Starset – Vessels

“Transmission received“

Artist: Starset

Herkunft: Columbus, OH, Vereinigte Staaten von Amerika

Album: Vessels

Spiellänge: 67:13 Minuten

Genre: Cinematic Rock, Modern Metal

Release: 20.01.2017

Label: Spinefarm Records

Link: https://www.facebook.com/starsetonline/

Produktion: von Rob Graves (Produktion) und Ben Grosse (Mix)

Bandmitglieder:

Gesang – Dustin Bates
Gitarre – Brock Richards
Bassgitarre – Ron DeChant
Schlagzeug – Adam Gilbert

Tracklist:

  1. Satellite
  2. Frequency
  3. Die For You
  4. Ricochet
  5. Starlight
  6. Into The Unknown
  7. Gravity Of You
  8. Back To The Earth
  9. Last To Fall
  10. Bringing It Down
  11. Unbecoming
  12. Monster You Made Me
  13. Telepathic
  14. Everglow

 

Puh, da hat die Band Starset auf Facebook über 150.000 Follower und hat im Jahr 2014 ihr Debütalbum Transmissions veröffentlicht, das über die verschiedensten Kanäle mehr als 250.000 Mal konsumiert wurde, aber an mir sind sie bislang komplett vorbeigegangen. Also stürze ich mich auf die Presseinformation, um mich ein wenig schlau zu machen. Die ist für mich allerdings ziemlich unverständlich, denn da geht es um Exoplaneten, ikonoklastische Ideologien und technologische Singularität. Auch die auf Facebook dargestellte Biografie und die Posts auf der Homepage der Band sind nicht wirklich hilfreich für mich. Also einfach mal so unvoreingenommen wie möglich das Album Vessels, das am 20.01.2017 über Spinefarm Records veröffentlicht wurde, gestartet.

Wahrscheinlich werde einige, die Starset kennen oder dieses Album auch gehört haben, jetzt den Kopf schütteln, aber ich muss sowohl beim ersten Track Satellite als auch bei Die For You oder Back To The Earth (welch grandioses Outro!!) irgendwie an diese ganzen schwedischen „Boybands“ à la dEMOTIONAL oder Dead By April denken, deren Balladen oft nur mit wenigen Growls ausgestattet sind. Auf diesem Album gibt es keine Growls, nur einige Shouts, wie bei Frequency, Into The Unknown oder Gravity Of You, und Starset sind insgesamt sphärischer, aber ich finde, Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Das Sphärische wird übrigens bei Starset durch den massiven Einsatz sehr vieler elektronischer Klänge erzeugt, auch wenn bei den Bandmitgliedern kein entsprechendes Instrument erwähnt ist. Apropos Instrument, Sänger Dustin Bates hat eine tolle Stimme, die genau zu diesen Songs passt. Mich erinnert er ein wenig an Chester Bennington von Linkin Park, der ja auch viele Gesangsfarben beherrscht.

Eine weitere Band, die mir ab und zu mal in den Sinn kommt, sind 30 Seconds To Mars, deren Alben 30 Seconds To Mars und A Beautiful Lie für mich absolute Meisterwerke sind. Wenn ich dann auf diesem Album Songs wie Gravity Of You (hier speziell der Chorus), Bringing It Down oder Unbecoming höre, begebe ich mich gern auf diese Zeitreise zurück in die Anfänge der 2000er Jahre.

Ein wenig aus der Reihe fällt dann zum Ende des Albums hin der Song Monster You Made Me, denn damit könnten Starset sogar die Tanzflächen füllen. Der stampfende Rhythmus hat mich jedenfalls vom Stuhl geholt und durch das Zimmer tanzen lassen 😀 Auch das folgende Telepathic mit seinem fast schon R’n’B-artigen Rhythmus sorgt für einige Bewegung. Mit dem längsten Track des Albums, Everglow, beschließen Starset dann die musikalische Reise durch Welten jenseits unseres Vorstellungsvermögens. War das gesamte Album ja überwiegend sehr ruhig gehalten, wird es jetzt zunächst einmal fast schon meditativ, streckenweise sind auch hier einige R’n’B-Einflüsse nicht zu verhehlen. Herztropfen sollte man allerdings nehmen, bevor man diesen Song hört 😉

Fazit: Ich muss ja gestehen, dass ich beim ersten Mal Hören irgendwann nur noch auf die Skip-Taste gedrückt habe, das war mir alles zu ruhig. Manchmal denkt man, jetzt geht es doch mal in die Vollen, denn Starset ziehen den Bogen sehr weit auf, setzen dann aber doch wieder ab. Mittlerweile bin ich süchtig nach diesem Album geworden, insbesondere im Auto läuft es auf Dauerschleife. Mir persönlich gefallen die Parts am besten, die ein wenig an die ganz alten Werke von 30 Seconds To Mars denken lassen, das soll die anderen Tracks aber definitiv nicht herabwürdigen. Wer diesen Breitwand-Kinosound liebt und sich durchaus auch eine "weichgespülte" – nicht böse gemeint – Version von Mechina vorstellen könnte, darf hier ohne Bedenken zugreifen. Nachdem ich dann während des Schreibens dieses Reviews einen Song nach dem anderen im Player mit meiner persönlichen Höchstwertung benotet habe, bleibt mir auch hier keine andere Wahl, als die 10 zu vergeben.

Anspieltipps: im Grunde alles, beispielhaft seien Frequency, Starlight, Last To Fall und Bringing It Down genannt
Heike L.
10
Leser Bewertung1 Bewertung
10
10
Weitere Beiträge
Child´s Play