Ian Paice feat. Purpendicular auf „The Banned European Tour 2026“ am 18.02.2026 im Nica Jazz Club, Hamburg

Purpendicular mit Ian Paice begeistern im Nica Jazz Club

Event: The Banned European Tour 2026

Band: Purpendicular feat. Ian Paice

Datum: 18.02.2026

Genres: Hard Rock

Besucher: ca. 300

Ort: Nica Jazz Club, Hamburg

Tickets: 41,75€ VVK, Sold Out

Setlist:

  1. Burn (Deep Purple Cover)
  2. Might Just Take Your Life (Deep Purple Cover)
  3. Walking In The Shadows Of The Blues (Whitesnake Cover)
  4. Bad Attitude (Deep Purple Cover)
  5. No One’s Getting Out Alive
  6. You Keep On Moving (Deep Purple Cover)
  7. Fool For Your Loving (Whitesnake Cover)
  8. Ain’t No Love In The Heart Of The City (Bobby “Blue” Band Cover)
  9. Hush (Joe South Cover)
  10. Pictured Within (Jon Lord Cover)
  11. Perfect Strangers (Deep Purple Cover)
  12. Black Night (Deep Purple Cover)
  13. Smoke On The Water (Deep Purple Cover)
  14. Stormbringer (Deep Purple Cover) 

Knapp fünf Monate, nachdem Ian Paice mit Purpendicular bereits in der Markthalle Hamburg auftrat, kommt die Band nun erneut nach Hamburg. Allerdings in den Nica Jazz Club, der mir bis dato noch gänzlich unbekannt ist. Ich gebe es gern zu: Neues ist nicht zu erwarten – sagte Setlist.fm doch bereits, dass es die gleiche Setlist ist. Leider spielen Purpendicular nur einen einzigen eigenen Song, alles andere sind Deep-Purple– und Whitesnake-Klassiker, eben ganz im Sinne des Tourmottos. Das ist sicherlich auch nicht schlecht, aber es gibt durchaus einige eigene, spielenswerte Songs, etwa von der kürzlich veröffentlichten Scheibe Banned. Trotzdem höre ich die Sachen gern, und die Jungs, die da auf der Bühne stehen, machen ihre Sache durchweg professionell. Ian Paice an den Drums ist ohne Zweifel einer der begnadetsten Rockdrummer, und Robby Thomas Walsh am Mikro, Alessandro Debiaggio an den Keys sowie Murray Gold an der Sechssaitigen und Bassist Nich Fyffe verstehen ihr Handwerk. Der Nica Jazz Club ist mit gut 300 Gästen ausverkauft, und alles ist bestuhlt. Nachdem die Besitzerin des Clubs eine kleine Begrüßungsrede gehalten hat, betreten die Musiker die kleine Bühne. Ian Paice, was für ein Zufall, kommt durch die Tür, vor der ich mich platziert habe. Unter Beifall geht er zu seinem Arbeitsplatz, und dann geht es gegen zehn nach acht los.

Classic-Deep-Purple-Mark-III-Songs eröffnen das Hard-Rock-Potpourri

Purpendicular, Nica Jazz Club, 18.02.2026, Pic: Kay L.

Burn und Might Just Take Your Life aus der Nach-Ian Gillan– und Roger Glover-Zeit sind die ersten zwei Songs. Damals waren Glenn Hughes und David Coverdale eingestiegen, und es begann die kurze Mark III-Phase. Nach dem Album Burn erschien dann noch Stormbringer sowie einige Live-Alben, bis sich das Personalkarussell erneut drehte und Mark IV eingeläutet wurde.  Eigentlich könnte ich an dieser Stelle auf den Bericht vom 27. September 2025 verweisen, denn er ist eins zu eins identisch. Die Setlist, die Ansagen, die Jokes, die Performance. Nun gut, an der einen oder anderen Stelle wird etwas anders improvisiert. Dabei sticht immer wieder Murray Gold an der Gitarre hervor. Ansonsten ist es vor allem Robby Walsh, der sich ein wenig mehr auf der Bühne bewegt. Dabei pustet er sich immer wieder die Haare aus dem Gesicht, während er die Whitesnake– und Deep-Purple-Songs intoniert. Ian Paice ist die sichere Bank im Hintergrund und kann bei einigen Tracks wie Hush durch kurze Soloeinlagen glänzen. Er braucht dafür kein überdimensioniertes Drumset, er macht das mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung souverän und schnörkellos. Bescheiden sitzt er im Hintergrund und lässt die Jungs vorne ihr Ding machen.

Neunzig Minuten voller Klassiker, aber ohne Überraschungen

Purpendicular, Nica Jazz Club, 18.02.2026, Pic: Kay L.

So darf das inzwischen weit vorgerückte Publikum, im Alter wie auch in den Gängen, bei eben Hush mitsingen und auch bei Black Night inklusive Improvisationen von Roadhouse Blues der The Doors und Fever von Little Willie John. Auch hier ist das Publikum textsicher, zumindest bei den Refrains, und singt erwartungsgemäß mit. Viele, gerade Deep-Purple-Tracks, werden mit Szenenapplaus bedacht, so wie bei Pictures Within zu Ehren von Jon Lord und dem natürlich anschließenden Perfect Strangers, bei dem der Italiener Alessandro Debiaggi an den Keys seine Fertigkeit zeigen darf. Es folgt das unverwüstliche Smoke On The Water, auch hier mit viel Publikumsgesang, bevor Ian Paice an den Bühnenrand kommt, sich bedankt, ein, zwei Anekdoten über Hamburg erzählt und dann mit Stormbringer den letzten Song des Abends spielt. Stürmischer Applaus begleitet Ian Paice, der wieder bei mir vorbeimuss. Ich nutze die Gelegenheit und bekomme das einzige Autogramm, das er gibt, auf die Banned-CD. Leider hatte der Merch-Stand kein Vinyl mehr dabei, aber auch so ist das schon schick und selten. Robby Walsh, der direkt dahintergeht, erwische ich so ebenfalls. Den Rest der Band erwische ich später, denn zum Abbau müssen fast alle mit ran. Das ist dann auch der einzige gravierende Unterschied zum Konzert in der Markthalle Hamburg. Anschließend geht es nach Hause.

Fazit: Auch innerhalb von fünf Monaten kann man sich Purpendicular gut noch einmal anschauen. Es macht Spaß und hält die Erinnerung an großartige Musik durch motivierte und talentierte Musiker aufrecht, auch wenn es keine Änderungen in der Setlist gibt.