Throbbing Pain – Rotten Doctrines

Death Metallische Grüße von der Waterkant

Artist: Throbbing Pain

Herkunft: Deutschland

Album: Rotten Doctrines

Spiellänge: 31:10 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 08.10.2021

Label: Kernkraftritter Records

Link: https://throbbing-pain.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Thomas Thede
Gitarre – Mathias Berndt
Gitarre – Alex Fröhlich
Bassgitarre – Marco Fügner
Schlagzeug – Hölk

Tracklist:

  1. Hate Campaign
  2. Sowing Hate
  3. P.F.H.
  4. Psychopathic Butchery
  5. Assworms
  6. The Art Of Evil Revenge
  7. Bloodmoon Massacre

Das Hamburger Quintett Throbbing Pain lärmt seit 2008 herum, ist aber nicht wirklich aus dem Quark gekommen. 2011 kam das Debüt namens Hang, Draw And Quarter heraus und 2014 die EP Grave New World. Dann wurde es ein wenig ruhig um die Jungs von der Waterkant. Der Drummer Hölk kam im Jahre 2015 hinzu und nun schaffte man es, das zweite Album auf den Markt zu werfen.

Los geht es mit Hate Campaign. Ein Titel, der mir schon öfters untergekommen ist. Kirchenglocken und gesprochene Wörter erklingen, die Gitarre wird langsam eingefädelt und der Spaß nimmt seinen Lauf. Klingt sehr nach alter Schule. Das langsame Riffing kommt einem sehr bekannt vor, ist aber schöne alte Schule. Die Drums begleiten das Riffing auch langsam und so bleibt die Geschwindigkeit auch. Ein Scream erfolgt, die Growls setzen ein und der Death Metal bahnt sich seinen Weg. Altes Geknüppel kommt aus den Boxen. Feiner Uptempopart, der mit einem kleinen Basssolo endet und mit einem groovigen Midtempo-Part fortgesetzt wird. Das Tempo wird wieder erhöht, wobei das Drumming ein wenig komisch klingt. Nach einer Spracheinlage geht es ins lang gezogene Riffing und es wird wieder gegroovt. So langsam habe ich mich auch an den Drumsound gewöhnt. Das Tempo wird noch einmal angezogen, ein Scream erfolgt, es wird noch gegrowlt und dann ist Schluss mit lustig.

Mit dem Hass haben sie es ein wenig, denn mit Sowing Hate geht es weiter. Klingt auch danach, denn der Anfang ist schön brutal und fix. Alles im Sinne der alten Schule. Tempo raus, Vorspieler, Tempo wieder rein, nachdem ein langer Scream erfolgte und natürlich die Growls erklingen. Man zaubert wieder einen fetten Groove aus dem Hut, nimmt das Tempo noch einmal heraus und lässt ein Solo folgen. Das Ende des Solos ist der Beginn eines Grooves. Das schockt und dann holt man mit einem feinen Riff den Prügelstab heraus und auf einmal ist auch Ende. Irgendwie komisch, aber der Song ist trotzdem geil.

Das Debütalbum der Band ist mir nicht bekannt, aber wenn ich es richtig gelesen habe, haben sie früher eine Mischung aus Thrash Metal und Groove gezockt. Davon ist dieses Album sehr weit entfernt. Mittlerweile ist der Death Metal der Mittelpunkt des Geschehens. In der Zwischenzeit hat man anscheinend sehr viel alte Schule gehört und dieses merkt man sehr vielen Stellen.

Wie z.B. beim Song Psychopathic Butchery. Ein Song, der echt gute Laune verbreitet mit Stilmitteln, die einem sehr bekannt vorkommen. Recht groovig aber aggressiv legt man los. Der alte Sound thront wieder, die Growls kommen kräftig aus der Ecke geflogen und man wechselt in einen Uptempopart der amerikanischen Schule. Wieder ein Groove, der Gesang wird gedoppelt und dann knüppelt man wieder darauflos, um den Groove wieder regieren zu lassen. Man wird richtig lässig, verzögert ein wenig und schleicht so vor sich hin. Feines Riffing erfolgt, die Tonlage wird im Rahmen eines Solos erhöht und das Tempo geringfügig angezogen. Sehr druckvoll. Klar, was soll man sagen, das kennt man schon alles. Das Tempo wird wieder schnell und dann groovt man das Teil zu Ende.

Bloodmoon Massacre beendet dieses Album. Am Anfang ein wenig thrashig, aber dann wird einfach wieder die alte Death Metal Keule herausholt. Inhuman Condition fallen mir da ein und die eine oder andere Old School Kapelle natürlich. Feines Riffing mit groovigen Drumming bestimmt hier den Alltag, aber es wird auch eine Tempoverschärfung mit eingebaut. Bloodmoon Massacre kann man des Öfteren mitgrölen und nach einem Break klingt man sogar ein wenig technisch, ohne auszuflippen. Aber danach folgt natürlich wieder die alte Schiene und alle ist gut. Ende und aus.

Der Sound hätte meines Erachtens ein wenig differenzierter sein können und das Songwriting auch ein weniger variabler, aber es ist schön zu sehen, dass die Burschen einfach nur das machen, worauf sie Bock haben. Straighten Old School Death Metal. Und ich habe Bock, solchen zu hören. Passt also.

Throbbing Pain – Rotten Doctrines
Fazit
Throbbing Pain aus Hamburg klingen anno 2021 sehr frisch, obwohl sie old schooligen Death Metal präsentieren. In 30 Minuten ist auch alles gesagt. Recht abwechslungsreich mit vielen Tempowechseln geht man zu Werke und bleibt interessant - aber natürlich erfinden sie das Rad nicht neu und etwas Neues bekommt man auch nicht geboten. Death Metal Lunatics sollten das Teil unbedingt anchecken.

Anspieltipps: Hate Campaign und Bloodmoon Massacre
Michael E.
7.5
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