Molllust – Schuld

 

“Man muss wissen, was man hört!“

Artist: Molllust

Album: Schuld

Spiellänge: 48:23 Minuten

Genre: Opera Metal

Release: 22.09.2012

Label: Eigenproduktion

Link: http://www.molllust.de

Produziert in: Echolux Tonstudio, Leipzig von Andy Schmidt

Bandmitglieder:

Gesang, Klavier – Janika Groß
Gitarre, Gesang – Frank Schumacher
Bass – Johannes Hank
Cello – Lisa Hellner
Schlagzeug – Ronny Garz

Gastmusiker:

Violine – Sandrine Bisenius
Cello – Richard Killisch
Violine – Thomas Prokein

Tracklist:

  1. Ouvertüre
  2. Sternennacht
  3. Alptraum
  4. Aufwind
  5. Spiegelsee
  6. Lied zur Nacht
  7. Puppentanz
  8. Tanz des Feuers
  9. Erinnerungen
  10. Schatten
  11. Kartenhaus

Molllust - Schuld

„Hurra, Opera Metal!“, so meine freudigen Gedanken als ich den Pressling erhalten habe. Ich muss euch das erklären, liebe Leser, da ihr wissen sollt, was da auf euch zukommt und nicht den gleichen Fehler begehen sollt wie ich und ihr hier so etwas wie Avantasia, Nightwish oder gar Haggard erwartet. Die Erwartungshaltung beeinflusst schließlich das Hören. Daher habe ich mir das Debütalbum Schuld von Molllust einige Male angehört. Wir alle kennen Metal, der durch Klassik unterstützt wird, hier haben wir es jedoch mit Klassik zu tun, die von Metal – naja sagen wir mit „vom Metal angehauchten Hard Rock“ – unterstützt wird. Zumindest nach meinen Gehör.

Los geht’s natürlich mit einer Ouvertüre, die sehr schön komponiert ist und einen recht harten Klang anschlägt. Sternennacht kommt mit wenig Abwechslung, dafür mit einem eingängigen Refrain daher. Mit Alptraum wird in Relation ein sehr schneller und brachialer Klang angeschlagen, was es schwer macht, dem Gesang von Janika Groß zu folgen. Das Gesangsmuster wiederholt sich oft in den Songs mit lang gezogenen Tönen am Ende einer Zeile. Meistens plätschern die Songs so vor sich hin und man wartet darauf, dass etwas passiert. In Spiegelsee darf Frau Groß dann zeigen, was sie drauf hat – und sie hat Einiges drauf!

Nun dürfte es für die Metaller etwas schwerer werden, denn wir betreten den Bereich der Oper oder doch eher Musical… Frau Groß bekommt „Unterstützung“ von Gitarrist Frank Schumacher. Die beiden singen in Puppentanz ein Duett und auf einmal befinden wir uns musikalisch in Rock Musical-Regionen. Balsam für die Seele gibt es dann doch wieder geliefert mit Erinnerungen – ein ruhiges, aber schönes Stück. Den Abschluss bildet das Stück Kartenhaus, was wieder etwas Tempo reinbringt und leider ist es auch hier schwer, dem Gesang zu folgen, was vielleicht – und das ist nur eine Vermutung – auf die labelunabhängige Produktion und die meist damit einhergehende Geldknappheit zurückzuführen ist. Ich für meinen Teil bin jedenfalls gespannt, wie sich Molllust im Metalbereich entwickeln werden.

Fazit: Zweifellos sind alle bei Molllust gute Musiker, doch sollten sie meiner Meinung nach noch an ihrem Songwriting arbeiten und sich auf ihre Stärke, den Gesang von Janika Groß, konzentrieren. Ich hätte mir mehr bombastische Arrangements gewünscht mit klassischen Power Metal-Akkorden und mehr Alleinstellung des Soprangesangs. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass sich Molllust noch steigern und besser harmonieren können und werde diese Band weiter im Auge behalten. Anspieltipps: Spiegelsee und Erinnerungen
Fischer
4.5
4.5
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