The Rainbow Zombie Unicorns – Rise

Jede Band braucht ein wenig Kitsch und Glitzer, oder?

Artist: The Rainbow Zombie Unicorns

Herkunft: Ingolstadt, Deutschland

Album: Rise

Spiellänge: 39:30 Minuten

Genre: Pop Rock, Indie Rock, Hard Rock

Release: 22.05.2020

Label: Eigenveröffentlichung

Link: https://www.therainbowzombieunicorns.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Andy
Gesang – Laura
Gitarre – Flo
Gitarre – Tom
Bassgitarre – Michl
Schlagzeug – Adrian

Tracklist:

  1. Live And Die Laughing
  2. Taking Over
  3. Soulmates
  4. Zero Progress
  5. Faith
  6. Weekend Mode
  7. Diamond
  8. Too Nice
  9. Anthem (The RZUs)

Wer heute als Newcomer versucht auf dem gefühlt unendlich großen Musikmarkt aufzufallen, der muss wirklich entweder etwas absolut Absurdes versuchen oder einfach nur Glück haben. Bei der hier vor mir liegenden Combo war es ein dritter Grund – der Bandname. Erst dachte ich, vorbelastet von Waves Like Walls und dem Fakt, dass viele Metalcore-Bands Namen mit mindestens drei Wörtern haben, dass es sich hier nicht um Rock, sondern um Metalcore oder Hardcore handeln muss – doch falsch gedacht.

The Rainbow Zombie Unicorns präsentieren mit ihrem Debüt eine waschechte Rockplatte, die gerade dadurch heraussticht, dass man gesangstechnisch nicht auf ein Geschlecht beschränkt ist. So wechselt die Gesangsstimme vom tiefen männlichen Gesang zum mittelhohen bis hohen weiblichen Gesang. Zum Teil in Duettstruktur und zum Teil auch übereinander gesungen, bringen die Regenbogen Zombie Einhörner eine gewisse Dynamik mit sich, die mir bei so mancher Rockband fehlt. So ist zum Beispiel Zero Progress ein Track, bei dem das Konzept perfekt aufgeht. Sicher ist man für mich (als Hörer von Melodic Death Metal und Metalcore) viel zu ruhig, doch ist die gewisse Eingängigkeit keinesfalls zu überhören. Was ich zum Teil noch zu „roh“ empfinde, ist, dass es zum Beispiel beim Intro von Faith gesanglich und melodisch zu identisch ist. Doch wenn man sich die Songstruktur anschaut, dann wird klar, dass der Fokus auf den Refrains liegt und darauf, dass man eben mit jedem Song etwas zu erzählen hat. Leider empfinde ich bei den neun Songs eine gewisse Repetitivität. Doch das mag auch daran liegen, dass man sich in den Genres Pop Rock und Indie Rock bewegt, wo gewisse Rahmen in der Regel halt nicht überschritten werden. So fände ich zum Beispiel einen Track klasse, der zeigen würde, dass man sich auch traut aus den Grenzen herauszubrechen. Bemerkenswert ist, dass gerade die Tracks herausstechen, die weniger den Gesang herausstellen und wo die Saiteninstrumente mehr Platz bekommen, um sich auszutoben. Den Abschluss macht Anthem (The RZUs) der durch den Text ein wenig kitschig wirkt – aber ehrlich, eine Band, die The Rainbow Zombie Unicorns heißt, braucht doch eindeutig eine Ladung Kitsch und Glitzer oder?

The Rainbow Zombie Unicorns – Rise
Fazit
Auch wenn ich nicht denke, dass das Debüt der Ingolstädter in meiner Playlist landen wird, ist für mich eines klar. Man hat Spaß an dem, was man tut und das ist hörbar – aus meiner Sicht auch das Wichtigste, was eine Band braucht. Die angesprochene Dynamik geht leider ein wenig auf Rise verloren, da Sängerin Laura oftmals im Mixing im Vordergrund steht und somit die tiefe Stimme von Andy in den Hintergrund singt. Durch das eher langsamere Tempo verliert die Platte zusätzlich an Tanzbarkeit, bekommt dadurch jedoch einen eher groovigen Ton. Wer meint, dass die Rezension jetzt negativ klingt, der hat übersehen, dass es sich hier um ein Debüt handelt und für mich ganz klar ist, dass eine Band nach so kurzer Zeit nicht gleich auf der obersten Stufe der Musikgeschichte stehen kann. Man hört der ersten Platte noch an, dass man in der Findungsphase ist, jedoch auf einem guten Weg, und hierfür super aufgestellt ist. Vergleiche mit Evanescence und Cranberries halte ich für Quatsch, denn auch wenn die Stimme von Fronterin Laura den gewissen Cranberries-Charme à la Dolore O‘Riordan hat, geht man hier einen ersten Stepp in die richtige Richtung, der keine Vergleiche benötigt, um standhaft zu bleiben. Noch nicht perfekt aber eine durchaus passable Leistung für ein Debüt.

Anspieltipps: Live And Die Laughing und Faith
Kai R.
6.5
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10
6.5
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