Jess And The Ancient Ones – Vertigo

Finnischer Psychedelic Rock mit einer Menge Spirit

Artist: Jess And The Ancient Ones

Herkunft: Kuopio, Finnland

Album: Vertigo

Genre: Psychedelic Rock, Progressive Rock, Occult Rock

Spiellänge: 40:24 Minuten

Release: 21.05.2021

Label: Svart Records

Link: https://www.facebook.com/jessandtheancientones

Bandmitglieder:

Gesang – Jess
Gitarre – Thomas Corpse
Bass – Fast Jake
Schlagzeug, Percussion – Yussuf
Keyboards, Orgel, Synthesizer – Abraham

Tracklist:

  1. Burning Of The Velvet Fires
  2. World Paranormal
  3. Talking Board
  4. Love Zombi
  5. Summer Tripping Man
  6. Born To Kill
  7. What’s On Your Mind
  8. Strange Earth Illusion

Svart Records bringt am 21.05.2021 das lang erwartete vierte Album der finnischen Psychedelic/Occult/Progressive Rocker Jess And The Ancient Ones auf CD, schwarzem Vinyl und in den beiden limitierten Vinylausgaben green und green smoke heraus. Vertigo ist der Nachfolger des hochgelobten 2017er Albums The Horse And Other Weird Tales.

Die ehemals 2010 in Kuopio (Finnland) als Septett gegründete Psychedelic Rock Combo ist bekanntermaßen bereits seit dem Vorgänger The Horse And Other Weird Tales auf ein Quintett geschrumpft und setzt ganz im Stile dieser Platte ihren Trip durch die Endsechziger und beginnenden Siebziger fort.

Dominiert wird die psychedelisch angehauchte Mucke ganz stark von einem genialen Orgelklang und noch viel mehr von der Stimme der Sängerin Jess. Bandgründer, Gitarrist und Hauptsongwriter Thomas Corpse sagte einmal über Jess: „In dem Moment, als Jess den Mund öffnete und anfing, die Lieder zu singen, wusste ich sofort, dass dieses Mädchen wirklich verdammt gut war.“ Ich würde diese Aussage schon als fast untertrieben bezeichnen! Aber nicht nur, was die junge Dame auf dem Album fabriziert, ist verdammt gut, sondern die komplette Band und eben diese Songs aus der Feder von Thomas Corpse besitzen einen unheimlichen Spirit.

Jess And The Ancient Ones zeigen sich auf Vertigo unheimlich vielseitig. Trotz unterschiedlicher Akzentuierungen der einzelnen Songs kommt das Album wie aus einem Guss rüber. Schnell ist man dem Album verfallen. Ich muss nochmals Thomas Corpse zitieren: „Für mich klingt dieses Album wie ein dunkles Pferd – ein Bruder des vorherigen Albums. Es gibt ein seltsames, bedrohliches Gefühl, das über dem gesamten Album schwebt. Vielleicht ist es das Gefühl der Nostalgie, das sich aus den Texten ergibt.“ Ja, genau, die Songs geben ein besonderes Feeling. Psychedelisch, manchmal okkult, mit einem Schuss progressiv obendrein.

Mit dem Opener Burning Of The Velvet Fires brennt das Feuer auf Vertigo schon lichterloh. Ich bin direkt drin und muss aufpassen, dass ich nicht verbrenne. Jess und ihre Mannen haben mich mit ihrem Samtfeuer heißgemacht. Die Stimme, die Orgel, geile Gitarren, ein Schuss Heavy Rock – what a feeling!

World Paranormal ist etwas ruhiger und fließt locker vor sich hin. Das Talking Board ist dann eine magische, okkulte Angelegenheit. Ein betörender Rhythmus und sogar ein Schuss Doom. Die Orgel ist durchaus bedrohlich. Love Zombi eröffnet zwar mit einem gruseligen soundtrackartigen Sound, but: „I’m not Dead“. Der Song wird zu einer tanzbaren, jazzig-poppigen Rocknummer, in der sich Jess gesanglich genial hervortut und dem Song fast soulmäßig den Stempel aufdrückt.

Anschließend geht es auf einen außergewöhnlichen Trip mit dem Summer Tripping Man. Ab auf die Bikes und auf geht es mit Schwung. Born To Kill ist ein Killer von einem Song und recht heavy. Ein Stück Heavyness wird aus dem folgenden What’s On Your Mind wieder herausgenommen. Die Stimme, und gerade auch die Orgel, spülen da aber einiges durch.

Strange Earth Illusion ist der gewaltige, elfeinhalbminütige Abschluss auf Vertigo. Ziemlich schwer, mit einer Menge Anziehungskraft. Mystisch, magisch und genial ausufernd wird hier Jess in Szene gesetzt. Strange Earth Illusion ist ein Trip, auf dem uns Jess And The Ancient Ones regelrecht mitnehmen. Magisch kommen die „Spoken Words“ daher, die den Song noch ein Stück entrückter machen.

Jess And The Ancient Ones – Vertigo
Fazit
Vertigo ist psychedelisch, manchmal okkult, mit einem Schuss Progressive obendrein. Ein Album wie aus einer anderen Welt/Zeit. Jess And The Ancient Ones betören mit ihrem Psychedelic Rock. Zu dem Album kann man nichts treffender sagen, als Songwriter Thomas Corpse selbst: „Für mich klingt dieses Album wie ein dunkles Pferd … Es gibt ein seltsames, bedrohliches Gefühl, das über dem gesamten Album schwebt.“

Anspieltipps: Talking Board, Love Zombi und Strange Earth Illusion
Juergen S.
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