Lejana: neues Album am 10. August

Es ist so etwas wie ein Statement für die Echtheit: Am 10. August erscheint das bislang zweite Album von Lejana, XII Bestias über Outofline/Rough Trade – und auf ihm zwölf Songs zwischen Chelsea Wolfe und Tito And Tarantula, zwischen New Wave und Wüstenrock, gegen den dauerfröhlichen Selbstdarstellungszwang und für das ehrliche Bekenntnis zu den eigenen Gefühlen.

Hinter Lejana verbirgt sich die deutsche Schauspielerin Linda Marlen Runge. „Ich habe das Gefühl, dass echte Gefühle zu zeigen in unserer Welt nicht mehr wirklich gewollt wird. Irgendwie ist alles mehr Schein als Sein“, meint die Sängerin und Serienstar aus dem deutschen Fernsehen.

Um sich dem entgegenzustellen hat sie mit ihren drei mexikanischen Bandkollegen ein mutiges, häufig düsteres, vor allem aber extrem intensives Album aufgenommen. Zwischen verträumter Stimmung und tanzbaren Power-Grooves ist Musik entstanden, die die Magie ihrer Aufnahmeorte Guadalajara, Berlin, Los Angeles und der legendären Sonic Ranch in Tornillo, Texas, kraftvoll und speziell einfängt. Wüste und Großstadtmelancholie verschmelzen zu einem Sound aus vielen Schattierungen und Emotionen, in dem die Band den Hörer ihren absoluten Willen zur Ehrlichkeit spüren lässt.

Guadalajara. Berlin. Los Angeles. Drei Orte, die die Arbeit an dieser zweiten Platte trotz der Ferne beeinflusst haben – durch ihre Kreativität, ihre unterschiedlichen Vibes und die Freiheit, Gedanken und Gefühle zu Liedern werden zu lassen, die wiederum von all diesen Eigenschaften geprägt sind.

Eine Rock’n’Roll-Band, die nicht nur in die Genre-Schublade gesteckt werden kann, sondern muss – weil sie neben der Musikrichtung vor allem auch diesen Lifestyle der 80er leben. Livin´ la vida loca. Die perfekte Symbiose entsteht durch die Ursprünge der Mitglieder: Li Mar schenkt nicht nur der Musik ihre wunderschönen Stimmharmonien und tiefen Texte, sondern belebt das Ganze auch mit einer unverkennbaren „punk attitude“, die ihr offensichtlich teils bereits in die Wiege gelegt und teils zwischen Marburg und Berlin erlernt wurde. All das wird vor allem durch den mexikanischen Hintergrund der Musiker Eder Perales, Isaac Fernandez, Daniel Barrera Sepulveda und Saul Ledesma zu Lejana – einer Band, die vielmehr eine Leidenschaft ist, eine Familie.
Über vier Jahre dauern die Arbeiten an dem Debüt-Nachfolger XII Bestias und es wachsen zwölf Biester verpackt in zwölf Songs; irgendwo dazwischen versteckt sich der Mexican Devil, der immer wieder einen Weg findet, auszubrechen. So entsteht ein Album, das keine Grenzen kennt und Post-Punk, New Wave, Rock’n’Roll und Dream-Synth-Pop miteinander verbindet als sei es eins – ineinandergreifend insbesondere durch das Symbol der Dunkelheit, die Nacht. Nicht nur der Sound ist aufwühlend komplex, sondern auch die Lyrics. XII Bestias entführt auf eine Reise in die mexikanische Wüste, die sich wie ein roter Faden durch alles Bestehende zieht. Bullet ist nicht nur der erste Song, die erste Single, sondern tatsächlich die Exposition, wortwörtlich die Voraussetzung der freien Entfaltung der weiteren inneren Dämonen und Biester. Ein innerlicher Konflikt.

Plötzlich fühlt man sich entführt in Quentin Tarantinos Mastermind, um die Irrungen und Wirrungen zu verstehen – doch es wird immer deutlicher, dass hier keinerlei ‚Kitsch‘ vorhanden ist und die Band vollster Überzeugung hinter dem Sound und der Landschaft Mexikos steht. Ruhelos, verfolgt, gehetzt. Wahrnehmungen, die die Wüste des Landes mit sich bringt und die in den Songs leben und beim Hören einnehmen. Dead serious. XII Bestias ist ein Heilungsprozess, der Schmerzen erzeugt und die eigenen Biester erweckt.
Let’s release the beasts. Rock’n’Roll can never die.

Das Album XII Bestias kommt am 10. August.
Eine Tour ist in Planung.

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