Suffering Hour – The Cyclic Reckoning

Negative Emotionen und der Hang zum Post Black Metal

Artist: Suffering Hour

Herkunft: USA

Album: The Cyclic Reckoning

Spiellänge: 44:29 Minuten

Genre: Black Metal, Death Metal

Release: 19.02.2021

Label: Profound Lore Records

Link: https://sufferinghour.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – DgS
Gesang und Schlagzeug – IsN
Gesang und Gitarre – YhA

Tracklist:

  1. Strongholds Of Awakening
  2. Transcending Antecedent Visions
  3. The Abrasive Black Dust Part II
  4. Obscuration
  5. The Foundations Of Servitude

Nachdem man im Jahre 2012 unter den Namen Compassion Dies bereits zwei Demos veröffentlichte, entschloss man sich zu einem Namenwechsel im Jahre 2013. Dieses war also die Geburtsstunde der Band Suffering Hour und auch die der Pseudonyme, denn unter der Gründungsband agierte man noch mit richtigen Namen. 2014 folgte dann eine EP und im Jahre 2017 war es dann so weit, das Debüt namens In Passion Ascension wurde veröffentlicht. 2019 folgte die EP Dwell und nun wurde es Zeit für das zweite Kunstwerk. Fünf Songs in knappen 45 Minuten, da kommen lange Songs auf mich zu, nicht gerade meine Spezialität. Meine Vorfreude hält sich also in Grenzen, aber manchmal kommt es ja dann doch ganz anders oder eben auch nicht.

Strongholds Of Awakening baut sich ganz bedrohlich und langsam auf und kommt mit einem Ohhh und dann mit einem Aarghh ums Eck. Alles sehr düster und schwarz, dabei geht man sehr technisch und auch apokalyptisch vor. Es erklingen growlige Klänge, aber irgendwie drückt der Sound die dunkle Stimmung. Dann wird aber Fahrt aufgenommen und ein blackiges Riff wird vorgetragen, klingt sehr nach Post-Zeug. Das Tempo wird hochgeschraubt. Danach wechselt man in einen geilen, schleppenden und bedrohlichen Midtempopart, um diesen dann aber auch wieder mit Geschwindigkeit zu bombardieren. Der Gesang dient eher als anarchisches Bedrohelement. Immer, wenn sie im Midtempo agieren, eine Uftata einsetzen und dazu gutes Riffing anbieten, gefallen sie mir am besten. Der Rest ist nicht so meins. Anhören sollte man sich den Song aber auf jeden Fall und zwar hier:

So auch bei Transcending Antecedent Visions. Klingt alles ganz geil, besonders der langsame Beginn. Ein geiler Part, aber dann gibt es dazu experimentelle Gitarrenklänge. Danach gibt es einen Angriff hoch zehn mit typischem Black Metal Riffing. Aus dem Hintergrund ertönt der Gesang nur sporadisch – finde ich aber ganz geil. Das Gelächter klingt richtig fett. Ansonsten ist es eben bedrohlich. Musikalisch rast das aber so alles an mir vorbei. Das mag an dem Sound liegen und ich finde auch das Songwriting ein wenig verwirrend. Man muss dazu sagen, dass diese Art von Mucke nicht unbedingt mein Fall ist.
Auch hier finde ich sie aber richtig gut, wenn sie das Tempo rausnehmen und ein wenig schleppend zu Werke gehen. Das haben sie echt drauf, da auch für diese Parts richtig geile Riffs verwendet werden.

Die anderen drei Songs klingen ähnlich und können mich auf der einen Seite irgendwie total mitnehmen, so wie der atmosphärische Beginn bei The Abrasive Black Dust Part II, aber auf der anderen Seite bin ich irgendwie gelangweilt oder desinteressiert. Dieses mag auch echt an der Musikrichtung liegen. Nicht mein Fall. Das Ganze bezeichnet man wohl als Post Black Metal. Besonders die schrägen Gitarrenparts finde ich schwer hörbar und nehmen mir den Spaß an die Dunkelheit. Die Musiker werden es alle draufhaben und es ist niemandem etwas vorzuwerfen, wenn man neue Wege gehen oder etwas ausprobieren möchte, im Gegenteil. Ich kann diesen Weg aber nicht mitgehen, da für mich dieser schwer nachvollziehbar ist. Hier und da verbreiten sie Angst und Schrecken, und wenn dann die atmosphärische Seite zum Vorschein kommt, haben sie mich auch auf ihrer Seite, aber dann gibt es eben noch die andere Seite der Medaille. Sicherlich werden mir hier einige widersprechen und ich möchte dieses Kunstwerk auch nicht schlecht reden, aber diese Art der Komposition und des Songwritings fruchtet bei mir nicht. Es gibt sehr viele disharmonische Parts, atmosphärische Parts und dann eben Wutausbrüche in Form des Geballers.

Natürlich handelt es sich um Metal und jeder hat einen Anspruch auf künstlerische Freiheit. Genauso habe ich als Konsument und Hörer aber auch die Freiheit, dieses wahrlich bedrohliche und düstere Angebot nicht weiter zu verfolgen. Wer Post Black Metal mag, sollte aber Suffering Hour unbedingt anchecken. Produziert, gemischt und gemastert wurde es von der Band selbst. The Cyclic Reckoning bietet ein Cover-Artwork von Artem Grigoryev und zusätzliche Kunst von Timothy Greico, Lucas Ruggieri und Cold Poison.

Suffering Hour – The Cyclic Reckoning
Fazit
Die Band aus Minnesota bietet grimmigen Black Metal mit einem gewissen Death Metal Anteil. Hier herrscht das Chaos und sie bewegen sich in Post Black Metal Gefilden. Technisch und voller negativer Emotionen. Die atmosphärischen Elemente überzeugen mich total, der Rest schreckt mich ein wenig ab. Anhören und selber eine Meinung bilden lautet die Devise.

Anspieltipps: Transcending Antecedent Visions und The Abrasive Black Dust Part II
Michael E.
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