I Prevail – Lifelines

“Da fällt mir nur eins ein: Wow!!“

Artist: I Prevail

Herkunft: Detroit MI, Vereinigte Staaten von Amerika

Album: Lifelines

Spiellänge: 44:11 Minuten

Genre: Post Hardcore

Release: 21.10.2016

Label: Fearless Records

Link: https://www.facebook.com/IPrevailBand/

Bandmitglieder:

Gesang (Clean Vocals) – Brian Burkheiser
Gesang (Harsh Vocals) – Eric Vanlerberghe
Gitarre – Steve Menoian
Schlagzeug – Lee Runestad

Tracklist:

  1. Scars
  2. Stuck In Your Head
  3. Lifelines
  4. Come And Get It
  5. Chaos
  6. Alone
  7. Outcast
  8. Rise
  9. Already Dead
  10. Pull The Plug
  11. One More Time
  12. My Heart I Surrender
  13. Worst Part Of Me

i-prevail-lifelines

 

Erst seit dem Jahr 2013 gibt es die aus Detroit stammende Band I Prevail, und sie hat auf Facebook trotzdem bereits über eine halbe Million Follower. Das ist ja schon mal nicht schlecht. Bislang wurde die EP Heart vs. Mind veröffentlicht, und man hat sich auch schon daran gemacht, eine Coverversion des Songs Blank Space von Taylor Swift rauszuhauen. Beides wurde begeistert aufgenommen und hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass I Prevail bereits jetzt so eine starke Fanbase haben. Nun ist auch das Debütalbum Lifelines fertiggestellt und wird am 21.10. über Fearless Records das Licht der Welt erblicken.

Da ich bei dieser Art von Musik sehr entspannt Auto fahren kann, habe ich mir die Dateien also auf meinen Stick gezogen, und los ging’s ab zur Arbeit. Die zunächst noch relativ moderat eingestellte Lautstärke musste ich dann allerdings nach und nach hochregeln, denn was die vier Jungs da  rausgehauen haben, ist eins der besten Alben dieses Genres, das ich in diesem Jahr hören durfte. Es gibt auch Bandfotos mit sechs Mitgliedern, und auch im Video zu Scars sind sechs Bandmitglieder zu sehen, aber ich denke, das sind dann Studio- bzw. Live-Musiker. Eine Info dazu habe ich leider nicht gefunden, und auf der Facebook-Seite der Band sind nur vier Mitglieder genannt. Die beiden Sänger ergänzen sich jedenfalls perfekt, und der Mix der beiden Gesangsstile ist genau richtig. Im Zusammenspiel mit der Instrumentalfraktion kriegen die Tracks ordentlich Druck, die Songs bleiben dabei aber wahnsinnig melodisch und haben sehr eingängige, teilweise fast schon hymnenartige Refrains. Dabei erinnern mich manche Tracks, wie Lifelines oder Chaos, ein wenig an Dead By April. Es gibt geile Breakdowns, und den mal mehr mal weniger vorhandenen NU Metal-Einfluss, wie bei Come And Get It oder Pull The Plug, sollten sich Linkin Park mal genau anhören. Auch vor Balladen schrecken I Prevail nicht zurück, aber selbst in diesen nur mit Clean Vocals ausgestatteten Songs Alone und My Heart I Surrender schaffen sie es, nicht ins Kitschige abzugleiten. Nur der letzte Track Worst Part Of Me ist mir persönlich ein ganz klein wenig zu weichgespült, aber vielleicht wollten I Prevail nach der Ballade My Heart I Surrender den Kontrast zum Ausklang des Albums nicht zu groß werden lassen.

Nun hatten I Prevail gerade vor wenigen Tagen das Pech, dass der Motor ihres Tourbusses in Flammen aufging, aber, Glück im Unglück, der Fahrer konnte den Bus noch an den Straßenrand lenken und alle Personen schafften es, rechtzeitig ins Freie zu gelangen. Die Habseligkeiten der Jungs sind allerdings unwiederbringlich verloren. Statt nun aber zu jammern und um Spenden zu bitten, ruft man „nur“ weiter dazu auf, das Album, in welcher Ausführung auch immer, zu kaufen, um die Band zu unterstützen. Die gerade laufende Tour soll auch wie geplant weitergehen. Das passt ja nun ganz zu dem Thema von Lifelines, dass es nämlich immer irgendwelche Einflüsse von außen gibt, die einen zerbrechen können, aber Musik kann einem dabei helfen, durch diese schweren Zeiten zu kommen. Man sollte auch immer wieder aufstehen und seine davongetragenen Narben und sein daraus folgendes „Anderssein“ mit Stolz tragen. Das dazu passende Video zum Song Scars, das mich umgehend dazu gebracht hat, mir dieses Album zum Review zu nehmen, findet Ihr hier:

Fazit: Und wieder mal eine Neuentdeckung, die mir beweist, dass man trotz der Fülle an Bands, die sich im gleichen Genre bewegen, noch was raushauen kann, das aufhorchen lässt und einen Ohrwurm nach dem anderen liefert. Frisch und unverbraucht kommen die Jungs daher, und ich hoffe, die Energie, die das Debütalbum versprüht, hält noch lange vor. Da können sich andere Bands entweder warm anziehen oder ein Beispiel dran nehmen. Wie man allerdings darauf kommt, das auf der eigenen Facebook-Seite als Hard Rock zu bezeichnen, kann ich nicht erklären, denn das führt definitiv auf einen falschen Pfad (auch wenn das ein Rezensent aus der Heimat von I Prevail ganz anders sieht). Aber vielleicht sind die Amerikaner da anders gepolt.

Anspieltipps: Scars, Come And Get It, Chaos und Already Dead
Heike L.
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