White Void – Anti

Norwegens Super-Group mit Debütalbum bei Nuclear Blast

Artist: White Void

Herkunft: Norwegen

Album: Anti

Spiellänge: 46:03 Minuten

Genre: Classic Rock, Progressive Rock

Release: 12.03.2021

Label: Nuclear Blast / Rough Trade

Links: https://www.facebook.com/whitevoidofficial

Bandmitglieder:

Gesang – Lars Nedland
Gitarre – Eivind Marum
Bass – Vegard Kummen
Schlagzeug – Tobias Solbakk

Tracklist:

  1. Do. Not. Sleep. (Video bei YouTube)
  2. There Is No Freedom But The End
  3. Where You Go, You’ll Bring Nothing
  4. The Shovel And The Cross (Video bei YouTube)
  5. This Apocalypse Is For You (Video bei YouTube)
  6. All Chains Rust, All Men Die
  7. The Fucking Violence Of Love
  8. The Air Was Thick With Smoke

Kaum ist die Rezension einer norwegischen Band online, erreicht mich nach LÜT nun das Debüt einer weiteren Band aus diesem Land. Allerdings sind hier nicht aufstrebende Newcomer am Werk, sondern international bekannte Künstler, die mit anderen Bands erfolgreich sind. Die Mitglieder von White Void kommen ursprünglich aus dem norwegischen Black Metal, aus Chiptune Electronica, sowie Popmusik und dem Blues. Den Mittelpunkt stellt Lars Are Nedland dar, ein langjähriges Mitglied von Borknagar und Solefald. Die weiteren Bandmitglieder setzen sich aus Tobias Solbakk von Ihsahn, Electronica-Spezialist Vegard Kummen und dem Blues-Rock-Virtuosen Eivind Marum zusammen.

Quelle: Nuclear Blast GmbH

In dem Pressetext zum Album schmeißt Nuclear Blast nur so mit Fremdworten um sich, dass man erst einmal Wikipedia bemühen muss. Da ist von „Die eklektischen Hardrocker“, und „unapologetischem Hard Rock“ sowie vom „großspurigen Gestus“ die Rede. Das Album ist weit vom Mainstream entfernt, obwohl es eingängige Melodien bietet. Anti ist tatsächlich schwer einzuordnen und es ist auf jeden Fall weit von dem entfernt, wofür die Bandmitglieder normalerweise sonst bekannt sind. Fakt ist, es ist ein Album, das genauso klar strukturiert daherkommt wie Melodic Rock Alben der Mittachtziger. Es ist auf düstere Art melodiös und es ist durchsetzt mit Soli, Hooks und Licks. Die Keyboards erinnern mich bei The Fucking Violence Of Love an die Orgel von Jon Lord, Gesangspassagen an Marillion und lang gezogene Instrumentalparts an den Prog Rock der Siebziger. Es sind zwar nur acht Songs, diese sind aber alle zwischen fünf und acht Minuten lang. Die Instrumentalisierung ist immer üppig und fällt wie bei The Shovel And The Cross in den Power Metal Bereich ein. Anleihen nimmt das Songwriting aber auch bei New Wave Harmonien der Neunziger. Wie schon gesagt, auch durch Tempowechsel und differenzierte Instrumentalisierung ist Anti nicht in einer Schublade zu erfassen. Die Songs entwickeln eine interessante Dynamik. Und textlich? Leider liegen mir die Lyrics nicht vor. Auch hier zitiere ich einmal den Marketingtext: „Das Konzept basiert auf Albert Camus‘ Absurdismus und stellt die Frage nach dem passenden Umgang mit einer Existenz, die in ihrem Kern absurd ist.“ Alles klar?

Am Anfang wusste ich mit dem Album nicht um. Mittlerweile bin ich begeistert. Es bietet musikalisch so viele Feinheiten. Es ist definitiv nichts für zwischendurch. Die vier haben mittlerweile bereits drei Songs als Video-Single veröffentlicht. Die Auswahl ist exemplarisch für das gesamte Album. Zieht euch die Videos zu Do. Not. Sleep., The Shovel And The Cross und This Apocalypse Is For You einmal rein.

Wie es mittlerweile bei Nuclear Blast so üblich ist, gibt es das Album Anti in diversen Ausführungen. Die Standard-CD kommt im Juwelcase daher. Eine auf 200 Stück limitierte Ausgabe beinhaltet zudem ein Bandlogo-Patch. Die Standard-Vinyl ist schwarz, limitierte Ausgaben gibt es in weiß (300 Stück) sowie pink/grau splatter (100 Stück). Digitale Ausgaben als Stream und Download sind auf alles bekannten Kanälen zu beziehen.

Mein Favorit ist das ruppigste Stück der Platte:

White Void – Anti
Fazit
Ein Album, das so kontrovers wie die Ankündigung ist. Erfrischend anders. Absolut hörenswert und kurzweilig. Ein Album, das im Prinzip viele Geschmäcker der unterschiedlichsten Stilrichtungen ansprechen müsste.

Anspieltipps: Verzichte ich drauf. Anstellen, Lautstärke aufdrehen, zurücklehnen, Augen schließen und komplett genießen.
Norbert C.
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