Artist: Furnace
Herkunft: Schweden
Album: Eternally Enthroned
Spiellänge: 30:03 Minuten
Genre: Melodic Death Metal
Release: 30.05.2025
Label: Obelisk Polaris Prodctions
Link: https://www.facebook.com/blackstonechurch666
Bandmitglieder:
Gesang und Gitarre – Rogga Johansson
Bassgitarre – Peter Svensson
Schlagzeug – Lars Demoké
Tracklist:
1. Tyrant’s Reign
2. Crow Warriors
3. A Good Tree For Hanging
4. Thornblade
5. Island Of The Decaying Angel
6. Godsbane
7. Beyond The Valley
8. To Fathom The Depths Of Night
9. A Blessing And A Curse
10. Eternally Enthroned
Mit Lars Demoké haben sich Tausendsassa Rogga Johansson und der ebenfalls sehr beschäftigte Peter Svensson mal einen Drummer ins Projektleben geholt, welcher ansonsten nur noch bei einer anderen Combo, und zwar Catacomb, aktiv ist. Normalerweise haben ja alle Schweden mindestens fünf Bands oder so. Dieses Trio firmiert unter dem Namen Furnace und ist ein weiterer Baustein im Rogga-Johansson-Universum. Wie praktisch, dass Basser Peter ein eigenes Label hat. Da fügt sich alles zusammen. Wie üblich hält man sich mit Veröffentlichungen nicht zurück. Seit der Gründung 2020 hat man schon fünf Alben herausgehauen, da erscheint es auch mehr als logisch, dass im Jahre 2025 Album Nummer sechs erscheint.
Textlich geht es um den Protagonisten Thonblade und seine Mission, die Gottheit des Todes davon zu überzeugen, dass sie den Tyrant King, obwohl er einen Attentatsversuch startet, am Leben lässt. Mithilfe der antiken Waffe Godbane muss er jetzt eine Lösung finden. Wie es ausgeht, könnt ihr den Texten des Albums entnehmen.
Musikalisch setzt man die Reise, die man begonnen hat, gnadenlos fort. Wer Rogga und seine Gitarrenarbeit kennt, weiß, dass er gerne schwedische Gitarrenriffs verwendet, aber, wie zum Beispiel von Tyrant‘s Reign zu hören ist, kann er auch durchaus anders. Hier hat er sich ganz dem melodischen Death Metal verschrieben und das Augenmerk liegt nicht auf Göteborg, sondern eher auf eine eigene Art. Der Song entfaltet sich zu einem richtig fetten Song, der von den Drums immer angetrieben wird, ohne schnell zu werden. Die Melodien und die Eingängigkeit stehen hier im Vordergrund. Die haben es in sich und machen Laune und werden vom eher weicheren und erdigen Sound kraftvoll unterstützt. Death Metal steht hier an zweiter Stelle. Die Stimme ist natürlich growlig und wird mit Screams kombiniert, aber klingt eben nicht so, wie z.B. bei Paganizer, der Hauptband von Rogga. Obwohl der Song dann auch eher melodisch klassisch daherkommt, weiß er zu gefallen, denn es handelt sich um eine gute Kombination aus den beschriebenen Stilmitteln.
Ein wenig melodramatischer wird es dann beim Song Crow Warriors. Man startet wieder mit einem melodischen Part, der recht kraftvoll daherkommt und arbeitet sich im langsamen Midtempo weiter. Das Melodramatische übernimmt dann der zweite Gesangspart. Auch hier bleibt man eingängig und lässt die Melodien für sich sprechen. Man merkt, dass die Burschen ein Konzept verfolgen und sich selber treu bleiben. Der Wechsel von diesen angezogenen Melodieelementen zu den schleppenden, aber harmonischen Midtempopassagen steht ihnen gut zu Gesicht, ist aber für einen Old School Death Metal dann doch ein wenig befremdlich. Das soll nicht heißen, dass es schlecht ist. So geht es dann hin und her und auf einmal ist dann Schluss. Schon ein wenig befremdlich und abrupt, aber warum nicht?
Die Herangehensweise und auch teilweise die Durchführung erinnern an die Szenehelden von Edge Of Sanity und da schließt sich wieder der Kreis zu Schweden, allerdings schafft man es nicht, die Qualität der Band zu erreichen, aber wer schafft das auch schon? Das darf also kein Kriterium sein, absolut nicht.
A Good Tree For Hanging gehört für mich zu den stärksten Songs, denn hier legt man mit einer Uftata los und setzt erst später die melodischen Akzente, bleibt aber druckvoll und setzt eine gewisse Death Metal Duftmarke. Der doppelte Gesang kommt auch sehr gut, ansonsten klingen die Growls stellenweise nach Dave von Benediction. Der Songaufbau ist auch absolut gelungen, der Rhythmus lässt einen mitgehen und die sägenden Riffs brennen sich ein. So muss es sein, so macht das Spaß. Die Melodie knallt zwar nicht so, wie bei den beiden Vorgängersongs, aber ansonsten ist das Ganze eine echt runde Sache.
Leider muss man sagen, dass das Album danach ein wenig an Spannung verliert, zumindest was das Musikalische angeht. Die Entwicklung der thematischen Geschichte bleibt interessant, aber musikalisch stagniert das Ganze und Songs wie Thornblade, Island Of The Decaying Angel oder To Fathom The Depths Of Night folgen dem Schema F und klingen somit relativ gleich. Kann man sich gut anhören, gar keine Frage und jeder Song für sich betrachtet klingt ganz cool, aber in der Zusammenfassung dann eher eintönig.
Während Godsbane schon eher in die Viking Metal Ecke tendiert, hat man mit Beyond The Valley noch einen richtig schönen Kracher am Start. Hier zieht man das Tempo mal wieder ein wenig an und die Drums sind fett am Treiben. Die Riffs sind zwar recht simpel, aber eben einprägend. So soll es sein. Hier zeigt man sich ein wenig spielfreudiger und lässt den Rhythmus für sich sprechen. Die Riffs werden teilweise fix vorgetragen und der variable Gesang spricht für sich.




