Artist: Matt Hensley (Akkordeonist bei Flogging Molly)

Genre: Irish Folk, Folk-Punk

Label: Borstal Beat Records

Link:http://www.floggingmolly.com/ und http://www.facebook.com/floggingmolly

Achtung: Aufgrund einiger technische Probleme sind Sätze oder Teile von diesen abhanden gekommen.

Time for Metal / KamiMatze:
Hallo. Hier spricht KamiMatze von Time-for-Metal. Spreche ich mit Mr. Matt Hensley?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Ich bin dran. Wie geht’s dir?

Time for Metal / KamiMatze:
Mir geht’s gut. Danke der Nachfrage. Wir haben heute einen Termin für ein Interview, aber bevor wir so richtig loslegen, würde ich gerne wissen, wie es dir geht?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Mir geht’s gut! Die letzten fünf/sechs Tage waren echt prima! Ich habe die Tage mit meiner Frau und meinem Kind verbracht – und jetzt geht’s mir richtig gut.

Time for Metal / KamiMatze:
Das klingt gut – nochmal die Batterien für die nächste Woche beginnende Tour durch Europa aufladen. Das müsste die zweite Tour innerhalb eines Jahres durch Europa sein, richtig? Freust du dich denn schon darauf?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Auf jeden Fall tue ich das! Aber eigentlich ist es schon unser fünfter Abstecher nach Europa dieses Jahr…

Time for Metal / KamiMatze:
Ups, da war ich dann wohl etwas schlecht informiert. Tut mir leid! Aber dennoch, wie bereitest du dich auf eine Tour vor?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Eigentlich bereite ich mich nicht anders vor, als die anderen. Das Einzige, was wir wirklich machen können ist so, wie wir das am Ende unserer letzten Tour gemacht haben: das Equipment wird nach England verschifft, wo wir es dann auf Vollständigkeit prüfen. Ich stelle dann nochmal sicher, ob all meine Anzüge und das Material vorhanden sind, was ich dann nicht mehr rüberfliegen brauche. Das macht es sehr einfach für mich, rüber zu fliegen.

Time for Metal / KamiMatze:
Wie sieht das bei dir eigentlich aus: bekommst du manchmal noch Heimweh, oder Ähnliches, wenn du auf einer Tour weit weg von zu Hause bist?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Manchmal schon. Es hängt aber auch davon ab, was los ist. Ich meine, wir machen jedes Jahr um diese Zeit eine Tour. Natürlich vermisse ich meine Frau und mein Kind – und grade wenn es Weihnachten wird, bekomme ich Heimweh. Und manchmal, wenn du hier sitzt und überall spielt diese Weihnachtsmusik, kannst du echt Heimweh bekommen. Es hängt aber auch größtenteils davon ab, wie die Tour verläuft. Ich meine, generell mag ich Europa. Ich denke wir haben dort eine Menge Fans – auch in Deutschland und in den Niederlanden. So fühlt es sich trotzdem ganz gut an.

Time for Metal / KamiMatze:
Was halten eure Fans in Europa und den USA von dem neuen Album?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Ich hoffe sie mögen es, was? Ich habe mit Leuten gesprochen, als ich auf Tour war. Und die meisten, mit denen ich gesprochen habe, mochten es und bemerkten den Unterschied zu den früheren Aufnahmen. Zuerst wussten sie nicht, was sie davon halten sollten, aber dann mochten sie es.

Time for Metal / KamiMatze:
Ich kann mir gut vorstellen, dass es manchmal echt nicht einfach ist, soweit von zu Hause weg zu sein – vor allem als Familienvater. Ihr habt euer neues Album Speed of Darkness mit nach Europa gebracht. Was hälst du davon? Wie findest du es?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Ich liebe es! Es ist schon etwas her, seitdem ich es mir komplett angehört habe, aber heute Abend werde ich es mir mit ein paar Bierchen noch einmal komplett anhören. Es hört sich schön rockig an.

Time for Metal / KamiMatze:
Ja, ich habe es mir auch ein paar Mal angehört und ich muss sagen: auch wenn es ruhiger ist alsFloat, finde ich es ziemlich gut.

Flogging Molly / Matt Hensley:
Vielen Dank.

Time for Metal / KamiMatze:
Mal so im Vergleich zu den Texten auf Float: wie hat sich Flogging Molly seitdem entwickelt?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Wir spielten über die Jahre immer besser miteinander. Ich denke, es gibt eine Art Kunst, Musik aufzunehmen. Ich denke grade an die verschiedenen CDs, die wir aufgenommen haben und wie wir es hinbekommen haben, sie besser zu machen. Und in Bezug auf die Texte denke ich, dass die ganze Welt angesprochen wird. Und wie du weißt, sind wir Musiker, die nicht nur eine Stadt sehen. Wir schreiben Songs über ‚Was passiert eigentlich überall?‘. Wir schreiben Lieder über die ganze Welt.

Time for Metal / KamiMatze:
Man kann also sagen, dass ihr erwachsener geworden seid, was man auch an der Musik merkt, wie ich finde. Diese eher ruhige Atmosphäre, die Speed of Darkness beherbergt. Da wir grade dabei sind – eure neue Scheibe wurde durch euer eigenes Label, Borstal Beat Records, veröffentlicht. Das führt zu der Frage: warum habt ihr ein neues Label gegründet?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Eine Sache ist, anstatt eine Partnerschaft mit anderen Personen zu haben – so gern wir das auch mit Side One Dummy gemacht haben und sie auch einen wirklich guten Job gemacht haben – haben wir wirklich sehr viel gearbeitet und letztendlich sind wir emotional geworden. Wir hatten ein bisschen Geld auf der Bank und tatsächlich konnten wir damit das Label gründen. Aber anstatt es einfach nur zu besitzen, verkörpert dieses Label quasi das, was wir sind. Auf diese Art und Weise unterstütze ich meine Frau und mein Kind. Insgesamt gibt es in der Band in etwa zehn/elf Kinder und jeder der Bandmitglieder kann so seine Familie unterstützen. Weiterhin bedeutet es auch, dass wir eine 100%tige Kontrolle über jede CD haben, die wir machen und ebenfalls ein wenig Geld damit verdienen. Und ein eigenes Label zu haben gibt jedem in der Band – ich will nicht Rente sagen – aber zumindest eine Art kleine Versicherung, so dass man sich sicher sein kann, dass die Familie sich versorgen kann.

Time for Metal / KamiMatze:
Mal ehrlich gesagt, neben dem CD-Label besitzt du ein eigenes Skateboard-Label, einen Irish Pub in Kalifornien, du hast eine Familie und du bist Akkordeonist in einer Band. Wie schaffst du es, das alles zu managen?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Ach herrjeh! Viel Whiskey! Viel Whiskey (lacht) Es ist schwer. Es ist nicht die einfachste Sache der Welt, das so zu machen. Aber tatsächlich hat jeder in der Band einige Sachen, die er nebenbei macht. Und ich denke, wir machen das, weil wir lieben, was wir machen. Wir machen Musik für die Menschen und einige erzählten mir, dass ihnen einige Songs echt viel bedeuten – einige veränderten sogar deren Leben und das finde ich größer, wichtiger als meine Probleme.

Time for Metal / KamiMatze:
Das heißt also, ihr nehmt euch die Zeit, um den Problemen eurer Fans zu lauschen? Das ist heutzutage echt selten geworden. Wie tretet ihr eigentlich mit euren Fans in Kontakt? Beziehungsweise: wie wichtig sind soziale Netzwerke, wie Facebook, oder andere Internetplattformen, wie MySpace, für euch?

Flogging Molly / Matt Hensley:
Wir treffen die Leute, oder lesen unsere E-Mails. Ich las mal über eine Frau aus dem Servicebereich, welche zwei Mal fürchterlich fertig gemacht wurde…sie stand an der Grenze zum Suizid und hatte ein Kind zu Hause und alles das…Sie sagte sie hörte sich Float an und irgendwie hat es dann so bei ihr ‚klick‘ gemacht, dass sie sich nicht mehr umbringen wolle und zurück in ihr Leben kam. Und das ist, wie ich bereits sagte, wesentlich wichtiger als die kleinen Probleme, die ich habe. Ich denke, jeder versucht in diesem modernen Zeitalter irgendwie alles, wenn es darum geht, die Band zu schützen und sie zu unterstützen oder eben dein Handelsunternehmen. Ich persönlich habe keinen MySpace-Account. Wenn ich mein Telefon nicht hätte, könnte ich damit zwar umgehen, nur muss ich es dennoch unbedingt haben – wenn ich unterwegs bin und irgendwelche Unfälle oder was auch immer passieren, bin ich nur einen Anruf weit weg.

Time for Metal / KamiMatze:
Ja, aber da wir ja im Zeitalter des Internets leben, würde ich gerne von dir wissen, was du jetzt deinen Fans in Europa, speziell denen in Deutschland, sagen möchtest.

Flogging Molly / Matt Hensley:
Zu den deutschen Fans: Man, vielen Dank! Alle Fans in Deutschland und Österreich waren stets die ehrlichsten Anhänger unserer Musik und das seitdem wir anfingen, in Europa auf Tour zu gehen! Seitdem dieser Zeit hat Deutschland die Band und seine Mitglieder immer unterstützt. Jedes Mal haben die Leute an das geglaubt, was wir gemacht haben und es mit Lebensfreude gezeigt!

Time for Metal / KamiMatze:
Danke, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast! Es war mir eine große Freude. Ich wünsche dir und Flogging Molly alles Gute und weiterhin viel Spaß auf eurer Tour durch Europa! Ich hoffe, wir treffen uns auf einem Gig hier in Deutschland.

Flogging Molly / Matt Hensley:
Thank You – Dankeschön.

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