Ignition – Call Of The Sirens

Was ein Brett!

Artist: Ignition

Herkunft: Duisburg, Deutschland

Album: Call Of The Sirens

Spiellänge: 44:04 Minuten

Genre: Power Metal

Release: 16.05.2020

Label: Roll The Bones Records

Link: https://www.facebook.com/Ignitionmetalmusic/

Bandmitglieder:

Gesang – Dennis Marschallik
Gitarre – Christian Bruckschen
Gitarre – Sebastian Ernst
Bassgitarre – Andreas Leyer
Schlagzeug – Dominik Erbach

Tracklist:

  1. Warrior Of The Night
  2. The Cleansing
  3. Cobra Kai
  4. Reach Out For The Top
  5. Balancing On A Blade
  6. Raise Your Horns
  7. Riding The Drakkar
  8. Marching Into Battle
  9. Call Of The Sirens
  10. Home Again

Seit dem Jahr 2016 sorgt die Band Ignition dafür, dass neben der Flamme für den Stahl auch die für den Metal in Duisburg nicht erlöscht. Und auch, wenn viele Künstler und Bands in der aktuellen Corona-Krise die Veröffentlichung neuer Alben auf Eis gelegt haben, lassen sich die Männer nicht unterkriegen, und es bleibt dabei, dass Call Of The Sirens am 16.05. in digitaler Form und als CD über Roll The Bones Records erscheint. Eine Vinyl-Auflage ist auch geplant, die musste aber tatsächlich verschoben werden und wird zu einem späteren Zeitpunkt über das befreundete Label FTWCTP-Records nachgeholt. Call Of The Sirens ist nach der Debüt-EP aus 2016 und dem Album Guided By The Waves das dritte Release von Ignition.

In der Liste der Bandmitglieder finden sich zwei neue Namen. Die dicken Saiten werden von Andreas Leyer einem Härtetest unterzogen, während Sebastian Ernst die Gitarre von seinem Bruder Mathias übernommen hat. Der war im vergangenen Jahr plötzlich verstorben (R.I.P.), lebt aber musikalisch auf diesem Album weiter, denn er war an einem Großteil der Aufnahmen beteiligt. Trotzdem konnte sich auch Sebastian noch einbringen und steuert nicht nur tolle Soli bei.

Zu Beginn tobt sich erst einmal ohne Vorwarnung – soll sagen, ohne Intro – der Warrior Of The Night aus. Bei dem Tempo, das Ignition hier vorlegen, sieht man ihn förmlich herumwirbeln und seine Feinde einen nach dem anderen zu Boden strecken. Die Fäuste wirbeln zum Gitarrensolo durch die Luft und bämm, Doublebase-Attacke direkt in den Magen, der Gegner geht in die Knie. Abmarsch zu sehr geilen Riffs, der folgende Gegner könnte schon hinter der nächsten Ecke lauern.

Auch mit dem folgenden The Cleansing zeigen Ignition, dass sie es nach wie vor sehr gut verstehen, Härte mit Melodie zu verbinden, mit Tempo- und Rhythmusvariationen das Hörvergnügen hochzuhalten und die Vorfreude darauf, das Ganze dann auch mal live zu erleben, noch zu steigern. So sitze ich aber erst einmal nur an meinem Schreibtisch und verfasse kopfnickend zum sehr geilen Power Metal, den auch Cobra Kai bietet – sehr geile Schlagzeugarbeit! – dieses Review. Wer oder was Cobra Kai ist, würde mich aber mal sehr interessieren… 😀

Reach Out For The Top stößt dann tempomäßig in die Regionen vor, die mir im Powermetal die liebsten sind. Wobei Ignition es, wie schon geschrieben, lieben, das Gaspedal auch mal ein wenig kommen zu lassen, bevor der Bleifuß wieder draufhämmert. Draufhämmern ist ein gutes Stichwort, was Dominik sich hier ein Duell mit dem Gitarrensolo liefert, ist schon sehr geil. Beim Tanz auf der Rasierklinge, den Ignition etwas prosaischer Balancing On A Blade nennen, liefert Dennis meiner Meinung nach seine beste Gesangsleistung auf diesem Album ab. Die Messlatte hängt bei ihm sowieso schon hoch, aber das ist richtig, richtig geil!

Und dann treibt’s mir tatsächlich doch das Grinsen ins Gesicht, denn was Ignition mit Raise Your Horns auf das Album gepackt haben, hatte ich so definitiv nicht erwartet. Früher habe ich solche Songs immer „Sauf-und-Rauflieder“ genannt, und für so etwas sind normalerweise Bands wie Korpiklaani zuständig. Aber Ignition können es viel besser, und bei dem Highspeed, der hier vorgelegt wird, dürfte es im Publikum mächtig rund gehen und auch laut werden, wenn alle lautstark den Chorus mitgrölen. Ich freue mich drauf! \m/

Wahrscheinlich war das der Track, der die Wikinger-Story einleitet, die in der zweiten Hälfte des Albums erzählt wird. Bevor man in See sticht, muss man ja schließlich erst mal ordentlich Met zu sich nehmen. Bei Riding The Drakkar sehe ich dann auch ein Wikingerschiff vor mir, das sich durch Sturm und Wellen kämpft, um zur nächsten Schlacht zu ziehen. Die Männer singen ihre Lieder, während sie die Segel hissen, der Kapitän – in diesem Fall dann mal Dennis – brüllt die Kommandos. Marching Into Battle könnte auch Run Into Battle heißen, denn die Männer haben sich formiert und stürmen auf den Gegner los. Wieder ein sehr geiler Wechsel zwischen Up- und Midtempo mit einem fast schon epischen Chorus – großartige Gitarrenarbeit hier!

In der griechischen Mythologie waren die Sirenen Fabelwesen, die mit ihrem Gesang die Seefahrer anlocken wollten, um sie dann zu töten. Aber die Männer auf dem Schiff widerstehen dem Call Of The Sirens, um abschließend verkünden zu können: Home Again. Die Schlachten sind geschlagen, viele Krieger sind nicht zurückgekommen. Aber die, die wieder bei ihren Familien sein können, sind durch die Hölle und wieder zurück gegangen. Mit diesem sehr groovenden Track geht Call Of The Sirens zu Ende, das war eine sehr kurzweilige dreiviertel Stunde.

Zu meinem Lieblingstrack Raise Your Horns, gibt es leider kein Video, darum hier das zu Warrior Of The Night. Das gesamte Album ist aber ab morgen auch auf Spotify zu finden:

Ignition – Call Of The Sirens
Fazit
Tja, was soll ich noch sagen? Ignition schaffen es mal wieder, das Kopfkino zu eröffnen und mit ihrem mit viel Herzblut getränkten Powermetal bestens zu unterhalten. Ich will den vielen anderen Bands gar nicht absprechen, dass sie auch sehr viel Hirnschmalz investieren, aber bei Ignition merkt man – auch live – dass sie nicht nur mit, sondern auch für die Musik leben, und sie ohne eingehen würden, wie eine Blume ohne Wasser. Wenn sie mit dem Album nicht endlich mal die großen Bühnen entern, dann weiß ich auch nicht.

Anspieltipps: Cobra Kai, Raise Your Horns und Marching Into Battle
Heike L.
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