The Hu am 30.06.2019 im Knust, Hamburg

Der Mongolensturm gehört nicht der altertümlichen Vergangenheit an, sondern ist allgegenwärtig

Band: The Hu

Ort: Knust, Hamburg

Datum: 30.06.2019

Genre: Hunnu Rock, Rock

Veranstalter: Live Nation (https://www.livenation.de/)

Link: https://www.facebook.com/pg/thehuofficial/about/?ref=page_internal

Viele der Stationen ihrer aktuellen Tour sind oder waren ausverkauft: Die Rede ist von The Hu aus der Mongolei. Gegründet wurden sie erst vor drei Jahren und mischen neben den Rock Klängen Folk Metal Lyrics und Heavy Metal Riffs mit ein. Der Auftritt heute Abend in der Elbmetropole Hamburg steht ebenfalls in einem guten Licht, denn viele Karten dürfte es nicht mehr geben, wenn mal nicht an der Abendkasse das Knust voll gemacht wurde. Das Knust ist einer der traditionsreichen Musikclubs überhaupt in Hamburg. Für The Hu ist es die primäre Tour durch unseren Kontinent mit 23 Shows inklusive Festivalauftritten. Die ersten Veröffentlichungen Yuve Yuve Yu und Wolf Totem konnten die Rock- und Metalfans wie im Fluge begeistern. Bis zum Debütalbum The Gereg im September 2019 ist noch etwas Zeit, also wollen wir doch mal schauen, was die Asiaten auf der Bühne abbrennen können.

Laute Uh-Rufe schallen durch den Schuppen, als die Männer zum Kampf blasen. Die Folk Einflüsse aus einer anderen Kultur machen The Hu schnell zu einem exotischen Erlebnis. Die Instrumente, wie die mongolische Gitarre und die mongolische Pferdekopfgeige sind nicht nur was fürs Auge, sondern auch was für die Horchlappen. Der Untertongesang versprüht einen düsteren Charakter, als Party Formation kann man die Jungs wahrlich nicht anpreisen. Die atmosphärischen Stücke leben von Schlachtengeräuschen und stets treibenden Melodibögen. Abwechslungsreich dringen die Hits wie Black Thunder oder Wolf Totem aus den Boxen. Viel kleiner darf eine Bühne für den selbst ernannten Hunnu Rock gar nicht sein. Hinter den unzähligen Mikrofonen wirken die einzelnen Interpreten teils gefangen. Das norddeutsche Publikum kann seine Begeisterung nicht verbergen und es scheint so, als würde hier eine Fanbase zusammenwachsen. Von der ersten Sekunde geht es richtig rund und das Knust wird in den eh schon warmen Tagen noch weiter aufgeheizt. Progressive, wild und wie eine Naturgewalt gehen The Hu live noch mehr unter die Haut. Für den September jedoch habe ich mir persönlich ganz dick The Gereg eingetragen. Stücke wie The Same, den kommenden Titeltrack The Gereg und The Song Of Women muss man dennoch nicht missen. Trotz der kurzen Schaffensphase passt jeder kleine Stein perfekt aufeinander. Durch die diversen Gesangsfarben geht minimal die Agilität verloren, was in kleineren Clubs kaum auffällt. Spannend wäre ein direkter Festivalvergleich auf einer großen Bühne, ob da die Jungs hinter den Mikrofonen Lücken im Bühnenbild hinterlassen. Durch Kollegen kann ich euch beruhigen: Auch auf breiteren Brettern geben The Hu ein wunderbares Bild ab. Heute Abend in Hamburg lassen sie keine Kehle trocken, keine Nacken unberührt und alle Anwesenden werden hellauf begeistert in die warme Sommernacht entlassen, nachdem This Is The Mongol auch noch zünden darf. Was bleibt: Ebenfalls zufriedene Gesichter bei Dashka, Gala, Jaya, Temka und Enkush – dem nächsten Mongolensturm steht somit nichts im Wege.

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