Therion – Beloved Antichrist

Gigantomanie wäre untertrieben

Artist: Therion

Herkunft: Schweden

Album: Beloved Antichrist

Spiellänge: 3:02:44 Minuten

Genre: Symphonic Metal

Release: 09.02.2018

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.beispiel-seite.de

Bandmitglieder:

Gesang – Thomas Vikström, Lori Lewis
Gitarre – Christian Vidal
Gitarre – Christofer Johnsson
Bassgitarre – Nalle Påhlsson
Keyboard – Christofer Johnsson
Schlagzeug –  Sami Karppinen

Tracklist:

Disc 1:
1 Turn From Heaven
2 Where Will You Go?
3 Through Dust, Through Rain
4 Signs Are Here
5 Never Again
6 Bring Her Home
7 The Solid Black Beyond
8 The Crowning Of Splendour
9 Morning Has Broken
10 Garden Of Peace
11 Our Destiny
12 Anthem
13 The Palace Ball
14 Jewels From Afar
15 Hail Ceasar!
16 What Is Wrong?
17 Nothing But My Name

Disc 2:
1 The Arrival Of Apollonius
2 Pledging Loyalty
3 Night Reborn
4 Dagger Of God
5 Temple Of New Jerusalem
6 The Lions Roar
7 Bringing The Gospel
8 Laudate Dominum
9 Remaining Silent
10 Behold Antichrist
11 Cursed By The Fallen
12 Resurrection
13 To Where I Weep
14 Astral Sophia
15 Thy Will Be Done

Disc 3:
1 Shoot Them Down!
2 Beneath The Starry Skies
3 Forgive Me
4 The Wasteland Of My Heart
5 Burning The Palace
6 Prelude To War
7 Day Of Wrath
8 Rise To War
9 Time Has Come / Final Battle
10 My Voyage Carries On
11 Striking Darkness
12 Seeds Of Time
13 To Shine Forever
14 Theme Of Antichrist

Beloved Antichrist lautet der Name des bereits letztjährig erschienenen Trippel-Albums von Therion. Wer sich einigermaßen mit unserer geliebten Metalmusik auskennt, der weiß ganz genau um ein Problem der Band Therion – die CDs tendieren dazu, sehr ausufernd zu werden. Dies war für mich auch der Grund, warum ich die Band nach Lemuria und Sirius B nur noch mit halbem Interesse verfolgte, sicherlich nicht förderlich sind auch die selten bescheuerten Äußerungen von Mastermind Christofer Johnsson gewesen, der seinen Veröffentlichungen einen pseudo-intellektuellen Background verpassen wollte und immer noch will. Gut, man kann ja alles glauben, demnach auch an das fliegende Spaghetti Monster, aber lasst mich mit eurem Mist in Ruhe. Zurück zur Musik. Seit der Wunderwaffe Theli, Vovin und dem Ableger Crowning Of Atlantis hat sich die Band peu à peu ihr eigenes Terrain im Symphonic Metal Bereich erspielt und es ist zuweilen wirklich sehr beeindruckend, was die Band bewerkstelligen kann. Allein der Überblick fehlt. So auch bei Beloved Antichrist, das eigentlich eine dreistündige Metal Oper mit fetten Referenzen zu Johnssons großem und umstrittenen Vorbild Richard Wagner ist, inspiriert durch Wladimir Sergejewitsch Solowjows Buch Kurze Erzählung Vom Antichrist. Und genau wie in Wagners Werken beschleicht mich nicht selten im aktuellen Longplayer von Therion eine fragende Langeweile. Versteht mich nicht falsch, das Werk ist maßlos ambitioniert, aber hoffnungslos in die Länge gewalzt. Mir fehlt eindeutig die Wärme und Eingängigkeit von Vovin, das Böse aus Theli, das Geraffte von Secret Of The Runes, das Erhabene von Lemuria in kompakterer Form.
Dennoch gibt es sie, diese typischen Therion Momente, in denen man anerkennend schmunzeln muss angesichts dessen, was Therion sich wieder ausgedacht haben, so zum ersten Mal in Morning Has Broken und dem folgenden Garden Of Peace. An dieser Stelle komplette drei Stunden zu beschreiben wäre müßig, hört euch die drei CDs an einem ruhigen Tag in toto an und bildet euch selber ein Urteil. Ich bin eher zwiegespalten und lege die alten Sachen der Band auf, auch wenn das finale Theme Of Antichrist schon recht fett ist.

Fazit
Selten hat man Therion ambitionierter gesehen, gleichzeitig bäumt sich die Oper dermaßen riesig über dem Hörer auf, dass dieser das Werk gar nicht komplett erfassen kann. Sehr schwere Kost.

Anspieltipps: Theme Of Antichrist
Dominik B.6.5
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6.5
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