Fronted Rock Festival Volume 3

Bands: Quiet Girl, Burnt Paradise, Tessia, Virtual Blinds, Praxis Dr. Mosh

Ort: Orange Club in der TraumGmbH, Kiel, Schleswig-Holstein, Deutschland

Datum: 27.02.2026

Kosten: Early Bird 15,00 €, Normalpreis 18,00 € plus Gebühren im VVK, 25,00 € an der Abendkasse

Zuschauer: rund 350

Genre: Punk, Hardcore, Alternative Metal, Melodic Metal

Veranstalter: Female Fronted Rock e.V.

Link: https://femalefrontedrock.de/

Setlisten:

  1. You Will Be Queen
  2. Unphotogenic
  3. Fucking Static
  4. Schaukelsong
  5. Butterfly Tattoos
  6. Brutal
  7. You’re Gonna Hate Me
  8. Teenage Life
  9. Don’t Be Sorry
  10. Bombtrack
  11. No Means No
  12. Bullshit

  1. Against Myself
  2. Never Again
  3. Hold On
  4. Today
  5. Three Years One Day
  6. Cut It Up
  7. Everything Will Be Fine
  8. Beyond Shoreline
  9. It´’s Okay
  10. Head Up High

  1. The Fall Of Divinity
  2. Beyond The Sanctum
  3. Ascension
  4. Voidwalker
  5. The Ænigmatic Throne
  6. Futility Of Fate – The Cascade
  7. The Great Calamity

  1. Burning Lifetime
  2. Wishes
  3. Precious Time
  4. Empty Eyes
  5. Losing Control
  6. Stay As U R
  7. Wastted Time
  8. Question Of Time
  9. Torn
  10. Question Of Sing
  11. Hearts On Fire

Dr. Mosh 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Wenn Leidenschaft, Überzeugung und kompromisslose Live-Musik aufeinandertreffen, entsteht genau das, wofür die Rock- und Metal-Szene lebt: ehrliche Momente, laute Gitarren und ein Gemeinschaftsgefühl, das weit über einen gewöhnlichen Konzertabend hinausgeht. Genau dieses Statement setzt das dritte Female Fronted Rock Festival, das von Time For Metal erneut exklusiv als Medienpartner begleitet wird. Austragungsort ist der Orange Club der TraumGmbH, eine längst etablierte Adresse für harte Klänge in Kiel.

Organisiert vom engagierten Team des Female Fronted Rock e. V., steht das Festival inzwischen sinnbildlich für Sichtbarkeit, Förderung und Empowerment innerhalb der Rock- und Metal-Community. Was einst als mutige Idee begann, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer festen Institution im Norden. Getragen wird es von Idealismus, ehrenamtlicher Arbeit und einer klaren Mission: Female Fronted Bands eine Bühne zu geben, ohne sie auf ein Klischee zu reduzieren.

Sabrina Classen 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Eigentlich sollte die dritte Ausgabe größer werden als je zuvor. Fünf Bands waren angekündigt, das Line-Up vielseitiger denn je. Doch Rock ’n‘ Roll wäre nicht Rock ’n‘ Roll ohne spontane Herausforderungen. Am Morgen des Festivals musste die Bremer Band Decision & Choices krankheitsbedingt absagen. Trotz intensiver Bemühungen ließ sich kurzfristig kein Ersatz organisieren.

Als wäre das nicht genug gewesen, sorgt ein unerwarteter Busfahrerstreik in Kiel zusätzlich für erschwerte Bedingungen. Die etwas außerhalb gelegene Location bleibt für viele Besucher somit schwer erreichbar, das erhoffte „Sold Out“ rückt dadurch außer Reichweite. Doch anstatt die Stimmung kippen zu lassen, zeigt sich genau hier der Spirit des Festivals: improvisieren, zusammenhalten, weitermachen.

Quiet Girl 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Während die Bühne noch leer bleibt, übernimmt Praxis Dr. Mosh musikalisch das Kommando. Hinter den Kulissen brennt noch ein ganz anderes Feuer. Die Macher vom Rock Area A7, Rock Op De Hütt, dem Wurmloch Festival und Ingo Paulsen der pst.events GbR treffen sich zum Network Meeting, das sich als ein echtes Power-Date herausstellt. Es soll der Funke sein, der einen Flächenbrand in Schleswig-Holstein auslöst. Ein besonderer Gänsehautmoment folgt zur offiziellen Eröffnung: Gemeinsam mit Festivalorganisatorin Daniela Eckhold betritt Thrash-Metal-Ikone Sabrina Classen die Bühne. Am Stand des Szeneprojekts Metality stellt sie ihr neues Buch Laut.Stark.Leben.: Zur Hölle Mit Den Selbstzweifeln! vor, doch damit nicht genug. Vor begeistertem Publikum verkündet sie ihre Rückkehr aus der musikalischen „Rockerrente“. Nach dem finalen Abschied mit Holy Moses Ende 2023 wird Classen dank der Initiative von Holger Hübner wieder live auftreten. Mit den Originalmitgliedern von Temple Of The Absurd wird sie auf dem Wacken Open Air eine Reunion-Show spielen. Eine Ankündigung, die im Publikum für spürbare Euphorie sorgt und dem Abend einen kleinen historischen Auftakt verleiht.

Burnt Paradise 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Den musikalischen Startschuss setzen anschließend Quiet Girl, eine junge All-Girl-Formation aus Lübeck, gegründet Anfang 2024. Trotz ihres jungen Alters präsentierten die Musikerinnen einen erstaunlich reifen Sound zwischen Alternative Metal, Post-Grunge, Punk und Hardcore. Druckvolle Riffs treffen auf emotionale Intensität, rohe Energie auf klare Botschaften. Der bewusst provokante Bandname steht sinnbildlich gegen gesellschaftliche Erwartungen, leise sein war gestern. Mit ihrer noch frischen Debüt-EP Don’t Be Quiet, die bewusst nicht über Spotify veröffentlicht wurde, setzt die Band ein Zeichen für künstlerische Unabhängigkeit. Songs über Selbstermächtigung und Identität treffen heute live genau den Nerv des Publikums. Spätestens hier wird klar: Diese Generation wartet nicht auf Chancen, sie nimmt sie sich.

Nahtlos geht es weiter mit Burnt Paradise aus der Region Husum. Seit ihrer Gründung 2020 kombiniert die Band Alternative-Rock-Elemente mit Grunge-Attitüde, Stoner-Einflüssen und eingängigen Pop-Melodien. Bereits ihre EP Cut It Up machte auf das Quartett aufmerksam, bevor mit dem Debütalbum Head Up High der nächste Entwicklungsschritt folgte. Live überzeugen Burnt Paradise durch intensive Bühnenpräsenz, authentische Emotion und spürbare Spielfreude. Die Band versteht es mühelos, das Publikum mitzunehmen. Von ruhigen Momenten bis hin zu druckvollen Refrains, die kollektiv mitgesungen werden. Genau diese Dynamik macht ihren Reiz aus.

Tessia 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Mit Tessia erreicht das Festival schließlich internationales Niveau. Die Formation aus Bergen verbindet progressiven und melodischen Death Metal mit Power- und Prog-Elementen. Growls und klarer Gesang wechseln sich technisch präzise ab und erinnern stellenweise an die Vielseitigkeit von Alissa White-Gluz, ohne dabei ihre eigene Identität zu verlieren. Konzeptveröffentlichungen wie The Cataclysm sowie die auch heute gespielten Singles Voidwalker und Beyond The Sanctum zeigen den kreativen Anspruch der Band. Ihr Sieg beim norwegischen Metal-Battle und große Festivalauftritte katapultierten Tessia bereits in den Fokus der europäischen Szene. Auch in Kiel liefern sie eine Performance ab, die eindrucksvoll beweist, warum sie zu den spannendsten Newcomern des modernen Metals zählen.

Vertical Blinds 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Den Abschluss gestalten die Kieler Lokalmatadoren Vertical Blinds. Mit kraftvollem Rocksound und Metal-Einflüssen bringen sie norddeutsche Direktheit auf die Bühne, auch wenn ihre technischen Probleme mit den In-Ears sie fast verzweifeln lassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt ihrem Debütalbum Torn, dessen Geschichte fast filmreif ist: Bereits vor 13 Jahren aufgenommen, verschwand das Material nach einer Bandauflösung zunächst im Archiv. Erst mit neuer Besetzung wird das Album endlich veröffentlicht. Sie setzen damit ein Symbol für Durchhaltevermögen und musikalische Leidenschaft. Die Band beweist heute Abend eindrucksvoll, dass Zeit manchmal genau das Element ist, das Musik reifen lässt.

Wie schon bei den vorherigen Ausgaben gehört auch diesmal die große Festival-Tombola zum festen Bestandteil. Zu gewinnen gibt es unter anderem Tickets für das Baltic Open Air, Konzertkarten für eine Show im Marias Ballroom Hamburg, signiertes Equipment, exklusives Band-Merch sowie offizielle Festivalshirts.

Der begehrte Hauptpreis: eine von allen Bands signierte goldene Schallplatte. Längst ein emotionales Sammlerstück unter Stammgästen.

Jedes verkaufte Los unterstützt unmittelbar die Arbeit des Female Fronted Rock e. V., dessen Engagement weit über ein einzelnes Event hinausgeht. Der Verein fördert aktiv Nachwuchsbands, organisiert Netzwerke innerhalb der Szene und schafft Räume, in denen Diversität nicht Marketingstrategie, sondern gelebte Realität ist.

Ein Festival dieser Größenordnung funktioniert nur durch starke Unterstützung. Zu den Partnern zählen unter anderem Radio Bob!, Insound Kiel, JAK’s Hell Tonstudio, GrandPA Beschallungs- & Lichttechnik, Thomsen Werbemittel sowie die TraumGmbH. Kurz vor der Veranstaltung bekam der Verein sogar noch eine Förderzusage der Landesregierung.

Gemeinsam zeigen sie, dass Szene-Arbeit nur funktioniert, wenn Leidenschaft, Professionalität und gegenseitige Unterstützung ineinandergreifen. So wird Metality vom Female Fronted Rock Festival unterstützt. Einzig der Lichtmann der TraumGmbH des heutigen Abends muss sich einen Haufen Kritik gefallen lassen. Ganz anders der Mann am Ton. Was Jens Krabbenhöft da an Sound in den Club gemixt hat, war ganz großes Kino.

Das Female Fronted Rock Festival III ist trotz aller Herausforderungen ein voller Erfolg, oder vielleicht gerade deshalb. Es zeigt, dass Rock und Metal lebendig bleiben, wenn Menschen mit Überzeugung handeln. Hier geht es nicht um Trends, sondern um Haltung. Nicht um Quote, sondern um Qualität.

Die Botschaft des Abends ist klar: Female Fronted Rock ist kein Nischenkonzept, sondern ein selbstverständlicher Teil einer modernen Musikszene. Bands, Fans, Organisatoren und Unterstützer formten gemeinsam einen Abend voller Energie, Mut und Zukunft.

Oder anders gesagt: Laut. Stark. Lebendig. Genau so müssen Rock und Metal sein.