Artist: Turn The Course
Herkunft: Schweinfurt, Deutschland
Album: Grey Skies (EP)
Spiellänge: 17:56 Minuten
Genre: Post Metalcore, Metalcore, Post Hardcore
Release: 28.08.2020
Label: Eigenproduktion
Link: https://turnthecourse.github.io/
Bandmitglieder:
Gesang – Felix Scheider
Gitarre und Synthesizer – Joshua Simon
Gitarre – Dominik Kimmel
Bassgitarre – Dieter Simon
Schlagzeug – Noah Ries
Tracklist:
- A Long Lost Silence
- Abadoned
- The Sickness ft. David „Dave“ Beule
- Hope
- Lost In The Deep
Nicht selten habe ich davon bereits berichtet, dass der Markt von extrem vielen Metal und Metalcore Bands überschwemmt ist, die nicht, weil sie etwas können, da sind, sondern, weil es heutzutage einfach zu simpel ist, sich einer breiten Masse vorzustellen. Zeitgleich wird es als Band immer schwerer herauszustechen. Von der anderen Seite aus betrachtet ist es für einen Fan der Genres quasi unmöglich, Namen einer Band noch zu greifen, denn dank „Mix der Woche“ und unzähligen „moderierten“ Playlists kommt es einem so vor, als wäre alles ein One-Hit. Aber eines haben die Jungs von Turn The Course im Interview bereits bewiesen, sie sind äußerst sympathisch. Da Sympathie nichts mit musikalischer Expertise zu tun hat (leider), geht es nun ans Eingemachte, denn die neue EP, welche auf den Namen Grey Skies hört, liegt mir hier zur digitalen Verköstigung vor.
Auch wenn der Titel des ersten Songs etwas anderes vermuten lassen könnte, ist A Long Lost Silence alles andere als still. Mit ruhiger Einleitung geht es quasi in den ersten „halben“ Breakdown. Hier zeigen die Schweinfurter, dass man sich im eher klassischen Metalcore wohlfühlt, der sich mit Post Hardcore-Elementen einen Streit liefert. So zeigt sich im klar gesungenen Part eine Stärke, denn auch wenn Felix Scheider besser shoutet als er klar singt, bringt man so eine ordentliche Ladung Emotionen in die Tracks und dass, ohne gleich kitschig oder gar knabenchorartig zu werden. Da man versteht, zwischen Midtempo und Uppertempo zu wechseln, schaffen Turn The Course zum einen genug Groove, als auch eine nette Ladung an Mitmachpassagen.
Auch wenn man sich beim Track The Sickness Support von Vitja Fronter David Beule geholt hat, finde ich, dass man sich nicht unbedingt einen Gefallen getan hat. So sind aus meiner Sicht die anderen vier Songs auf Grey Skies bei Weitem aussagekräftiger und abwechslungsreicher. Vielleicht ist es aber auch das für Hardcore so typische und „rotzige“ Gehabe, was mir nicht so passen will, denn sobald die Gitarren zur Bridge/Solo einsetzen, kann der Song doch noch überzeugen.
Hope ist in erster Linie eines – atmosphärisch, um dann mit Lost In The Deep die EP abzuschließen. Zusammengefasst bin ich zwar nicht von den Socken gehauen, doch habe ich bei Weitem schlechtere EPs vorliegen gehabt. Positiv finde ich, dass nicht alles „totgemastert“ wurde und man sich einen eigenen Soundstil beibehält. So bleibt am Ende auch mehr übrig, als nur ein grauer Himmel.




