Nachdem wir in den vergangenen Tagen über Mike Shinodas Socials bereits ausgiebig Kontakt mit der Sockenpuppe Boris und seiner unerschrocken-frechen Art hatten, bekommt der flauschige Kollege nun die volle Bühne – im Musikvideo zu Ghosts, einem weiteren Vorboten von Shinodas kommendem Solo-Debütalbum Post Traumatic. Und er hat einen Socken-Sidekick, die leibreizende Miss Oatmeal.

Die ersten Worte des Videos gehören allerdings Mike Shinoda: Vor seinem Computer sitzend, scheint er gerade einen Video-Call zu führen. Die Kamera fängt einen Moment ein, in dem er über die Monate nach dem Tod von Chester Bennington reflektiert und feststellt: „I’ve had enough hard days. It’s like, if I wake up and I feel good I shouldn’t feel guilty about having fun, you know?“. Und genau das – eine unbeschwerte, spaßige Angelegenheit, ist das Video dann auch, in dem neben Boris und Miss Oatmeal diverse Grafiken, Basteleien und Visuals den Bildschirm bevölkern. Regisseur und Produzent des Clips ist einmal mehr Mike Shinoda selbst.

Im Song selbst singt Mike Shinoda davon, wie er tagsüber versucht, so etwas wie ein normales Leben zu führen – und nachts doch ständig die Erinnerungen wiederkommen, die er jedoch inzwischen als wichtigen Teil seiner selbst annimmt und wertschätzt: „And when the lights go down / I see things I can’t explain / Calling out my name / The lights go down / Holding every memory close / Tonight is for our ghosts“.

Post Traumatic lautet der Titel des kommenden Solo-Debütalbums von Mike Shinoda, auf dem er schwerpunktmäßig die emotional turbulenten Monate nach dem Tod seines Freundes und Linkin-Park-Bandkollegen Chester Bennington im Juli 2017 verarbeitet. Der nun veröffentlichte Vorbote Running From My Shadow ist so ein Fall – schon der Songtitel suggeriert, dass Mike versucht, vor etwas Düsterem davonzulaufen. Der Text geht ins Detail: „There are times when I kick myself/ Say I’m not sick but I can’t get well/ Say I got this while I chase my tail/ As if they can’t tell/ I’m running from shadow.“

Glücklicherweise hat Shinoda jedoch entlang des Weges auch Menschen getroffen, von denen er sich verstanden fühlte, neben seiner Familie und den vielen Linkin-Park-Fans rund um die Welt kann man dazu wohl auch Musiker-Kollegen wie grandson zählen, der im Track und auch im dazugehörigen Video mitwirkt, das ihr unten seht. Darin performen die beiden die Zeilen des hymnisch brausenden Songs in den Straßen und Parkhausetagen eines dunklen Industriegebietes. „That felt pretty cool“, kommentiert Mike am Ende des Videos. Womit wieder einmal bewiesen wäre: Musik hat kathartische Wirkung. Darüber und über andere Themen rund um das kommende Album sprach Mike Shinoda auch gestern Abend im Interview mit Beats-1-Moderator Zane Lowe, zu sehen ebenfalls unten.

Mike Shinoda hat einen neuen Vorboten seines kommenden Debüt-Solo-Albums Post Traumatic veröffentlicht, About You – und der ist eine zornige Abrechnung mit egoistischen Zeitgenossen: „Even when it’s not about you, about you / All the sudden it’s about you now, oh“, rappt Mike Shinoda in dem druckvollen Track, und beklagt: „Even when there’s no connection back to you in any line / All the sudden it’s about you and it gets me every time“. Kontrastiert wird die aufgeheizte Atmosphäre durch die weiche Gesangsstimme von blackbear, der im zweiten Teil des Songs seine Zeilen beisteuert. Unten seht ihr das Musikvideo zu dem Song, in dem Mike Shinoda sich im Public Enemy-T-Shirt durch das nächtliche Shanghai rappt. Regie führte ebenfalls Mike Shinoda.

Im Interview mit Zane Lowe bei Beats 1 kommentiert Mike Shinoda, dass er About You aus mehreren Rap-Songs extrahierte, an denen er arbeitete – und dass die Lyrics nicht direkt mit seinem verstorbenen Linkin-Park-Bandkollegen Chester Bennington zu tun haben, um dessen Verarbeitung sich ein Großteil des Albums Post Traumatic dreht (wie schon der Titel suggeriert): „Ich habe all diese Songs geschrieben und vieles von dem anfänglichen Kram auf dem Album drehte sich darum, was passiert war und es ging um Chester und all das“, so der Kalifornier. „Dann versuchte ich, Songs zu schreiben, die sich nicht um Chester und die ganze Sache drehen und ich realisierte, dass die Menschen sie hören würden, als wären sie über ihn. Ich dachte bei mir: man, sogar wenn ich versuchte, einen Song zu machen, der sich nicht um ihn dreht, fühlt es sich immer noch so an, als wäre er über ihn.“

Zusammen mit der Albumankündigung hat Shinoda zwei Tracks veröffentlicht – Crossing A Line und Nothing Makes Sense Anymore sowie ein Musikvideo zu Crossing A Line. Das 16-Track Album ist ab heute vorbestellbar und enthält, neben den beiden bereits erwähnten Tracks, die drei Tracks der Post Traumatic EP die zu Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Zusätzlich wird Shinoda diesen Sommer eine Handvoll Solo Shows, wie das Identity LA in Los Angeles am 12.Mai oder das Reading and Leeds Festival sowie das Summer Sonic Festival in Japan im August spielen.

In den Monaten nach dem Tod von Linkin Park Sänger Chester Bennington ist Shinoda in der Kunst abgetaucht um einen Weg zu finden seine Trauer zu bewältigen. Ohne eine Agenda hat sich Shinoda in seinem zu Hause in Los Angeles verschanzt und begonnen zu schreiben, aufzunehmen und zu malen.

Im Januar hat er die Post Traumatic EP veröffentlicht die aus drei sehr persönlichen Songs besteht. Jeder davon bringt seine unverblümte Trauer zum Ausdruck, begleitet von selbst gestalteten Visuals die Shinoda gefilmt, gemalt und selbst editiert hat. Das Feedback war überwältigend und die New York Times kommentierte: “The tracks are reverberant electronic dirges; the rhymes, heading into sung choruses, testify to bewilderment, mourning, resentment, self-pity and questions about what to do.”

Nach der EP Veröffentlichung schrieb er weitere Songs und das Ergebnis ist das kommende Post Traumatic Album. Ein transparentes und intensives persönliches Stück Musik, das  trotz des Titels nicht nur ausschließlich von Trauer handelt.

“It’s a journey out of grief and darkness, not into grief and darkness,” sagt Shinoda. Unterm Strich ist Post Traumatic ein Album über Heilung. Die Songs die sich speziell mit Shinodas Erfahrungen über Verlust befassen sind dank ihrer Ehrlichkeit und Herzlichkeit für jeden nachvollziehbar. “If people have been through something similar, I hope they feel less alone,” sagt er. “If they haven’t been through this, I hope they feel grateful.”

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