Geezer Butler – Plastic Planet, Black Science und Ohmwork (Re-Issue)

Die Geezer Butler Trilogie in neuem Gewand, erstmals als Vinyl Ausgabe

Artist: Terence Michael Joseph „Geezer“ Butler

Herkunft: Aston, England

Alben: Plastic Planet / Black Science / Ohmwork

Spiellänge: 46:18 Minuten / 55:06 Minuten / 43:43 Minuten

Genre: Rock, Sludge Metal, Industrial Metal

Release: 30.10.2020

Label: BMG

Link: http://www.geezerbutler.com/

Bandmitglieder:


Bass, Tasteninstrumente – Geezer Butler
Gesang – Burton C. Bell
Gitarre – Pedro Howse
Schlagzeug – Deen Castronovo

Bass, Tasteninstrumente – Geezer Butler
Gesang – Clark Brown
Gitarre – Pedro Howse
Schlagzeug – Dean Castronovo

Bass, Tasteninstrumente – Geezer Butler
Gesang – Clark Brown
Gitarre – Pedro Howse
Schlagzeug – Chad E.Smith

Tracklisten:

  1. Catatonic Eclipse
  2. Drive Boy, Shooting
  3. Giving Up The Ghost
  4. Plastic Planet
  5. The Invisible
  6. Seance Fiction
  7. House Of Clouds
  8. Detective 27
  9. X13
  10. Sci-Clone
  11. Cycle Of Sky

  1. Man In A Suitcase
  2. Box Of Six
  3. Mysterons
  4. Justfied
  5. Department S
  6. Area Code 51
  7. Has To Be
  8. Number 5
  9. Among The Cybermen
  10. Unspeakable Elvis
  11. Xodiak
  12. Northern Wisdom
  13. Trinity Road

  1. Misfit
  2. Pardon My Depression
  3. Prisoner 103
  4. I Believe
  5. Aural Sects
  6. Pseudocide
  7. Pull The String
  8. Alone
  9. Dogs Of Whore
  10. Don’t You Know

Dieses Review wird etwas anders als die anderen. Es geht hier um die Wiederveröffentlichung der drei Soloalben von Geezer Butler, die ab dem 30.10.2020 über BMG erhältlich sein werden. Dabei gibt es alle drei Versionen erstmals als Vinyl-Ausgabe und die CDs wurden ebenfalls mit neuem Artwork versehen. Für Sammler bestimmt ein Anreiz für Black Sabbath Anhänger mit Vorsicht zu genießen. Alle drei Alben haben so gar nichts mit den Urvätern des Heavy Rock zu tun. Als die drei Platten 1995, 1997 und 2005 erschienen, enttäuschten sie schon einige, die mit etwas anderem gerechnet hatten. Zumindest die ersten beiden Alben konnten jedoch einige Fans gewinnen, die dritte Platte blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück.

Im Original wurden die Platten unter drei verschiedenen Namen veröffentlicht. Bei Plastik Planet lief das unter g/z/r featuring Burton C. Bell, bei Black Science war es einfach Geezer gelistet und Ohmwork kam unter GZR raus. Die Re-Issues kommen alle unter dem Namen Geezer Butler raus, was auch ggf. für neue, höhere Absatzzahlen sorgen könnte. Der Name des Bassisten hat ja schon Gewicht, dürfte vielen bekannt sein und deshalb für Beachtung und natürlich Kaufinteresse sorgen.

Wie kam es du den Soloalben? 1984, nach der Born Again Tour, verließ Geezer Butler bekanntlich Black Sabbath und versuchte mit seiner eigenen Geezer Butler Band eine eigene Karriere. Dies war nicht sehr erfolgreich und so blieb es bei einigen Auftritten, ohne dass es ein Zeugnis z.B. in Form eines Tonträgers aus dieser Zeit gibt. Nach Gastspielen bei Tommi Iommi (Dehumanizer und Cross Purposes) ging Geezer kurz zur Ozzy Osbourne Band und entschied dann, dass es erneut Zeit wird für seine eigenen Sachen. Dafür akquirierte er Drummer Deen Castronovo, den er von Ozzys Ozzmosis Platte her kannte, den ehemaligen Gitarristen der Geezer Butler Band Pedro Howse und, wer mag es glauben, den Fear Factory Sänger Burton C. Bell.

Plastic Planet

Mit diesem Line-Up wurde die erste Platte Plastic Planet aufgenommen. Stilistisch verschmelzen Blues Anteile mit Industrial geprägtem Metalsound und nur damit konnte das Genre in den 90ern noch punkten. In den Songs geht es hauptsächlich um technologische Visionen, Science-Fiction und Schreckensvisionen, was sich auch in den Titeln wiederfindet. Catatonic Eclipse, Detective 27 oder X13 spiegeln diese Richtung wider und die Stimme und der Gesang von Burton geben den Songs den nötigen Ausdruck. Knallharte, gitarrenlastige Tracks, die mit den Bassläufen von Geezer harmonieren, prägen das Werk. Leider war Bell bei seiner Stammband dermaßen eingebunden, dass eine weitere Kollaboration bzw. auch Konzerte in dieser Formation nicht zu realisieren waren. Wenn ich Songs empfehlen müsste, dann wären da das sozialkritische Drive Boy, Shooting oder X13. Auch Cycle Of Sixty ist hörenswert. Ansonsten ein gar nicht so übles Album, aber eben anders als Black Sabbath, Ozzy oder Tony Iommi Alben.

Black Science

1997 wurde dann das zweite Album Black Science veröffentlicht. Burton Bell konnte nicht mehr teilhaben und wurde durch den unbekannten Clark Brown ersetzt. Das erwies sich als Glückstreffer, denn der konnte mit einem beeindruckenden, kraftvollen Gesang trumpfen. Ansonsten bleiben alle anderen Position wie gehabt besetzt. Das Ergebnis kann sich ebenfalls hören lassen. Brown war wesentlich flexibler und auch emotionaler als sein Vorgänger. Neue Strömungen wurden implementiert und so gibt es neben Nu Metal artigen Klängen auch leichte, noch nicht so auffallende Rap Anleihen, die sich beim dritten Album leider noch verstärken sollten. Bereits der erste Track auf der LP Man In A Suitcase hat es in sich und kann eindeutig als eines der Highlights auf der Platte angesehen werden. Das kann sich heute noch hören lassen und ist ein klassischer Heavy Metal Song mit einem Hammer Refrain. Natürlich darf auch hier das gitarrenähnliche Bassspiel des Ausnahmebassisten nicht fehlen und spätestens in Mysterons weiß der zu überzeugen. Das gesamte Grundthema der Platte kann mit Hoffnungslosigkeit bezeichnet werden und das gekonnte Spiel auf dem Viersaiter drückt das in fast jeder Note aus. Insgesamt ein faszinierendes und auch angsteinflößendes Werk. Der absolute Höhepunkt dieses unheilverkündenden Werkes dürfte Number 5 sein, das alles, was hier ausgedrückt werden soll, in einem Stück komprimiert. Clark Brown versteht es, die Visionen und Vorstellungen von Butler gekonnt umzusetzen. Auch einige schnellere Rocker haben es neben den depressiven Songs auf die Platte geschafft und verdienen es, gehört zu werden, Da kann man Justified oder auch Xodiak nennen, die für positive Gefühle sorgen. Beachtenswert auch wieder Deen Casrtonovo, der auf den Punkt spielt und noch heute bei einigen Bands die Drums bedient.

Ohmwork

Tja, und dann ist da noch Album Nummer drei, mit dem Namen Ohmwork. 2005 erschienen, macht es mit dem industriellen Metal erst mal Schluss. Es wird etwas härter und positiver und mit dem ersten Song Misfit wird die Veränderung deutlich. Leider schleichen sich immer mehr Rap Strukturen in die Songs und das macht sich dann im Verlauf der Platte negativ bemerkbar. Das Album ist an vielen Stellen sehr gewöhnungsbedürftig. Songs wie Alone oder Pseudocide können nicht gewinnen und Clark Brown hat angefangen, an vielen Stellen seinen Gesang in Geschrei umzuwandeln. Das hätte gut zu einer Hardcore Band gepasst und damit war er wohl seiner Zeit voraus. Ein Lichtblick ist noch I Believe, bei dem Brown zeigt, dass er ein guter Rocksänger ist. Leider ist die Masse der Songs so gestrickt, dass man einfach weiterskippen möchte. Man höre sich Pardon My Depression an und man könnte sofort in eine solche verfallen im Angesicht dessen, was da aus den Boxen kommt. Vielleicht mit einer der Gründe, dass an dieser Stelle das Soloprojekt nicht weitergeführt wurde.

Geezer Butler – Plastic Planet, Black Science und Ohmwork (Re-Issue)
Fazit
Das muss ein wenig gesplittet werden. Die erste Platte war zu der damaligen Zeit eben dieser etwas voraus. Gutes Album, das bei genauerem Hinhören viele gelungene Songs liefert. Album Nummer zwei liefert eine beängstigende Vision und zeigt viel Hoffnungslosigkeit gepaart mit klasse Songs. Album Nummer drei ist dann eher zum Abgewöhnen, obwohl zwei, drei Songs ok sind. Die gesamte Neuauflage dürfte für Sammler interessant sein. Insgesamt darf kein Black Sabbath ähnliches Material erwartet werden. Trotzdem kann man hier einem hervorragenden Bassisten bei der Arbeit zuhören.

Wer sich also die Platten in den Schrank stellen möchte, dem kann man das ans Herz legen. Wer sich das anhören will und vorher noch keine Berührungen mit den Solowerken hatte, sollte ggf. im Vorfeld bei den bekannten Streamingdiensten erst mal reinhören, bevor er sich danach ärgert.

Anspieltipps: Misfit, I Believe, Cycle Of Sixty, X13, Number 5 und Man In A Suitcase
Kay L., Plastic Planet
8.5
Kay L., Black Science
8
Kay L., Ohmwork
5.5
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7.3
Punkte
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