Morbid Cruelty – Holodomor

Zurück in die Vergangenheit

Artist: Morbid Cruelty

Herkunft: Chile

Album: Holodomor

Spiellänge: 42:29 Minuten

Genre: Death Metal / Thrash Metal

Release: 21.08.2021

Label: Burning Coffin Records

Link: https://burningcoffinrecs.bandcamp.com/album/holodomor

Bandmitglieder:

Gesang und Schlagzeug – Alvaro Llanquitruf
Gitarre und Bassgitarre -Matías Ubeda

Tracklist:

  1. Sacrifice
  2. Holodomor
  3. Horrid Death
  4. The Grey Day Of The Massgrave
  5. Petrifying Trauma
  6. Engulfed By The Visions
  7. Red Ripper
  8. Unholy Vengeance
  9. Abysmal Terror
  10. God Died On His Knees (Incubus Cover)

Seit 2018 lärmt dieses Duo aus Chile unter dem Banner von Morbid Cruelty zusammen, aber musizieren und kennen tun sich die beiden schon wesentlich länger, schließlich macht man zusammen in Bands wie Misticismo und Valefar schon länger Musik. Nach einem Demo in 2019 folgt nun das Debütalbum.

Sacrifice kommt 80 Sekunden sehr verträumt, dramatisch und romantisch um die Ecke. Cleangitarrenklänge läuten dieses Werk ein, bevor man dann mit einem thrashigen Part loslegt. Schön aggressiv, der Bass knurrt ohne Ende und los geht die wilde Fahrt. Der Gesang wurde mit Hall versehen und nach hinten versetzt und verleiht dem ganzen einen old schooligen Touch. Gleich kommt ein wildes Solo und man setzt die Reise im schnellen Midtempo fort. Ein cooler Groove wird mit eingebaut. Hat man alles schon gehört, darüber muss man sich im Klaren sein. Kommt trotzdem gut. Ein zweites Solo wird rausgehauen und weiter geht es im Uptempo. Sehr aggressiv. Im Midtempo groovt man sich dann den Wolf und dann ist auch schon Schluss. Ja, schöne alte Schule.

Auch der Namensgeber schießt aus allen Rohren und nimmt keine Gefangenen. Holodomor kümmert sich nicht um modernen Krams, sondern zerstört im Sinne der alten Schule. Geiles Riffing, Tempowechsel und natürlich ein lang gezogenes Solo bestimmen den Alltag. Schön straight forward. Hier wird nur Gummi gegeben. So mag ich das. Das Drumming sorgt mit seinen Zwischenbetonungen für eine gewisse Abwechslung. Auch das Stakkato-Riffing gesellt sich gelungen dazu. Dann nimmt man das Tempo kurz heraus. Sehr fett. Am Ende noch einmal volle Attacke und fertig.

Auch Horrid Death versetzt dich in die Achtziger zurück. Die Mischung aus Thrash und Death Metal kommt auch hier gut zur Geltung. Der Song kommt am Anfang etwas normal daher, aber baut sich dann gut auf und hat starke Riffs am Start. Kommt aber an die ersten beiden Songs nicht heran.

Der Sound ist auf old school getrimmt, hier und da stehen die Drums zu sehr im Vordergrund, aber dieses stört mich nicht. Die Gitarrensoli sind auf der anderen Seite dann auch zu laut. Dies ist aber nur ein kleines Manko. Ansonsten schockt der Sound und verleiht dem Ganzen eben dieses old schoolige Feeling.

Die Demotracks wurden noch einmal neu aufgenommen und angepasst. Passt.

So geht es immer weiter und weiter. Sehr feine und intensive Angelegenheiten. Bands wie Sadus, Master, Merciless, Insanity (Chile) oder Incubus fallen einem dazu ein. Nicht von den Death/Thrashern Incubus, sondern von der Death Metal Bands aus Atlanta haben die Burschen einen Song namens God Dies On His Knees gecovert. Die Band hatte nur ein Demo im Jahre 1987 mit drei Songs aufgenommen. Mike Browning trommelte das Teil ein, bevor er zu Morbid Angel wechselte bzw. Nocturnus gründete. Da kann man mal sehen, wie sehr Morbid Cruelty in den Achtzigern feststecken. Eine gute Entscheidung.

Morbid Cruelty schaffen es, dieses Death/Thrash Feeling der Achtziger in die Neuzeit zu übertragen. Alle alten Hasen können bedenkenlos zugreifen.

Morbid Cruelty – Holodomor
Fazit
In den Achtzigern kamen sehr viele geile Alben raus. Der vorhandene Thrash Metal wurde mit der Brutalität des immer mehr aufkommenden Death Metals kombiniert. Morbid Crutely scheinen diese Zeit verinnerlicht zu haben. Hinzu kommen eine gewisse Riffverliebtheit, eine druckvolle Doublebassarbeit und eine altbackene Produktion. Zurück in die Vergangenheit.

Anspieltipps: Holodomor und Unholy Vengeance
Michael E.
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