Steve Hackett – Wuthering Nights, Live In Birmingham

“Ist es eine stürmische Nacht in Birmingham?!“

Artist: Steve Hackett

Herkunft: London, England

Album: Wuthering Nights, Live In Birmingham

Spiellänge: 2:10:12 Minuten

Genre: Progressive Rock

Release: 26.01.2018

Label: Inside Out

Link: http://www.hackettsongs.com/

Bandmitglieder:

Gitarre und Gesang – Steve Hackett
Gesang – Nad Sylvan
Bass, zwölfseitige Gitarre und Gesang – Nick Beggs
Schlagzeug, Percussion und Gesang – Gary O‘Toole
Keyboards – Roger King
Saxophon, Flöte und Klarinette – Rob Townsend
Background Gesang und Flöte – John Hackett
Background Gesang und Gitarre – Amanda Lehmann

Tracklist:

CD 1

  1. Every Day
  2. El Nino
  3. The Steppes
  4. In The SkeletonGallery
  5. Behind The Smoke
  6. Serpentine Song
  7. Rise Again
  8. Shadow Of The Hierophant

CD 2

  1. Eleventh Earl Of Marl
  2.  One For The Vine
  3.  Acoustic Improvisation
  4.  Blood On The Rooftops
  5. In That Quiet Earth
  6. Afterglow
  7. Dance On A Volcano
  8. Inside And Out
  9. Firth Of Fifth
  10. The Musical Box
  11. Los Endos

Steve Hackett veröffentlicht erneut ein Werk, das stark an seine Zeit bei Genesis erinnert. Diesmal wird hauptsächlich Material aus der Wind & Wuthering Phase verarbeitet. Natürlich dürfen Übersongs wie Musical Box oder Firth Of Fifth nicht fehlen. Die ersten 55 Minuten sind allerdings aus seiner Solokarriere und beleuchten Fan-Favoriten sowie Stücke des letzten Albums The Night Siren. Begleitet wird er in der altehrwürdigen Birmingham Symphony Hall von einer Band, die mit Nad Sylvan einen passenden Sänger aufweist. Dabei sind noch Drummer Gary O’Toole, Bassist Nick Briggs, Keyboarder Roger King und Saxophonist Rob Townsend, der auch Flöte und Klarinette beherrscht. Gesangliche Unterstützung wird durch Steves Bruder John und Amanda Lehmann geleistet.

Eröffnet wird die erste CD mit Every Day des 79er-Albums Spectral Mornings. Die wunderschöne Melodie hätte auch von Genesis stammen können. Hier werden die Gemeinsamkeiten sehr deutlich. El Nino beginnt sehr orchesterlastig. Das instrumentale Stück hat natürlich auch seinen Gitarrenpart, bei dem Hackett aber eher in die Improvisation geht. Gitarrenliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. The Steppes vom Defector Album beginnt mit einem Ausflug von Rob Townsend auf der Klarinette. Erst nach Einsatz von Schlagzeuger und Bassist wird es etwas interessanter. Auch dieses Stück kommt ohne Gesang aus und zieht sich über 7 Minuten hin. Das ist auch typisch für Hackett Konzerte, seine Songs sind oft lang und beinhalten gute Improvisationen. Bei In The Skeleton dürfen Amanda Lehmann und John Hackett gesanglich eingreifen. Ab dem Mittelteil wird das dann auch melodiöser und flotter, verliert sich dann wieder in Saxophonimprovisationen. Auch Behind The Smoke stammt von der The Night Siren CD. Nad Sylvan kann hier gesanglich überzeugen. Allerdings bin ich von der CD insgesamt nicht so 100% überzeugt. Und eigentlich wird auch auf die Genesis Tracks gewartet. Trotzdem sind die Songs der CD1 nicht schlecht. Klar ist Steve Hackett ein begnadeter Gitarrist und kann bei seinen eigenen Stücken voll überzeugen. Serpentine Song und Rise Again zeigen nochmals andere Facetten von Steve Hacketts Musik. Verspielt und verträumt mit einer gewissen Leichtigkeit kommen sie aus den Boxen. Es wird auch mal die Akustische eingesetzt und das weiß zu gefallen. Kritiker würden sagen, zu seicht und langweilig, obwohl gerade in Rise Again ein schnellerer Part integriert ist. Mit Shadow Of The Hierophant endet die erste CD. Dieses epochale Stück von 1975 zeigt, dass Bands wie Dream Theatre davon inspiriert wurden. Gastsängerin Amanda Lehmann verleiht dem Stück einen klassischen Touch. Die Melodie verzückt und das ergibt zusammen ein wahrhaft brillantes Stück Musik. Man merkt aber deutlich, dass die erste CD auf den Mann an der Gitarre ausgerichtet ist.

CD zwei beginnt mit fünf Wind & Wuthering Songs. Eleventh Earl Of Marl, der ewige Klassiker, wird gefolgt von One Of The Vine. Dieses Stück feiert hier seine allererste Liveaufführung. Nach Blood Of The Rooftops und dem vertrackten Instrumental In That Quiet Earth, kommt noch das wundervoll warme Afterglow. Nach diesem Ausflug dürfen natürlich die erwarteten Klassiker Dance On A Volcano,  Inside And Out nicht fehlen. Über das folgende, 10 Minuten lange Firth Of Fifth und der gleichlangen Musical Box müssen kaum noch Worte verloren werden. Sie zeigen eindrucksvoll, und das immer wieder, die Klasse der damaligen Genesis Prog Aera, die ja bekanntlich nach Wind & Wuthering in poppigere Gefilde abdriftete. Los Endos beendet die zweite CD. Was bleibt? Ein Abend, der im ersten Teil deutlich die Klasse von Steve Hackett zeigt und im zweiten Durchgang schon bessere Abende erwischte. Das mag teilweise an Nad Sylvan liegen, der das eine oder andere Mal eher dünnstimmig und quäkend klingt. Und das ist bei den Songs von Genesis, die auch von der Stimme leben, dann schon fatal. Vielleicht hatte er einen schlechten Abend. Die Musiker stehen ohne Zweifel den großen, wie Banks, Rutherford, Thompson oder Stuermer nur in wenig nach und dadurch wird der Gesang so wichtig. Gehört hat man die Songs fast alle schon mal und somit kommt es nur noch auf die Perfektion der Darbietung an. Das ist nicht ganz erreicht. Aber es ist immer wieder schöne Musik.

Fazit: Geballte Steve Hackett Musik, die es in unterschiedlichen Versionen zu kaufen gibt. Ich ziehe die Ausgabe mit Doppel CD und 2 DVD der reinen CD-Version vor. Die unaufdringlichen Videoaufnahmen des Prog Konzertes können überzeugen und zeigen schön die Gitarrenduelle zwischen Steve Hackett und Amanda Lehmann. Eigentlich nichts Neues und für Hackett Fans bestimmt ein Muss. Aber da es bereits ähnliche Aufnahmen auf Live In Liverpool, beiden Genesis Revisited , Live In Hammersmith und Live At The Royal Albert Hall gibt, ist die Frage, ob es einer weiteren Version bedarf, an dieser Stelle erlaubt.

Anspieltips: Every Day, Shadow Of The Hierophant, CD 2
7.5
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