Iron Mic. am 26.06.2020 in Brunsbüttel

Kiels Metaller von Tyson geben ein Akustik-Kneipenkonzert

Eventname: Tyson Goes Acoustic

Band: Iron Mic.

Support: keiner

Ort: Gitta´s Erlebnisgastronomie, Brunsbüttel

Datum: 26.06.2020

Kosten: Eintritt frei

Zuschauer: etwa 50

Genre: Acoustic Metal

Links: https://www.facebook.com/events/1808050102659800/
https://www.facebook.com/ironmic.hwm/

Setliste:

  1. Watch Your Back
  2. Social Time Bomb
  3. No Class
  4. Breaking The Law
  5. Knockout
  6. House Of Fire
  7. Don´t Lose Your Head
  8. Thin Ice
  9. Breaking The Unbreakable
  10. To Cross The Line
  11. Water In Your Hands
  12. One-Of-A-Kind
  13. Master Of The Wind
  14. Hide Your Heart
  15. Rebell Yell
  16. Rockin In The Free World
  17. Nothing Left To Prove
    Zugaben:
  18. House Of Fire
  19. Hide Your Heart

Seit einem Vierteljahr keine Konzerte mehr: Bands, Veranstalter und Clubs sind am Boden. Viele werden da jetzt bei den Lockerungen der Regierung kreativ und suchen sich legale Wege aus der Krise und fangen ganz klein wieder an.
So führt uns heute der Weg von Kiel, dem einen Ende des Nord-Ostsee-Kanals, an das andere Ende des Kanals, nach Brunsbüttel. Die kleine Bar von Gitta, „Gitta´s Erlebnisgastronomie„, ist liebevoll eingerichtet und immer an guter Musik interessiert. Heute ist sie Schauplatz eines der seltenen Kneipenkonzerte von Iron Mic.. Allerdings stand dieser Termin schon lange fest. Durch die Pandemiebestimmungen war bisher nur unklar, in welcher Form er stattfinden würde. Oliver Teschner, der Drummer der Band, ist gebürtiger Brunsbüttler und fädelte dieses Konzert vor langer Zeit ein. Oliver spielt seit 2012 nicht mehr bei Tyson, sondern bei Casket Inc., einer Metalband aus der Region Dithmarschens. Er lässt es sich aber nicht nehmen, bei Iron Mic. die alten Verbindungen hoch leben zu lassen.

Iron Mic. vor dem Auftritt v.l.: Pierre, Oliver und Kochi

Die laute Kieler Thrash Metal Band Tyson hat bereits 2019 diesen leisen Ableger bekommen. Bei der Übertragung der deftigen Tyson Songs auf Westerngitarre, Akustikbass und abgespeckten Drums entstanden wahre melodiöse Perlen. Songs von Bands, die die Gruppe über die Jahre beeinflusst haben, werden dazu gecovert und neu arrangiert. So auch heute.

Los geht es mit Watch Your Back von Tyson´s 2008er EP. Pierre Dapper hat ganze Arbeit geleistet. Seine Arrangements auf Akustik passen und bringen Spaß. Das kommt bei den eigenen Tyson Songs besonders gut. André „Kochi“ Koch singt nicht nur, sondern hat auch den Part des Akustikbasses übernommen. Spätestens beim Judas Priest Cover Breaking The Law hat er das Publikum im Griff. Ab und zu mal ein kleines Späßchen in der Ansage gehört dazu. Mit der Frage „Habt ihr Talent oder seid ihr Dithmarscher?“ holt er sich die lautesten Lacher ab. Tyson und Iron Mic. sind bisher reine Livebands. So ist es nicht verwunderlich, dass der Großteil des Publikums erst bei Water In Your Hands anfängt, die Tyson Songs zu feiern. Es ist das bisher einzige offiziell erschienene Video der Truppe. Auch auf Merch und eine CD wurde bisher verzichtet. Die Corona-Auflagen werden dann bei Hide Your Heart, einem Kiss Cover, auf eine harte Probe gestellt. Alles kein Problem, die Masken werden herausgeholt und erst dann mitgesungen.

Der Chef der Noten: Pierre

Auch auf das Tanzen wird, auch wenn es manchem schwerfällt, verzichtet. Wenn Rebell Yell von Billy Idol erklingt, weiß der Tyson Fan, dass das Konzert sich dem Ende neigt. So ist es auch heute. Die letzten Songs werden angesagt. Rockin In The Free World ist sonst ein absoluter Stimmungsmacher. Heute kommt das Neil Young Gitarrensolo auf Pierres Westerngitarre nicht so gut. Mit dem Neofolk Klassiker Nothing Left To Prove von Chuck Ragan endet der offizielle Teil. Natürlich werden Zugaben gefordert. Mit House Of Fire und Hide Your Heart werden die am meisten beklatschten Songs noch einmal wiederholt. Wieder kommt aus dem Publikum die Frage nach CDs. Kochi meint, er habe noch ein paar AC/DC CDs, die wegmüssten und hat die Lacher auf seiner Seite. Leider endet so ein vergnüglicher Konzertabend nach nur 77 Minuten.

Fazit: Es ist nicht das gleiche wie vor der Pandemie, aber ein spaßiger Ersatz. Die Band kann wieder auftreten, die Bar generiert wieder Kundschaft und die Zuschauer bekommen unterhaltsame Livemusik. Wir waren den Umständen entsprechend zufrieden und probieren morgen ein Autokinokonzert…

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