Scorn Of Creation – Annihilation Cult

Ein vierköpfiges Death Metal Quartett aus den Eingeweiden der Welt

Artist: Scorn Of Creation

Herkunft: Neuseeland

Album: Annihilation Cult

Spiellänge: 32:11 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 04.04.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://scornofcreation.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Kris Gillan
Gitarre – Seth Jackson
Bassgitarre – George Prowse
Schlagzeug – Shaun Anderson

Tracklist:

  1. Prologue – Before This Life
  2. The Family
  3. Letting Go
  4. The Will Of The Collective
  5. Dissent And Dissonance
  6. Punishment
  7. Forgiveness
  8. The Plan
  9. Farewells
  10. Epilogue (Ending And Ascending)

Neuseeland, die kleine Staatsinsel in Ozeanien, wird teilweise aufgrund der kulturellen Gemeinsamkeiten auch dem Kontinent Australien zugeordnet. Ob damit der Death Metal gemeint ist, weiß ich nicht. Aber die Band Scorn Of Creation aus Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, hat sich diese Musikrichtung ausgesucht. Einige australische Combos ja auch. Passt schon. Die vier Musiker waren auch schon in anderen Bands unterwegs, sind seit 2017 nun zusammen und bringen in Eigenproduktion ihr zweites Album heraus.

Es geht los mit einem Prolog, so wie es sich gehört. Prologue – Before This Life. Das Quartett scheint die konzertfreie Zeit genutzt zu haben und hat seine Energie und Zeit in das zweite Album gesteckt. Zu hören gibt es Death Metal, der sehr groovig und mit Tempowechseln aus den Boxen gekrochen kommt. Die Produktion ist sehr drückend, der Bass und die Drums könnten aber ein wenig mehr in den Vordergrund gestellt werden. Der Sänger ist dafür um so klarer zu vernehmen und der macht seine Sache echt gut. Gutturale Growls überwiegen und ergänzt werden diese mit blacklastigen Screams. Beides klingt sehr geil. Die Leadgitarre ist hier sehr dominant und geht mit dem Gesang einher. Diese Kombination aus allem ergibt einen guten Opener.

The Family kommt auch mit sehr groovigem, aber technisch versiertem Riff zu Beginn und bleibt im Groovetempo. Der Drummer variiert das Spiel ein wenig, aber das Hauptaugenmerk wird auf den Groove gelegt. Ein langes und wildes Solo wird verbraten. Interessant ist der schnelle screamige Gesang, der sich an die Geschwindigkeit des Riffs anpasst.

Bei Letting Go nimmt man am Anfang total das Tempo raus und zeigt sich von der verträumten Seite. Gitarre und Bass spielen ein melodisches Lead. Sehr schön. Dann nimmt man Fahrt auf und groovt aber auch wieder. Der doppelte Gesang kommt hier auch wieder sehr gut rüber. Interessantes Riffing und gute Tempowechsel, wobei auch hier überwiegend gegroovt und der Anfang noch einmal wiederholt wird.

The Will Of The Collective kommt da schon zügiger aus den Boxen geknattert, groovt zwar auch, hat aber wesentlich mehr Drive. Hier ist auffallend, wie an so vielen Stellen, dass die Band dem Basser genügend Platz lässt, um eigene Ideen einzubauen. Bei den schnellen Parts ergänzen sich das Riffing und die Blastbeats gut. Das Riffing ist teilweise ein wenig progressiv, aber man übertreibt es nicht. Der Wechsel von einem schnellen Part in einen groovigen klingt sehr druckvoll.

Dissent And Dissonance kommt da sogar noch rasanter und kommt schön schnell um die Ecke. Hier wird ordentlich geballert. Erinnerungen an Cannibal Corpse und Deicide werden wach. Scorn Of Creation liefern aber zur Abwechslung gute Soli ab und vermischen diese ordentlich. Gutes Songwriting. Schockt wohl.

Das Album hat mit einem Prolog gestartet und endet logischerweise mit dem Epilog. Epilogue (Ending And Ascending) dürfte Freunde der alten Morbid Angel begeistern. Einige Riffs erinnern an die die Amis. Hinzu kommt ein schneller Groove. Diesen growlt der Sänger mit und das klingt total fett. Das Solo ist erstklassig und klingt nach einer klassischen Ausbildung. Das Tempo wird rausgenommen und es wird fett gegroovt. Es erklingen Vorspieler und es wird wieder Attacke gefahren, inklusive schnellem Groove mit Gesang. Noch eine Attacke gestartet und dann ist Feierabend.

Wie die Kiwis überrennt dieses Quartett das Spielfeld und legt den einen oder anderen Ball ins Malfeld. Zwar gelingt nicht jeder Versuch, aber wie ihre Rugby-Nationalmannschaft, deren Spitzname Kiwis ist, können sie überwiegend punkten und mich auch überzeugen. Grooviger Death Metal mit Geschwindigkeitsattacken. Macht Laune.

Scorn Of Creation – Annihilation Cult
Fazit
Sowohl groovenden Death Matal als auch Death Metal der Marke Cannibal Corpse, Deicide oder Morbid Angel haben sich diese vier Neuseeländer auf die Fahne geschrieben. Dabei verwendet man sehr viele melodische Soli und zeigt sich recht kreativ. Nicht alles kann mich begeistern, aber überwiegend nehmen sie mich mit auf ihre Reise.

Anspieltipps: Dissent And Dissonance und Punishment
Michael E.
7.7
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