“Definitiv eine mächtige Steigerung zum Debütalbum“

Artist: We Saw Worlds Collide

Herkunft: Augsburg, Deutschland

Album: Apeiron

Spiellänge: 34:16 Minuten

Genre: Alternative Metal, Progressive Metal

Release: 09.12.2016

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/wesawworldscollide/

Bandmitglieder:

Gesang – Markus
Gitarre – Chris
Gitarre – Gregor
Bassgitarre – Franz
Schlagzeug – Daniel

Tracklist:

  1. Chapter I – Chaos
  2. Chapter II – Awakening
  3. Chapter III – New Beginning
  4. Chapter IV – Construction
  5. Chapter V – Restrictions
  6. Chapter VI – Escalation
  7. Chapter VII – Predestination

 

Gegründet wurde die Band We Saw Worlds Collide Anfang des Jahres 2012, erste Auftritte gab es bereits im Juni des gleichen Jahres. Im Herbst 2013 erschien das selbstbetitelte Debütalbum, zu dem ich ebenfalls bereits das Review schreiben durfte, und jetzt legten die fünf Jungs am 09.12.2016 mit dem Album Apeiron nach. Auf der Facebook-Seite der Band steht unter Genre einfach nur „Alternative Metal“, wobei das hier kein „easy listening“ ist, sondern schon gewisse Ansprüche an den Hörer stellt.

Gleich beim ersten Track Chapter I – Chaos ist der Name Programm, die Shouts von Markus werden einem, begleitet von einem wahren Riffgewitter, um die Ohren gehauen, dass man sich vorkommt, wie von einer Riesenwelle umgeschmissen und in einen tiefen Strudel hinabgezogen. Bevor man aber keine Luft mehr bekommt, wird die wahnwitzige Karussellfahrt von einem sehr an System Of A Down erinnernden cleanen Part abgelöst, und auch an Bands wie Soen, Port Noir oder Agent Fresco darf man im weiteren Verlauf immer mal wieder denken. Geht nicht? Geht doch, und zwar richtig gut! Wie Markus diesen rasanten Wechsel zwischen Shouts, Growls und Clean Vocals schafft, weiß ich nicht, aber langweilig dürfte es weder bei den Aufnahmen gewesen sein, noch wird es das für den Hörer.

Ein wenig mehr Grundtempo legt Chapter II – Awakening vor, und dieser Song ist dann, falls man es nach Chaos noch nicht sein sollte, tatsächlich der Wachmacher. Ähnlich aufgebaut, wie der Vorgänger, fällt mir hier noch eine weitere Band ein, die ab und zu um die Ecke schaut, nämlich 30 Seconds To Mars. Das sind aber immer nur sehr flüchtige Eindrücke, denn schwupps sind We Saw Worlds Collide schon weitergezogen und zertrümmern gemeinsam alles, was sich ihnen in den Weg stellt.

Schön wie der neue Morgen und überwiegend sehr lässig und jazzig kommt Chapter III – New Beginning daher, aber ohne Shouts kommt natürlich auch dieser Track nicht aus. Begleitet von einem wahren Soundgewitter bauen die sich dann wie eine riesige Dampfwalze vor einem auf und walzen alles nieder. Der Wiederaufbau erfolgt dann mit Chapter IV – Construction, wieder mit wunderbar melodischen Parts gesegnet, bei denen dann sogar mal kurz ein Mädel mit einer tollen Stimme zu hören ist. Die umso krasseren Shouts und Growls dürften manche Metalcore-Bands neidisch nach Augsburg blicken lassen, und auch Breakdowns beherrschen We Saw Worlds Collide richtig gut.

Wenn der Track auch Chapter V – Restrictions heißt, so gibt es hier zumindest musikalisch weiterhin keine Begrenzungen. Die Spielwiese, auf der sich die fünf Jungs austoben, ist nach wie vor sehr groß und noch an keiner Stelle ausgetreten. Die Lyrics, die We Saw Worlds Collide erfreulicherweise auf http://wesawworldscollide.com/lyrics-apeiron-i/ für das komplette Album  zur Verfügung gestellt haben, erschließen sich mir zugegebenermaßen aber nicht wirklich, viiieeel zu lyrisch und metaphorisch 😀

Laut Titel kommt es jetzt zu einer Eskalation, der sechste Track heißt nämlich Chapter VI – Escalation, aber im Vergleich zu den anderen Songs ist das hier der fast melodischste des ganzen Albums und mit wunderbaren Gitarrenläufen ausgestattet. Also vielleicht so etwas, wie eine „Begeisterungseskalation“, dann passt es. Obwohl das eigentlich kaum möglich ist, denn was We Saw Worlds Collide, auch mit dem letzten Track Chapter VII – Predestination, der mich noch einmal mächtig an die alten Werke von 30 Seconds To Mars erinnert, hier abliefern, hat definitiv mehr Beachtung verdient.

Das Video zum ersten Track Chapter I – Chaos gibt es hier zu sehen:

We Saw Worlds Collide - Apeiron
Fazit: Wie ich schon in meinem Fazit zum Debütalbum von We Saw Worlds Collide schrieb, ist das, was We Saw Worlds Collide mit Apeiron rausgehauen haben, für mich wieder einmal der Beweis, dass sich in der Metalwelt immer noch viel zu viele mächtig unterbewertete Bands rumtreiben. Wer so mutig sämtliche Grenzen überschreitet, dabei aber trotzdem in seinen Songs immer nachvollziehbar bleibt und nie den Faden verliert, dem sollte man mehr als nur ein Ohr gönnen. Ohne Label im Rücken dann noch mit einer derartigen Professionalität ein Album wie Apeiron zu produzieren, das ja bereits das zweite Album der Band ist, lässt mich ganz tief meinen imaginären Hut ziehen. Jetzt hoffe ich, dass ich das Ganze auch mal live erleben darf. Highscore und unbedingte Kaufempfehlung!

Anspieltipps: alles
Heike L.10
10Gesamtwertung
Leserwertung: (4 Votes)
9.3

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