Eventname: Ultima Ratio Fest 2025
Headliner: Dark Tranquillity
Vorbands: Iotunn, Equilibrium, Soen
Ort: Garage, Bleichstraße 11-15, 66111 Saarbrücken
Datum: 10.10.2025
Kosten: 55 Euro Vorverkauf
Genre: Metal
Besucher: ~600
Veranstalter: Saarevent GmbH
Setliste:
- Mistland
- Kinship Elegiac
- The Tower Of Cosmic Nihility
- Born To Be Epic
- Renegades – A Lost Generation
- Bloodwood
- Blut Im Auge
- Cerulean Skies
- Shelter
- Nexus
- Sincere
- Antagonist
- Martyrs
- Unbreakable
- Modesty
- Memorial
- Lotus
- Violence
- Punish My Heaven
- Edenspring
- Lethe
- The Emptiness From Which I Fed
- The Dividing Line
- The New Build
- The Endless Feed
- Through Smudged Lenses
- My Negation
- Lost To Apathy
- Not Nothing
- Atoma
- Unforgivable
- Terminus (Where Death Is Most Alive)
- Misery’s Crown
Kaum ein halbes Jahr ist es her, dass Dark Tranquillity in der Garage Saarbrücken zu Gast waren. Damals auf der Endtime Signals European Tour, nun im Rahmen des Ultima Ratio Fest 2025. Mit dabei sind die Dänen von Iotunn, Equilibrium aus Bayern und Soen, die überwiegend aus Schweden kommen.

Den Opener des Abends machen Iotunn und was soll ich sagen … Ich habe es schon lange nicht mehr erlebt, dass mich die erste Band des Abends, von der ich vorher gerade mal den Namen gehört hatte, so aus den Latschen haut. Was das Quintett um Ersatz-Frontmann Morten Bering Bryld da abfeuert, ist einfach grandios. Und das geht nicht nur mir so – auch die Fans in den ersten Reihen gehen richtig mit. Und auch optisch wirken Iotunn, insbesondere wegen des imposanten Mikroständers von Morten, der mich an eine Mischung aus Lichtschwert und Saurons Streitkolben erinnert. Auch wenn ich hin und wieder Schiss habe, dass ich gleich geblitzdingst werde. Nach drei Songs ist die halbe Stunde Spielzeit dann tatsächlich auch schon rum – aber auch kein Wunder, wenn die Songs teilweise über zehn Minuten lang sind.

Nach kurzer Umbaupause geht es dann auch direkt mit Equilibrium weiter. Die Jungs habe ich nun bestimmt eine Dekade nicht mehr live gesehen und auch musikalisch nicht wirklich verfolgt, daher bin ich auch etwas verwundert ob der Klänge, die aus den Boxen schallen. Irgendwie klingt das alles relativ Core-lastig – was beileibe nichts Schlimmes ist –, trotzdem hatte ich das so nicht erwartet. Frontmann Fabi, seit 2023 am Mikro, springt dabei wie ein Derwisch über die Bühne und versucht, die Menge nach Kräften anzuheizen. Die sträubt sich aber irgendwie ein bisschen und somit springt der Funke leider nicht so wirklich über.

Nächste Band des Abends sind im Anschluss Soen. Gegründet wurde die Band von Schlagzeuger Martin Lopez (ex-Opeth, ex-Amon Amarth) in Schweden, mittlerweile eher als multinationale Band zu betrachten. Musikalisch sind Soen sehr melodisch getragen unterwegs, hier und da meine ich, Einflüsse von Pink Floyd herauszuhören. Insgesamt nicht so ganz meine Welt und auch irgendwie als Vorband vor Dark Tranquillity eher unkonventionell, aber die Menge feiert Soen! Und ich muss neidlos die musikalischen und gesanglichen Fähigkeiten anerkennen. Bei Unbreakable ist der Gesang teilweise dreistimmig – das verursacht dann doch etwas Gänsehaut! Beim Intro zu Memorial muss ich dann etwas grinsen, da es mich im ersten Moment doch sehr an One von Metallica erinnert, und ich bin da auch definitiv nicht der Einzige, der diesen Gedanken hat.

Nach einer guten halben Stunde Umbaupause ist dann alles bereit für den Headliner des Abends – Dark Tranquillity. Diese haben für das Ultima Ratio Fest 2025 eine besondere Show angekündigt, da das Album The Gallery sein 30- jähriges Jubiläum feiert und Character auch bereits 20 Jahre auf dem Buckel hat. Daher starten Michael Stanne und seine Mitstreiter zunächst mit fünf Songs von The Gallery, dessen Cover auch als riesiges Banner hinter dem Schlagzeug angebracht ist. Los geht es mit Punish My Heaven und man merkt direkt, dass dieser Song schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Er wirkt deutlich roher als die neueren Songs, und Dark Tranquillity lassen dies auch genau so klingen. Da wird nichts glattgebügelt, die Songs sind genauso ungebändigt, wie sie zum Zeitpunkt des Erschaffens waren. Das ist im ersten Moment etwas unerwartet, macht aber auch den Reiz des Sets aus! Und ich kann guten Gewissens sagen, dass ich von den ersten zehn Songs mindestens sieben noch niemals live gehört habe, entsprechend grandios kommt dieses Set bei mir an. Nach fünf Songs von The Gallery folgen fünf von der 2005 erschienenen Platte Character.

Dies wird mit einem Bannerwechsel eingeleitet und nun gibt es auch die ersten zarten Visuals, für die Dark Tranquillity mittlerweile so bekannt sind. Der letzte der fünf Songs von Character ist Lost To Apathy. Dieser ist einer der üblichen Verdächtigen, den man sehr oft zu hören bekommt, und leitet quasi in den dritten Teil der Show ein, in dem nun das Banner entfernt wird, um eine weiße Wand für die Videoeinspieler zu haben. Nun folgen fünf weitere Songs von verschiedenen Platten und nun hauen Stanne und seine Kollegen die Hits raus. Los geht es mit Not Nothing gefolgt von Atoma, Unforgivable und Terminus (Where Death Is Most Alive). Und wie sollte es anders sein, beenden Dark Tranquillity ihr Set mit Misery’s Crown. Für Fans, die Dark Tranquillity noch nicht so oft gesehen haben, war die heutige Show aufgrund der Jubiläen von The Gallery und Character sicherlich etwas eigenwillig. Für mich, der die Jungs schon über ein Dutzend Mal gesehen hat, war es ein absolut grandioser Abend, der sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird!



































