Lead Injector – Witching Attack

20.02.2026 - Thrash Metal - High Holler Records- 45:43 Minuten

Aus Dresden stammt die Formation Lead Injector. Dieses recht junge Trio, bestehend aus Jason (auch Panzerkreuzer), Leo (auch Saturnebula) und Justus, ist seit dem Jahre 2022 unterwegs und geht einen Weg, wie man ihn eben gehen muss. Erst einmal ordentlich proben und dann ein Demo raushauen. Dieses erschien im Jahre 2024. Demo erledigt, Mund abwischen, weitermachen. 2025 wurden dann zwei Singles veröffentlicht und man konnte einen Deal mit High Holler Records ergattern. Dieser Deal führte unter anderem dazu, dass man nun im Jahre 2026 das erste vollständige Werk in den Händen halten kann. Witching Attack wurde es getauft, und ich bin mal gespannt, was uns erwartet.

Siege Upon Heaven kommt natürlich erst einmal mit einem kleinen, bedrohlichen Intro. Synthieklänge werden von der Gitarre begleitet und dann geht es sofort ins Geschehen. Wildes, speediges und thrashiges Riffing bestimmt die Tagesordnung und die Vocals erinnern an die Zeit, als Black/Thrash/Speed Metal noch eine Suppe war und man nicht unbedingt große Unterschiede herausgehört hat bzw. es keine Trennung der Spielrichtungen gab. Das Tempo hier ist schön hoch und man ist auf komplettem Angriffskurs. Man verringert immer ein wenig, aber ansonsten wurde die Devise „Attacke“ herausgegeben. Dann nimmt man Fahrt auf und liefert einen schönen, beinahe blackigen Midtempo-Groove. Passt und macht Spaß, auch wenn nicht gerade innovativ. Der nachfolgende Heavy-Part kommt einem auch schon bekannt vor, aber das stört überhaupt nicht. Setzt sich schön fest. Der thrashige Krachspaß wird dann wieder aufgenommen und man treibt und treibt, sodass die Sau das Dorf schon wieder verlassen hat. Der screamige Gesang ist absolut aggressiv und an einigen Stellen dunkler. Passt sehr gut ins Gesamtbild. Hier und da werden auch Slayer-Zitate verwendet, darf ja auch irgendwie nicht fehlen, logo.

Sacrifice This Bitch folgt und die Reise geht weiter. Erst einmal startet man mit cleanen Tönen. Kurz und schön bedrohlich. Drumschlag und Gitarre vorweg und dann in einen Achtziger-Midtempo-Groove. Das Ganze ist dreckig und auch hier hört man, dass der Teutonen Thrash Metal sehr von Motörhead und Venom beeinflusst wurde. Die Jungs nehmen dann nach kurzer Zeit schöne Fahrt auf und liefern ein fetziges Uptempo dazu. Nicht nur gesanglich geht man da in Richtung Sodom, gar keine Frage. Das Gelsenkirchener Urgestein muss man beim Songwriting der Band Lead Injector unbedingt im Hintergrund haben, besonders beim Refrainpart und dem späteren Solo. Das klingt schon verdächtigt, allerdings, wenn sie dann den schnellen Part herausholen, gehen sie eine Stufe weiter. Der Refrain erklingt noch einmal und alle können und dürfen Sacrifice This Bitch noch einmal mitschreien und sich daran erfreuen. Der cleane Beginn beendet auch den Song. Jo, kann man machen.

Herumteutonen

VentorKreator-Erinnerungs-Tombs leiten den Song Evil Executioner ein und man bleibt sich und der Szene treu und teutont sehr viel herum. Die Musik hat damals wie heute sehr viel mit mir gemacht, drum bin ich der Meinung, es sollte ein Verb namens „herumteutonen“ geben. Ich werde es einmal bei dem Herrn Duden beantragen. Sei es drum. Dieser druckvolle und old schoolige Midtempogroove ist wieder absolut lecker. Dann zockt die Gitarre vorweg, ein Uuuhh erhallt und man holt den Hammer heraus. Hervorragend, so muss das sein. Dieses ist natürlich wenig innovativ, obwohl die Burschen es draufhaben, mehr als ein Klon zu sein. Ein bisschen Destruction ist auch mit dabei. Egal, denn es soll ja nur Spaß machen und einen mitnehmen. Das passiert hier absolut, und das ist auch gut so. Klaro, an die großen Meister kommt man nicht heran, aber man ist wesentlich mehr als eine Hommage-Band. Dafür ist das Songwriting echt sehr stark, wie ich finde.

Der Namensgeber des Albums, Witching Attack, ist dann eine kurzfristige Angelegenheit. In knappen zwei Minuten fliegt man über den Platz und lässt dem Motörhead-Einfluss freien Lauf. Besonders das Anfangsriff kann mich hier mitnehmen.

Wie gesagt, so ganz kann man nicht mit den Heroes mithalten. Nicht jeder Song ist eben extrem geil, aber jeder hat etwas Besonderes. Chains kommt mit hohen Screams, einer fetten Speed-Metal-Attitüde und Rock ’n‘ Roll-Feeling. Gute Riffs sind dabei, können mich aber nicht ganz so überzeugen. Heißt aber ja nicht, dass der Song schlecht ist.

Angel Destructor mit dem geilen Schlagzeug-Anfang kann mich im Gegensatz komplett abholen. Dieser schöne, fast durchgehende Rhythmus und der Refrain-Moment haben was. Schön dreckig, eigentlich auch recht stumpf, aber eben geil. Immer weiter und weiter. Absolut schön treibend und so schön old schoolig. Da bleibt kein Auge trocken. Das Solo ist nichts Besonderes, aber geil, und gleich danach treibt man es weiter bunt im Dschungel des Teutonen Thrash Metals. Wer hier keine gute Laune bekommt, sollte die Musikrichtung wechseln. Vielleicht ein wenig zu lang, aber ansonsten richtig fett.

Und so jagen sie von Song zu Song und machen einen Hasen wie mich durchaus happy. Das herumteutonen klappt sehr gut und dürfte besonders Freunde von Sodom, aber auch anderen Teutonen wie Venom und Motörhead erfreuen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Lead Injector – Witching Attack in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Lead Injector – Witching Attack
Fazit zu Witching Attack
Die Band Lead Injector aus Dresden knallt, lässt Geschichte wahr werden und unternimmt eine Reise in die Vergangenheit. Damals, als gerade Bands wie Sodom und Destruction den Einfluss von Motörhead, Venom und Speed Metal dazu genutzt haben, eine eigene Musikrichtung zu entwickeln. Diesem sogenannten Teutonen-Thrash frönen eben auch diese Zeitgenossen und machen ihre Sache mehr als ordentlich. Das rumpelt und scheppert an allen Ecken und Kanten und macht absolut Laune. Logischerweise erreicht das Songwriting nicht die Qualität der gerade genannten Bands, aber man ist auch weit davon entfernt, ein einfacher Klon zu sein. Schöne Mischung aus Black Metal der ersten Welle, Speed Metal und Motörhead-Vibes. Ein Album, welches live wahrscheinlich sogar noch besser funktioniert, als auf Album. Freunde des Old School Thrash können bedingungslos zuschlagen!

Anspieltipps: Siege Upon Heaven und Angel Destructor
Michael E.
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