Frantic Amber – Death Becomes Her

Dieser Death steht den Schweden Damen echt gut

Artist: Frantic Amber

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: Death Becomes Her

Genre: Melodic Death Metal

Spiellänge50:01 Minuten

Release: 04.04.2025

Label: Rock Of Angels

Link:  https://www.franticamber.com

Bandmitglieder:

Gitarre – Mio Jäger
Gesang – Elizabeth Andrews
Bass – Madeleine Gullberg Husberg
Schlagzeug – Laura Hernandez

Tracklist:

  1. El Orfanato (Intro)
  2. Bloodbath
  3. Black Widow
  4. Death Becomes Her
  5. Hell’s Belle
  6. Angel Maker
  7. Jolly Jane
  8. Gore Candy
  9. The Butcheress
  10. In The Garden Of Bones
  11. Epitaphium

Neues von Frantic Amber! Am 04.04.2025 ist ihr neues Album Death Becomes Her über das Label Rock Of Angels erschienen und als CD und als Bloodred Marbled Vinyl erhältlich.

Wem der Bandname nichts sagt, dem sei hier zur Aufklärung hinzugefügt: Frantic Amber sind mittlerweile eine sogenannte All-Female-Death-Metal-Band aus Schweden. 2008 von Gitarristin Mary Säfstrand (die bis 2018 der Band angehörte) gegründet, haben Frantic Amber mit Death Becomes Her bereits ihr drittes Album am Start. Seit 2008 sind allerdings auch eine Menge Wechsel im Line-Up erfolgt. Sängerin Elizabeth Andrews und Gitarristin Mio Jäger sind seit 2010 dabei und so etwas wie der harte Kern der Truppe, um die herum es immer Besetzungswechsel gab. Eine All-Female-Band ist man erst seit dem letzten Jahr, denn die Drums waren bei Frantic Amber in der Vergangenheit immer männerdominiert. Dort sitzt nun mit Laura Hernandez eine Dame, sodass man nun endlich All-Female-Band sagen kann. Das ist ja immer in dem Genre ein kleiner Hype, wieso auch immer. Die Musik sollte im Vordergrund stehen und nicht das Geschlecht der Musiker/innen.

Ich persönlich bin der Band das erste Mal 2017 auf dem Metalfest Pilsen begegnet, damals halt noch nicht „All Female“, allerdings mit einem Schlagzeuger, der längere Haare hatte, als seine Mitstreiterinnen. Von daher waren Frantic Amber mir noch in guter Erinnerung und deshalb habe ich dann auch sofort die Hand gehoben, als die Frage nach einem Review bei uns eintrudelte.

Die Scheibe beginnt mit dem Intro El Orfanato, bevor Frantic Amber ein Blutbad anrichten; jetzt nicht wirklich, Bloodbath nennt sich allerdings der erste Song. Dabei wird bereits klar, dass Frantic Amber recht viel orchestralen Schnickschnack einbauen. Das ist ja mittlerweile nicht ganz unüblich im sogenannten Melodic Death Metal und tatsächlich sorgen die orchestralen Parts für genügend Melodic, die der Melodic-Death-Metal-Fan natürlich gerne mag.

So eine richtige Schlachtplatte ist Death Becomes Her sowieso nicht. Wie bereits gesagt, werden da recht viele klassische und orchestrale Elemente mit eingebracht. Vielfach auch ein lang anhaltendes Intro, wie in Black Widow, die zuerst einmal ihren schwarzen Schleier lange im Wind wehen lässt, bevor es zur Sache geht und die schwarze Dahlie ausgepackt wird.

Was von Beginn an auffällt, ist die tolle und abwechslungsreiche Stimme von Frontfrau Elizabeth Andrews, die Growls und Klargesang gleichermaßen beherrscht. Das ist der absolute Pluspunkt bei Frantic Amber. Auch die Songauswahl wird nie langweilig, denn hier hört sich kein Song wie der andere an. Allen Songs unterliegt allerdings ein wenig Gothic- / Horror-Atmosphäre. Der Titelsong Death Becomes Her ist echt ein geiler Song – spannend, dramatisch und umwerfend. Horror in Slow Motion pur. Elizabeth Andrews glänzt vom ersten Ton an. Anschließend wütet die Hell‘s Belle, nein nicht die Hells Bells. Wieder einmal klassisch orchestriert. Hell’s Belle knallt richtig und wird zum Vorhof von Angel Maker.

Wer Death Metal bis zum Anschlag hören möchte, der liegt bei Frantic Amber falsch. Zumeist bewegt man sich im Midtempo, oder holt auch einmal den Doom-Hammer raus. Jolly Jane lutscht anschließend den Drops, oder doch lieber das Gore Candy? Leichtes Gemetzel gibt es noch mit der Butcheress, welches zwangsläufig In The Garden Of Bones führt, denn die markerschütternden Töne von Elizabeth Andrews setzen den müden Knochen doch richtig zu. Mit  Epitaphium entschwinden Frantic Amber klassisch orchestral aus dem Album, wie sie gekommen sind. Zwischen dem Intro und dem Outro liegen neun Melodic-Death-Metal-Songs mit Gothic- / Horror-Nuancierung.

Frantic Amber – Death Becomes Her
Fazit
Nach dem Abgang ihres Schlagzeugers und dem Eintritt der neuen Schlagzeugerin Laura Hernandez sind die Schweden Frantic Amber nun eine sogenannte All-Female-Band. Ob dieses Prädikat sie nun weiter bringt oder nicht, muss abgewartet werden. Die vier Damen aus dem hohen Norden richten auf Death Becomes Her kein Blutbad, oder Death-Metal-Massaker an, wie es ein Songtitel auf diesem Album vielleicht vermuten lässt. Dafür agiert man beim Tempo doch recht stark mit angezogener Handbremse. Sie servieren allerdings eine ordentliche Portion Melodic Death Metal mit klassischen / orchestralen Einschüben und einer Art Horror-Esprit. Das dürfte den Geschmack einiger Fans doch voll treffen.

Anspieltipps: Bloodbath, Death Becomes Her und Gore Candy
Juergen S.
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