Female Voices Tour 2018 mit Butcher Babies, Kobra And The Lotus, Skarlett Riot, Ignea und Martyrium am 19.10.2018 im Kubana, Siegburg

„Female Voices Tour 2018 mit Butcher Babies, Kobra And The Lotus, Skarlett Riot, Ignea und Martyrium am 19.10.2018 im Kubana, Siegburg“

Bands: Butcher Babies, Kobra And The Lotus, Skarlett Riot, Ignea und Martyrium

Ort: Kubana Siegburg, Zeithstraße 100, 53721 Siegburg

Datum: 19.10.2018

Kosten: 25,00 Euro zzgl. VVK Gebühr, 30 Euro AK

Genre: Melodic Black Metal. Symphonic Metal, Progressiv Metal, Hard Rock, Metal, Alternative Rock, Alternative Metal, Nu Metal, Groove Metal, Thrash Metal, Alternative Metal, Progressive Metal, Metalcore, Post Hardcore Metal

Besucher: ca. 350

Veranstalter: Kubana Live Klub http://www.kubana.de/live-club/

Link: http://www.kubana.de/live-club/index.php?option=com_ohanah&view=event&id=285#

Setlisten


1. Sputnik
2. Alexandria
3. Queen Dies
4. Chorne Polumia
5. Halves Rupture
6. Şeytanu Akbar
7. Leviathan


1. Break
2. The Storm
3. Empty Inside
4. Closer
5. Stand Alone
6. The Wounded
7. Warrior


1. Losing My Humanity
2. TriggerPulse
3. Specimen X (The Mortal Chamber)
4. Light Me Up
5. Let Me Love You
6. Hell On Earth
7. Ribe
8. My Immortal
9. Velvet Roses
10. You Don’t Know
11. Gotham


1. Korova
2. Burn The Straw Man
3. Monsters Ball
4. The Butcher
5. Headspin
6. Grim Sleeper
7. The Huntsman
8. POMONA (Shit Happens)
9. Dead Man Walking
10. Gravemaker
11. Oceana
12. They’re Coming To Take Me Away, Ha-Haaa!

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass ich mit meinem Kumpel Udo auf der Female Voices Tour in Mannheim war. Jetzt ist die Female Voices Tour mit anderem Line-Up wieder unterwegs. Diesmal mit den Butcher Babies als Headliner. Die hatte ich im Frühjahr in Mannheim bereits auf ihrer Lilith Tour (hier geht es zum Review) gesehen und dort auch ein Interview (hier geht es zum Interview) mit ihnen gemacht. Udo und ich waren damals schwer von ihnen begeistert.

Um so besser, dass die Female Voices Tour dieses Jahr in unserem Lieblingsclub im Kubana in Siegburg einen Stopp macht. Also ist Freitag der 19.10.2018 für uns erste Wahl.
Wie immer fahren wir nach Siegburg getrennte Strecken. Durch die Umwege würde es keinen Sinn machen zusammenzufahren. Ich freue mich riesig auf den heutigen Abend. Meine Frau hat angeboten, dass sie mich heute fährt. Das ist ganz toll. Aber irgendwie wundert es mich dann doch. Sonst fährt sie freitags nie mit. Ist es wegen den Butcher Babies heute Abend!? 

  

Heute Abend ist im Kubana in Siegburg geballte Frauenpower angesagt. An den Mikros sind heute Abend nur Powerfrauen anzutreffen. Die Jungs der Bands, alles tolle Musiker, sind da leider in der Regel nur Beiwerk, da die entsprechenden Bands überwiegend von ihren Frontfrauen leben.
Bei fünf Bands ist der Beginn der Veranstaltung mit 18:30 Uhr schon entsprechend früh. Also fahren wir rechtzeitig los, denn ich will keine Band verpassen.

Opener des heutigen Abends sind Martyrium aus Malta. Ich würde mal sagen mit das Härteste heute. Martyrium beeindrucken mit einem gewaltigen heißen Melodic Black Metal. Im Mittelpunkt, wie soll es anders sein, ihre Sängerin Mikaela Attard. Mikaela Attard ist erst 2018 zur Band gestoßen. Das kann man kaum glauben, denn die beschwörende Show ist mehr als perfekt. Mikaela zunächst mit Umhang und mit Teufelsmaske. Wow, was für ein sexy Teufel hier auf der Bühne. Es wird okkult beschwörend. Mikaela Attard beherrscht die Tonlagen in allen Facetten. Sie schreit, keift und growlt nach Belieben. Hohe Tonlagen werden genauso bedient wie tiefe Tonlagen. Das knistert hier richtig. Martyrium schüren mit ihrer erstklassigen Performance das Höllenfeuer.

  

Treibende Drums, hämmernder Bass und schreddernde Gitarren. Klasse Show des Quintetts auf der Bühne. Die komplette Band geht richtig gut ab. Die Jungs fordern ihre rothaarige Sängerin zu Höchstleistungen. Wenn der Teufel wie Mikaela Attard aussieht, will ich unbedingt in die Hölle. Ich mache Fotos von der Band. Obwohl es schon ordentlich gefüllt ist, komme ich durch die Rücksichtnahme der Fans gut nach vorne zur Bühne. Der Bassist kommt mir sehr bekannt vor. Irgendwo habe ich den schon mal mit einer anderen Band gesehen. Das sage ich auch meiner Frau. Dazu später mehr.

Mikaela legt dann irgendwann ihren Umhang und ihre Teufelsmaske ab. Jetzt steht die Frau in sexy Lack- und Lederoutfit vor uns und performt weiter wie der Leibhaftige höchstpersönlich. Leider müssen Martyrium ihre geniale Show nach ca 40 Minuten beenden, da noch vier weitere Bands heute Abend hier anstehen. Diese Band hätte ich mir noch wesentlich länger ansehen können. Sollten Martyrium wieder in meiner Nähe sein, werde ich sie mir auf jeden Fall erneut anschauen.

  

Nicht so düster zeigt sich die seit 2015 bestehende Band Ignea aus der Ukraine. Ignea zeichnen sich durch einen tollen Symphonic und Progressiv Metal aus. In ihre Musik sind orientalische Folkloreanteile eingebettet. Frontfrau Helle Bogdanova ist in einer Art Kimono eingehüllt. Auch sie mit roten Haaren, allerdings nur die Spitzen. Sie ist sehr zierlich und wirkt auch ein wenig zerbrechlich zwischen ihren Jungs von Ignea auf der Bühne da oben. Überhaupt nicht zerbrechlich ist ihre Stimme, die manchmal klar wie reinstes Quellwasser, aber auch roh wie Tiroler Schinken daherkommt. Wesentlich harmonischer und eingängiger wie die vorangegangenen Martyrium umschmeicheln sie das breite Publikum. Das kommt sehr gut an. Den Frauen im Publikum gefällt besonders Keyboader Evgeny Zhitnyuk, der sich an diesem Female Voices Abend sehr maskulin zeigt und neben der kleinen Frontfrau Helle Bogdanova auf der Bühne doch stark auffällt. Er zerlegt sein Keyboard regelrecht und das mit einem Headbanging Posing. Einigen Mädels im Publikum hat er es doch angetan. Einige der jungen Damen möchten dann auch Fotos mit ihm haben. Übrigens Fotos: Ignea sind direkt nach dem Gig, wie eben auch Martyrium, am Merchstand. Da stehen sie gerne zum Signieren und für Selfies bereit. Hier kann man auch ihr bisher einziges Album The Sign Of Faith von 2017 erwerben.

  

Die Briten von Skarlett Riott bringen jetzt Alternative Rock / Alternative Metal auf die Bühne. Die Band um Frontfrau Chloe “Skarlett” Drinkwater ist jetzt doch etwas anders aufgestellt als die beiden vorangegangen Bands. Ihre Musik ist weitaus gängiger als die Musik der beiden vorherigen Bands. Sauberer solider Rock und Metal wird geboten. Sie machen mit harmonischen und schnellen Gitarrenriffs gute Laune und Stimmung. Chloe “Skarlett” Drinkwater hat auch etwas Farbe in ihren Haaren, jedoch kein rot wie ihre Vorgängerinnen, sondern ein wenig blaugrün. Die Band wirkt sympathisch und alle haben wie ihre Frontfrau ein sympathisches verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht. Performt werden mit Break, The Storm, Closer, Stand Alone und Warrior vor allem Stücke ihres 2017er-Albums Regenerate. Irgendwie ein Stilbruch gegenüber den Vorgängerbands. Macht aber nichts, denn hier will man doch durch die verschiedenen Bands ein etwas breiteres Publikum ansprechen. Ich glaube, das geht auch gut auf, denn jetzt kommen doch einige Fans aus der Reserve, die sich eben noch zurückgehalten haben.

  

Mir gibt es etwas Zeit mal wieder runterzukommen. Zudem komme ich jetzt noch mal zurück zu Martyrium. Ich sitze an der Theke, trinke ein Bier und bin wieder am überlegen, woher ich den Bassisten von Martyrium kenne. Mein Handy meldet sich. Dort wird mir in Facebook angezeigt: dein Freund Tyrone Mifsud ist in der Nähe. Ach du geiler Scheiß, jetzt weiß ich auch, woher ich den Bassisten kenne. Es ist Tyrone Mifsud, der Bassist der maltesischen Death Metal Band Bound To Prevail, die ich 2017 auf dem Death Feast Festival in Andernach kennengelernt habe und zu deren EP Omen Of Iniquity ich eine Rezension gemacht habe. Ich frage ihn über den Messenger, wo er ist. Prompt kommt die Antwort: Ich bin direkt hinter dir! Da ist die Freude groß, wir begrüßen und umarmen uns. Wir haben noch etwas Zeit, um uns über dies und das zu unterhalten.

  

Als vorletzte Band sind die bissigen Kobra And The Lotus dran. Sie sind Co-Headliner der diesjährigen Female Voices Tour. Kobra And The Lotus habe ich bisher, obwohl sie recht oft touren, noch nicht live gesehen. Dafür durfte ich jeweils eine Rezension zu ihren letzten Alben Prevail I und Prevail II machen. Daher weiß ich, dass bei den Kanadiern Hard Rock und Heavy Metal angesagt sind. Kobra Paige und ihre Mannen von Kobra And The Lotus lassen es auf der Bühne richtig krachen. Die blonde Kobra Paige zeigt dabei ihren Mitstreitern, was eine Frontfrau ist und stachelt diese dazu an, alles zu geben. Ihre Bandkollegen tun ihr gerne den Gefallen. Frontfrau Kobra Paige kann natürlich mit ihrer starken Stimme voll überzeugen. Die Songs sind zwar alle recht melodisch gehalten, gehen aber teilweise über den Mainstream hinaus. Live performt finde ich die Songs wesentlich druckvoller und härter als auf den Alben. Das ist nun wirkliche eine Sache für viele Fans hier zum Abfeiern. Da sind einige nur wegen der blonden Kobra Paige heute gekommen. Viele wollen da natürlich sehr weit vorne an der Bühne in ihrer Nähe sein. Kobra And The Lotus versprühen genügend Gift, um die heutige Masse zum Veitstanz mit ihrem Hard Rock / Metal zu animieren. Die Setlist beginnt mit Losing My Humanity vom Album Prevail II und endet mit dem tollen Song Gotham vom Album Prevail I. Dazwischen liegen ausschließlich Songs von diesen beiden Alben, die den Fans noch in bester Erinnerung sein dürften.

  

Die Butcher Babies kommen als Headliner natürlich zum Schluss. Ich habe die Power Ladys Carla Harvey und Heidi Shepherd bereits am 15.03.2018 in Mannheim bei ihrer Lilith Tour gesehen und durfte dort auch ein Interview mit ihnen machen. Daher weiß ich, welche energiegeladene Performance nun auf uns zukommt. Und genau so ist es! Das Kubana explodiert regelrecht. Vom ersten Song an geht es in die Vollen und alle sind außer Rand und Band. Auf der Bühne und vor der Bühne ist Bewegung angesagt. Die beiden Mädels verstehen es, die Masse aufzuheizen. Sie sind lange genug im Geschäft und wissen, wie das geht. Sex pur und eine wahnsinnige Mischung aus Nu Metal, Groove Metal, Thrash Metal, Alternative Metal, Progressive Metal und Metalcore. Ein richtiges Crossover Feuerwerk prasselt auf das Publikum ein. Wer sich dem jetzt noch entziehen kann, mit dem stimmt irgendetwas nicht. Das knistert hier richtig. Clara und Heidi springen auf der Bühne auf und ab und befeuern sich selbst und das Publikum. In ihrem tollen Outfit macht nicht nur ihre Musik etwas her. Auf der Setlist stehen ein paar Songs vom letzten Album Lilith. Das wären zum Beispiel Korova, Burn The Straw Man, Headspin und The Huntsman. Aber auch älteres Material der seit 2010 bestehenden Butcher Babies, wie zum Beispiel Grim Reeper vom Album Goliath (2013) und Monsters Ball, The Butcher oder Dead Man Walking vom 2015er-Album Take It Like A Man sind zu hören.

  

Take It Like A Man muss ich dann zum Schluss auch sagen. Ja Take It Like A Man. Das Feuerwerk hat leider ein Ende. Der Gig der Butcher Babies, des Female Voices Abend heute ist zu Ende. Ich könnte heulen, so gut hat es mir gefallen. Aber Take It Like A Man – nicht heulen. Zu guter Letzt kommen dann auch noch alle noch mal raus und an den Merchstand! Die Butcher Babies Carla Harvey und Heidi Shepherd auch, obwohl sie dies ja eigentlich nicht mehr machen. Das hatten sie mir jedenfalls so beim Interview im März in Mannheim erzählt. Aber dass sie raus kommen heute Abend, hatte mir vorhin schon ihr Tourmanager erzählt.

  

Bei allen Ladies nochmals verabschieden und ihnen sagen, wie großartig der Abend heute war. Alle Ladies signieren mir noch ein Tourposter. Mit Mikaela Attward habe ich noch ein kurzes Interview, welches in Kürze hier bei Time For Metal erscheinen wird.

Mikaela Attard (Martyrium), Helle Bogdanova (Ignea), Chloe “Skarlett” Drinkwater (Skarlett Riot), Kobra Paige (Kobra And The Lotus) und Carla Harvey und Heidi Shepherd (Butcher Babies) haben heute hier im Kubana in Siegburg ein tolles Feuerwerk mit ihrer Female Voice Tour abgebrannt. Ich habe jetzt noch ein Glänzen in den Augen beim Schreiben. Ich freue mich auf die Female Voices Tour 2019, die dann hoffentlich wieder in meinem Lieblingsclub, dem Kubana in Siegburg Halt machen wird.

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