Landmvrks am 17.06.2025 in der Garage in Saarbrücken

Großartiges Line-Up, noch bessere Headliner bringen die Garage ganz schön ins Schwitzen

Bands: Sperling, Stray From The Path, Paleface Swiss, Landmvrks

Ort: Garage, Bleichstraße 11-15, 66111 Saarbrücken

Datum: 17.06.2025

Kosten: 48,50 Euro zzgl. VVK Gebühr

Besucher: Ca. 1000 (ausverkauft)

Genre: Indie, Post-Hardcore, Hardcore, Punk, Deathcore, Metalcore

Veranstalter: Saarevent GmbH

Link: https://saarevent.com/

Setlist Landmvrks:

  1. Creature
  2. Death + Drew
  3. Blistering
  4. A Line In The Dust
  5. Visage
  6. Sulfur
  7. Sombre 16
  8. Say No Word + Zelli
  9. Tired Of It All
  10. Scars
  11. Suffocate
  12. Lost In A Wave
  13. Rainfall
  14. Blood Red
  15. Self-Made Black Hole

Es ist Dienstagabend in Saarbrücken, es ist warm, ein schöner Sommertag. Kurz vor Beginn um 19 Uhr herrscht vor der Garage noch ordentlich Trubel. Der Nightliner parkt vor dem Club, draußen stehen einige Fans. Drinnen ist der Laden auch schon gut gefüllt. Die Garage ist ausverkauft. 1.000 Köpfe freuen sich auf das unglaublich gute Line-Up, das heute Abend geboten wird. Alle haben richtig Bock. Irgendetwas Besonderes liegt in der Luft, ich kann es nicht beschreiben, aber es fühlt sich so an, als ob alles zusammenpasst heute. Ich bin auf alle Fälle richtig guter Dinge und freue mich riesig, Landmvrks in einer kleinen Clubatmosphäre endlich einmal live sehen zu können. Zwischen den Festivals stehen auf ihrer Agenda ein paar wenige Clubkonzerte, bevor es im Dezember dann auf eigene Headliner-Tour durch Europa geht. Nach Veröffentlichung von The Darkest Place I’ve Ever Been, Ende April 2025, gleiten die fünf Jungs aus Marseille gerade auf einer Erfolgswelle und gewinnen mit jeder Show neue Fans, wenn man dies an den Followerzahlen in den sozialen Medien bemessen will. Was auf Platte schon von vielen gefeiert wird, sollen die Jungs mit ihren Liveauftritten wohl noch toppen. So sind vor Ort schätzungsweise ca. 70 Prozent aller Leute anwesend, die schon mindestens ein Konzert von Landmvrks besucht haben, was ich feststelle, nachdem Florent Salfati während des Auftrittes fragt, wer die Band schon einmal live gesehen hat. Auch die Vorbands, die heute Abend auftreten werden, können sich mehr als sehen lassen. Ein Geschenk für Hardcore und Deathcore Fans. Sperling, Stray From The Path und Paleface Swiss.

Sperling – 2025 – Saarbrücken

Sperling, von denen ich zugegebenermaßen noch nicht viel gehört habe, beginnen um 19 Uhr. Die junge Band aus dem Hunsrück kombiniert Post-Hardcore mit deutschen Texten und für das Genre einem ungewöhnlichen Instrument: ein Cello – gespielt von Luca Gilles. Es trägt die melancholischen Töne, während Sänger Jojo Gauch zwischen emotionalem Sprechgesang und wütenden Shouts pendelt. Unterstützt wird er von Malte Pink an der Gitarre und Josh Heitzer am Schlagzeug. Songs wie Es Geht, November und Baumhaus holen das Publikum direkt ab – lyrisch stark, musikalisch sehr harmonisch und kraftvoll, ein gelungener Einstieg. Nach etwa einer halben Stunde ist dann Schluss.

Strayfromthepath – 2025 – Saarbrücken

Stray From The Path aus Long Island, New York, betreten um 19:50 Uhr die Bühne. Die vier, Drew Di Jorio (Gesang), Tom Williams (Gitarre), Anthony Altamura (Bass) und Craig Reynolds (Schlagzeug), liefern wie gewohnt ab: Hardcore-Punk mit politischer Kante. Sie spielen Songs wie Guillotine, Clockworked oder Goodnight Alt-Right. War das Publikum bei Sperling noch zurückhaltend, öffnen sich nun die ersten Pits und die ersten Fäuste fliegen, genau wie die ersten Crowdsurfer, über die Köpfe des Publikums hinweg. Stray From The Path reißen die Garage als zweite Vorband schon auseinander und beim ersten Song wird mir schon klar, der Abend hat sich jetzt schon gelohnt. Sie spielen wie immer so, als ob jeder Auftritt ein Befreiungsschlag ist. Ende des Jahres haben sie leider ihre Auflösung angekündigt. Ich bin froh, sie noch einmal live zu sehen. Heute, jetzt und hier. Es ist mir ein großes Fest.

Palefaceswiss – 2025 – Saarbrücken

Es ist nun kurz vor 21 Uhr, als Paleface Swiss loslegen – Müdigkeit kommt nicht auf. Im Gegenteil: Die Band aus Zürich rund um Sänger Marc „Zelli“ Zellweger, Gitarrist Yannick Lehmann, Bassist Tommy Lee und Drummer Cassiano Toma walzt mit einer dicken Soundwand durch die Garage. Als ich noch dachte, den Auftritt von Stray From The Path kann man nicht toppen, kommen die Schweizer und legen noch mal eine Schippe drauf. Songs wie Hatred, Best Before: Death oder Please End Me treiben das Publikum an und Fans des Beatdown und Slam Freudentränen ins Gesicht. Ich bin begeistert von der Energie, die Marc Zellweger auf die Bühne bringt. Ich würde sie als standhaft, düster und sehr präsent bezeichnen.

Landmvrks – 2025 – Saarbrücken

Dann ist es endlich so weit: Landmvrks kommen nach kurzer Umbaupause auf die Bühne. Die ersten Töne des Intros vor dem Rappart von Creature ertönen und die Band – bestehend aus Florent Salfati (Gesang), Nicolas Exposito und Paul „C.Wilson“ Cordebard (Gitarren), Rudy Purkart (Bass) und Kévin D’Agostino (Drums) springen auf die Bühne. Florent legt währenddessen schon mit dem Rappen los. Als I Am The Creature ertönt, gibt es kein Halten mehr. Die Garage kocht. Beim ersten Song landen schon die ersten Crowdsurfer im Graben. Beim dritten Song Blistering wird das Publikum dann aktiv dazu aufgefordert und die Fotografen dürfen auch nur noch von der Seite des Grabens aus fotografieren, damit wir durch die Crowdsurfmenge nicht verletzt werden oder die Securitys behindern. Beim zweiten Song Death kommt Drew mit auf die Bühne. Die ersten drei Songs haben den Grundstein für einen fantastischen Auftritt gelegt. Es geht weiter mit A Line In The Dust. Salfatis Gesang wechselt mühelos zwischen Cleans, Shouts, Screams, Rap-Parts und klaren Melodien. Er hat eine unfassbare Bühnenpräsenz, die das Publikum schnell verzaubern lässt. Ich glaube, darin liegt auch ein Stück der Faszination, die viele für die Band entwickeln. Die Breakdowns sitzen, besonders bei Sulfur! Hier wird dann die Wall of Death auf ein Maximum ausgedehnt und das Konzert hat hier den Peak. Die Setlist bietet eine gute Balance aus alt und neu – aus ruhigeren und härteren Parts. Bei Sombre 16 wird wie gewohnt von Florent auf eine Leinwand das V mit Graffiti gesprüht. Danach spielen sie Say No Word an und Zelli leistet der Band auf der Bühne Gesellschaft,

Das Energielevel lässt bei den nächsten Songs ein wenig nach, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Bei Suffocate steht Florent dann wie gewohnt zunächst alleine auf der Bühne. Nur er, die Gitarre, sein Gesang, dabei die Scheinwerfer auf ihn gerichtet. Das Publikum singt laut mit und ist in seinem Bann gefangen. Zumindest geht es mir so. Nachdem sich die Menge bei den unmenschlichen Temperaturen in der Halle kurz erholen kann, geht es gleich danach mit Lost In Waves, gefolgt von Rainfall wieder mit Vollgas weiter. Mit Self-Made Black Hole zum Abschluss gibt es dann noch mal einen Höhepunkt. Moshpits, Crowdsurfer, fliegende Fäuste. Ein Abend in allerbester Hardcore-Manier. Die Setlist ist für meinen Geschmack perfekt abgemischt. Sie hat eine gute Dynamik und trägt das Publikum perfekt wie auf einer Welle durch das einstündige Set. Das Licht geht an und ich schaue in viele klitschnasse, kaputte aber glückliche Gesichter. Das Gefühl, dass ich am Anfang hatte, hat sich am Ende des Abends bestätigt. Es war einer dieser Abende, an dem einfach alles zusammenpasst.