Marionette – Nerve

“Traumwelten!“

Artist: Marionette

Album: Nerve

Spiellänge: 44:10 Minuten (ohne die beiden letzten Titel]

Genre: Melodic Death Metal

Release: 05.12.2011

Label: Listenable Records

Link: http://www.marionette.se/

Klingt wie: Necrodemon, Hellions

Bandmitglieder:

Gesang – Axel Widdén
Gitarre – Aron Parmerud
Gitarre – Johan Sporre
Bass – Mikael Medin
Keyboard – Linus Johansson
Schlagzeug – Jimmy Olausson

Trackliste:

  1. From Marionette With Love
  2. Stand In Line
  3. ACT Of Violence
  4. Remember Your Name
  5. A New High
  6. Something Forgotten
  7. Smile Or Dy Trying
  8. The Last
  9. När Du Ruttnar Bort
  10. Brand New Day
  11. Lights Out
  12. Overdose (nur auf dem Physical Album)
  13. The Sun, The Skies, The Clarity And Light (nur auf dem Physical Album)

Cover_Marionette_Nerve
Marionette ist sicher kein Puppenspiel für Kinder, sondern eine melodische Death Metal Band aus Schweden. Seit mehreren Jahren spielt sich die Truppe in die Herzen der Fans und legt mit einem neuen Album nach. Nerve hat genauso einen knackigen Namen wie die vorigen Veröffentlichungen und will an den Erfolg anknüpfen. Das Sextett befindet sich derzeit auf Tour und wird noch einige Konzerte geben, unter anderem auch in Deutschland.

Das neue Album ist äußerst melodienreich und hat einiges an Abwechslung zu bieten. Beginnend mit dem vielseitigen Keyboard, welches vorrangig zur Ergänzung dient und dennoch Emotionen hervorrufen kann und somit einen wesentlichen Teil zum Grundcharakter der Musik beiträgt.

Das harte Riffing vermittelt Aggressivität und steht mit dem fetten Schlagzeug im Einklang. Heftige Doublebass mit Blastbeat-Techniken werden hier angewendet. Zeitweise fühlt man sich in die Welt des Gothic Metals entführt, denn es wird auf Weichheit geachtet und nicht auf Brutalität.

Auch finden sich Stilmittel anderer Genres, beispielsweise im Song Stand in Line, wird es etwas powervoll und hymnenhaft. Spannungsbögen werden perfekt initiiert und Highlights werden in den Songs präzise gesetzt. Die Stimme des Frontmannes Axel ist ein rauchiger Shout, der in einigen Songs durch den Gitarristen Johan durch tiefen Growl verstärkt wird.

Zudem lassen sich fließende Titelübergänge festlegen und das Album erstrahlt in einem großen Ganzen ohne Abriss der Stimmung. Ebenfalls gibt es Passagen, die aus klaren Gesangsabschnitten bestehen und wieder Abwechslung hineinbringen. Es wird viel auf die Atmosphäre geachtet und eine mystische, aber auch zeitweise sehr brachiale Aura geschaffen.

Something Forgotten lässt dem Keyboard eine Menge Raum zur Entfaltung und es werden psychedelische Klänge angeschlagen.

Marionette verstehen es, neue Facetten einzubringen und jedem Song einen eigenen Charakter zu geben, sodass es nie gleich klingt. Rhythmuswechsel sowie kurze Soli finden ebenso Einzug in die Platte wie kurze Breaks. Die Synthesizer regen sehr zum Träumen an und man kann sich in den Klangwelten verlieren. Durch die Brücken, die die Songs miteinander bilden, kann man als Hörer beobachten, dass man stark und kraftvoll beginnt und mit Fortschreiten des Albums immer ruhiger wird.

Fazit: Marionette sind keine stilgetreue Death Metal-Band, sondern bewegen sich sehr im psychedelischen Bereich, der eher in Richtung Gothic geht. Der Gesang ist sicherlich in den Shoutphasen aggressiv und passend, aber die Cleanpassagen nehmen dieses Gefühl sofort wieder. Im Allgemeinen ist die Platte durchzogen von Melodie und sanftem Riffing, welches durch kurze Explosionen aufgelockert wird. Wer die Schweden kennt, wird Nerve lieben und sollte sich die Scheibe direkt zulegen. Anspieltipps: Something Forgotten, The Last
Nadine S.
7
7
Weitere Beiträge
Derek Sherinian – The Phoenix