M’era Luna vom 13.08.2016 – 14.08.2016 auf dem Flugplatz Hildesheim

Festivalname: M’era Luna Festival 2016

Bands (alphabetisch): Aeverium, Agent Side Grinder, Apocalyptica, Beborn Beton, Cassandra Complex, Centhron, Chrom, Combichrist, Diary Of Dreams, Diorama, Eisbrecher, Erdling, Essence Of Mind, In Extremo, Faun, Gothminister, Hämatom, Heldmaschine, Hocico, IAMX, Die Krupps, Lacrimas Profundere, Lacrimosa, Letzte Instanz, A Life Divided, The Lord Of The Lost Ensemble, Me The Tiger, Noisuf-X, Oomph!, Rabia Sorda, Shaârghot, The Sisters Of Mercy, [:SITD:], S.P.O.C.K., Stahlmann, Suicide Commando, Vlad In Tears, VNV Nation, Within Temptation, Zeromancer

Lesungen (chronologisch): Markus Heitz, Luci Van Org, Christian Von Aster

Ort: Am Flugplatz, Hildesheim

Datum: 13.08.2016 – 14.08.2016

Kosten: 94,00 € VVK für das M’era Luna Kombiticket (inkl. 5,00 € Müllpfand)

Genre: Gothic, EBM, Symphonic Metal, Industrial Metal, Darkwave, Neue Deutsche Härte, Mittelalter Rock, Folk, Rock, Synthie Pop

Veranstalter: FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH (https://www.facebook.com/fkpscorpio)

Link: https://www.facebook.com/events/123921107951818 und http://www.meraluna.de/

Mera Luna Festival Poster 2016

In diesem Jahr sind ja schon einige Festivals den Wetterkapriolen zum Opfer gefallen bzw. haben diese zumindest den Ablauf doch empfindlich gestört. Aber beim M’era Luna, das im 30 km südlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover gelegenen Hildesheim stattfindet, hatte der Wettergott entweder ein Einsehen oder war im Urlaub. An beiden Tagen schien von morgens bis abends die Sonne und hier wurde dann jede Wolke, die ein wenig Schatten spendete, freudig begrüßt. Da habe ich dann wirklich die Besucher überhaupt und gar nicht beneidet, die sehr viel Zeit und Mühe in die teilweise wirklich wunderhübschen, teilweise auch sehr skurrilen Outfits investiert hatten. Obwohl ich selbst aus Hildesheim stamme und die ersten dreißig Jahre meines Lebens dort verbracht habe, ist dies mein erstes Mal beim M’era Luna, aber, so viel kann ich schon mal sagen, es war definitiv nicht das letzte Mal.

Tag 0 – 12.08.2016

Wie üblich, startet das M’era Luna aber nicht mit Musik, sondern am Abend des 12.08.2016 mit Lesungen im Disco Hangar. Dieser ist komplett gefüllt, teilweise sitzen die Besucher auf dem Boden oder stehen am Rand, ganz hinten oder auch draußen. Die großen Tore sind weit geöffnet, also dürfte man auch hier alles sehr gut mitbekommen. An diesem Abend betreten nacheinander Markus Heitz, Luci van Org und Christian von Aster die Bühne und lesen Ausschnitte aus ihren aktuellen Werken, die so unterschiedlich sind, dass garantiert keine Langeweile aufkommen kann. Markus Heitz ist, obwohl ich ein großer Fan von Fantasy Romanen bin, bislang komplett an mir vorbeigegangen, aber bei seiner sehr lebendigen Lesung kann ich mühelos in die Geschichte einsteigen und die Aktionen der Protagonisten verfolgen. Sein immer wieder eingestreuter Satz „…wie es weiter geht, kann ich aus dramaturgischen Gründen hier nicht verraten, aber das kann man meinem neuesten Roman, der hier käuflich zu erwerben ist, entnehmen…„, hat beim dritten Mal dann fast schon so etwas wie einen Kultstatus. Luci van Org liest nicht nur, sondern greift sich zwischendurch auch die mitgebrachte Akustikgitarre und trägt den Song Das Herz Einer Mutter ihrer Band Üebermutter sowie auch den Song Hallelujah, im Original von Leonard Cohen, vor. Dann erzählt sie auch noch, dass sie derzeit dabei ist, die Edda in eine neuzeitliche Fassung zu übertragen und zitiert aus den bereits von ihr transferierten Geboten Lokis, was immer wieder für laute Lacher sorgt. Auch Christian von Aster sorgt mit seinen sehr detailreichen Beschreibungen von ungewöhnlichen, aber teilweise bereits ausgestorbenen Tieren, den so genannten Viecherversen, immer wieder für großes Gelächter im Hangar. Nach den Lesungen stehen die drei dann natürlich noch für Gespräche, Autogramme, Fotos und Fachsimpeleien zur Verfügung.

Lesung @ M'era Luna 2016 08 12

Lesung @ M’era Luna 2016 08 12

Tag 1 – 13.08.2016

Am Samstag geht es dann aber auch musikalisch los. Die Wahl zum 2016er M’era Luna Newcomer hat die Band Shaârghot gewonnen und darf somit das Festival am 13.08.2016 um 11 Uhr auf der Mainstage eröffnen. Das Infield ist, wie es um diese Zeit auf Festivals ja fast schon normal ist, nur zu einem sehr kleinen Teil gefüllt, aber die Männer aus Frankreich übertragen den Spaß, den sie augenscheinlich auf der Bühne haben, auch auf die Anwesenden. Bei dieser fast schon wahnwitzigen Kombination aus aggressivem Gitarrengeschredder und den Puls beschleunigenden Drumattacken mit so eingängigen und tanzbaren Rhythmen kann eigentlich kaum jemand stillstehen. Die meisten, inklusive meiner Wenigkeit, sind sich auch einig, dass der Auftritt definitiv hätte länger dauern können, aber es warten ja noch so viele weitere Bands und der Zeitplan soll natürlich möglichst eingehalten werden.

So starten dann die Jungs von Vlad In Tears ihren Auftritt im Hangar pünktlichst und werden bei ihrer Coverversion von Wicked Games genauso abgefeiert wie auch während der restlichen Spielzeit. Mal eine andere Gangart im Alternative Rock, definitiv sehens- und hörenswert. Wieder zurück an der Main Stage gibt es die Band Erdling, die mit ihrem Debütalbum Aus Den Tiefen auch bei mir gut punkten konnte. Der Titeltrack darf bei diesem sehr energiegeladenen Auftritt natürlich genauso wenig fehlen wie Stimme Der Wahrheit. Auch live können die Jungs mich überzeugen, aber bei einer Band, die schon Lord Of The Lost oder Megaherz supportet hat, war das nicht anders zu erwarten. Auf den Auftritt der Band A Life Divided habe ich mich sehr gefreut, es ist das zweite Mal, dass ich die Jungs aus München live erleben darf und auch heute rocken sie wieder die Bühne. Mit fünf Alben in der Hinterhand kann man natürlich aus den Vollen schöpfen und so gibt es mit Doesn’t Count, The Most Beautiful Black oder Heart On Fire einen richtig gelungenen Querschnitt. Natürlich darf auch das VNV Nation-Cover Perpetual nicht fehlen und VNV Nation Frontmann Ronan Harris lässt es sich nicht nehmen, für eine kurze Gesangseinlage ebenfalls auf die Bühne zu kommen, was mit lautem Jubel der Anwesenden beantwortet wird.

A Life Divided @ M'era Luna 2016 08 13

A Life Divided @ M’era Luna 2016 08 13

So bunt gemischt wie das Publikum sind auch die Genres, die beim M’era Luna wieder vertreten sind. Die nächste Band auf der Main Stage, Stahlmann, steht dabei definitiv für die etwas härtere Schiene, Industrial Metal bzw. NDH ist angesagt. Bei der Setliste konnte man sich aus vier Alben bedienen und das haben die Jungs auch getan. So gibt es den Bandnamen Stahlmann genauso eingehämmert, wie Spring Nicht, Der Schmied, Schwarz und Plasma. Gestartet wird die sehr sehenswerte Show mit Feindflug, sie endet mit den lauten Zugabe-Rufen aus den ersten Reihen. Weiter geht es im munteren Kontrastprogramm mit Dark Rock, dargeboten von Lacrimas Profundere. Gerade am Vortag wurde das neueste Album Hope Is Here veröffentlicht und natürlich gibt es auch von diesem Werk etwas zu hören. Gestartet wird mit Awake, aber auch bei My Halo Ground oder dem Titeltrack Hope Is Here sind die Fans, für mich erstaunlich, schon textsicher. Mit Black Moon, bei dem sich Frontmann Rob Vitacca die Akustikgitarre umhängt, gibt es für mich auch die erste reinrassige Ballade des Tages. Mit Songs wie Awake, My Release In Pain oder Amber Girl werden aber natürlich auch andere Alben bedacht. Insgesamt ein relativ zurückhaltender Auftritt der fünf Männer. Gar nicht zurückhaltend sind Oomph! und insbesondere Dero Goi zeigt mal wieder, was es heißt, eine Rampensau zu sein. Für mich nahezu unfassbar, dass diese Band, die es schon seit fast 20 (in Worten: zwanzig!!!) Jahren gibt, immer noch so frisch und munter daherkommt wie in den Anfangstagen. Und natürlich gibt es auch DEN einen Song aus den Anfangsjahren, der es sogar auf Platz 1 der damaligen Singlecharts geschafft hat, nämlich Augen Auf!. Der Track beschließt die Show, die mit Mitsingklassikern wie Labyrinth, Träumst Du, Sandmann oder Gott Ist Ein Popstar nur so gespickt ist und die nicht nur für die Band sehr schweißtreibend ist. Die Sonne meint es sehr gut an diesem Tag und die Auswirkungen kann man am nächsten Tag bei vielen Besuchern an vielen rot gefärbten Stellen des Körpers sehen.

Oomph! @ M'era Luna 2016 08 13

Oomph! @ M’era Luna 2016 08 13

Und wieder mal ist ein ziemliches Kontrastprogramm angesagt, denn Diary Of Dreams besitzen zwar mit Adrian Hates ebenfalls einen sehr charismatischen Frontmann, aber hier hält eher diese Grundmelancholie Einzug, die viele Bands zu vermitteln versuchen, oft aber daran scheitern. Diary Of Dreams scheitern definitiv nicht, wobei ich im Nachhinein von vielen Fans höre, dass die Setliste mit Songs wie Malum, Soul Stripper, Grau Im Licht oder Undividable eine sehr mutige Auswahl umfasst. Ich kannte die Band vorher nicht, aber mich haben sie genau mit dieser Setliste sofort für sich gewonnen. Diese Darkrock-Songs mit ihrer Mischung aus sich teilweise hoch auftürmenden Gitarrenwänden, wunderbaren Keyboard-Melodien und Adrians ausdrucksstarkem Gesang sind einfach großartig, und auch hier vergeht die Spielzeit von einer knappen Stunde wie im Flug.

Danach wird es dann zum ersten Mal überwiegend Instrumental, die vier Männer von Apocalyptica betreten nacheinander die Bühne. Los geht es mit Reign Of Fear und Grace, bevor Franky Perez ebenfalls die Bühne betritt und bei I’m Not Jesus und House Of Chains beweisen darf, welch guter Sänger er ist. In der Setliste dürfen die Metallica-Cover Master Of Puppets und Seek & Destroy dann aber genau so wenig fehlen wie Inquisition Symphony (im Original von Sepultura) oder die Apocalyptica-Version von Edvard Griegs In The Hall Of The Mountain King. Für zwei weitere Songs kommt Franky Perez noch einmal auf die Bühne, die Finnen bieten also durchaus eine ausgewogene Mischung aus instrumentalen Stücken und Songs mit Gesang.

Da ich jetzt ausnahmsweise mal einen „Schleichweg“ benutzen darf, um in den Hangar zu gelangen, komme ich dort genau rechtzeitig an, um den Auftritt von [:SITD:] mitzunehmen. Die haben, genau wie ich, die Reise aus dem Ruhrgebiet angetreten, um hier dabei zu sein. In diesem Jahr feiert man das 20-jährige Bandbestehen, aber ich sehe sie heute zum ersten Mal. Zur Setliste kann ich daher nicht viel sagen, Dunkelziffer, Redemption und Snuff Machinery sind allerdings noch hängengeblieben. Während Carsten Jacek vorn am Bühnenrand herumwirbelt und die Fans im Hangar ordentlich zum Mitmachen animiert, bleiben Thomas „Tom“ Lesczenski und Francesco „Frank“ D’Angelo an ihren Synthesizern im Hintergrund und rahmen damit das Backdrop der Band ein. Den Sound der drei Männer würde ich als minimalistisch aber extremst tanzbar bezeichnen und der Termin für die Jubiläumsshow im Oktober ist schon mal im Kalender eingetragen.

[:SITD:] @ M'era Luna 2016 08 13

[:SITD:] @ M’era Luna 2016 08 13

Wieder zurück an der Main Stage geht es hier mit Lacrimosa weiter, die kurzfristig als Ersatz eingesprungen sind. Über diese Anfrage seitens der Organisatoren hat man sich natürlich sehr gefreut. Nachdem die Band im vergangenen Jahr ja eine wahre Mammuttour absolviert hat, stehen dieses Jahr nicht ganz so viele Termine im Kalender, aber nach dem WGT in Leipzig tritt man heute eben auch hier beim M’era Luna auf. Dass die Band bereits seit über 20 Jahren besteht, sehe ich weder Frontmann Tilo Wolff noch Anne Nurmi an, aber Lacrimosa begeistern tatsächlich schon so lange ihre Fans auf der ganzen Welt. Mich können sie mit Songs wie Ich Bin Der Brennende Komet, Schakal, Stolzes Herz oder Alleine Zu Zweit nicht wirklich packen und ich meine auch, einige verhaltene Buh-Rufe zu hören. Das finde ich dann persönlich allerdings nicht so schön, denn gerade die Vielfalt der auf dem M’era Luna vertretenen Bands macht es ja aus. Das nur mal so als Randnotiz.

Im Hangar geht es dann mit Die Krupps weiter, die ja am 05.08.2016 auf dem W:O:A aufgetreten sind und die ich bei ihrem Secret Gig am 04.08.2016 im Kulttempel in Oberhausen schon live erleben durfte. Das Steelophon ist natürlich wieder aufgebaut und die Männer an den Instrumenten sind ebenfalls bereit, als Jürgen Engler augenscheinlich topfit und hochmotiviert die Bühne entert und Die Krupps mit Schmutzfabrik die Meute gleich mal auf Temperatur bringen. Auch Kaltes Herz vom letzten Album V – Metal Machine Music darf genau so wenig fehlen, wie Alive In A Glass Cage, das man auf dem W:O:A gemeinsam mit Andy von Caliban präsentieren konnte, hier müssen wir wieder auf ihn verzichten.

Ich muss mich leider wieder zügig auf den Weg zur Mainstage machen, denn VNV Nation starten eine halbe Stunde nach Die Krupps, und das kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen, denn die habe ich noch nie live erleben dürfen. VNV Nation Frontmann Ronan Harris hatte sich ja schon bei der Show von A Life Divided für einen Song auf der Bühne präsentiert, jetzt gibt es aber etwas über eine Stunde die Performance seiner Band auf Auge und Ohr. Mittlerweile ist auch die Dunkelheit hereingebrochen, so kommt auch die Lichtshow richtig gut zur Geltung. Bei Songs wie Space & Time, Tomorrow Never Comes, Primary, The Farthest Star und Resolution ist Partytime angesagt, Ronan ist der geborene Entertainer und hat die Massen komplett im Griff. Trotz der mittlerweile ja sehr vorangeschrittenen Stunde, es ist mittlerweile 22 Uhr, ist der Großteil der Besucher noch topfit und geht aber mal richtig ab.

Den Weg zurück zum Hangar gehe ich allerdings nach der sehr beeindruckenden Show von VNV Nation nicht mehr, wobei ich mich für diese Entscheidung im Nachhinein in den A…llerwertesten beißen könnte, denn Hocico sollen wohl eine grandiose Show geliefert haben. Bei mir zeigen sich mittlerweile allerdings die ersten Ermüdungserscheinungen, so dass ich die Wartezeit bis zur letzten Show des heutigen Tages einfach nur an der Main Stage sitzen bleibe.

Der Spielplan des ersten Tages wird, für mich erstaunlicherweise, wirklich fast auf die Minute eingehalten, mit nur 10 Minuten Verspätung betreten die Männer des heutigen Headliners die Bühne. Vor lauter Bühnennebel sieht man nicht allzu viel, aber es sind tatsächlich die Herren von The Sisters Of Mercy, die dem ersten Festivaltag zu einem würdigen Abschluss verhelfen wollen. Bei einer Spielzeit von über einer Stunde und einem fast 40-jährigen (!) Bandbestehen kann man natürlich für die Setliste aus dem Vollen schöpfen und wenn ich richtig mitgezählt habe, geben The Sisters Of Mercy heute insgesamt 19 Songs zum Besten, wobei man die Songs eher hört als dass man die Band sieht. Das sei aber, wird mir übereinstimmend von mehreren Fans gesagt, vollkommen normal und bei jeder Show so. Als einzige Band des Festivals haben allerdings The Sisters Of Mercy nicht erlaubt, die Show auch auf der LED-Wand neben der Bühne zu zeigen, so dass ich von meinem Platz aus Songs wie Ribbons, Body Electric, Crash And Burn, First And Last And Always, Lucretia My Reflection, Vision Thing oder den Klassiker Temple Of Love – mit dem ich die Band vor Urzeiten kennengelernt habe – nur als Hörerlebnis genießen kann. Dann ist aber auch der letzte Ton von This Corrosion gespielt und mit dem Applaus der Zuschauer in den Ohren mache ich mich auf den Weg in meine Unterkunft.

The Sisters Of Mercy @ M'era Luna 2016 08 13

The Sisters Of Mercy @ M’era Luna 2016 08 13

Tag 2 – 14.08.2016

Aus Norwegen angereist ist die erste Band des Tages, Essence Of Mind. Die drei Männer wirken auf der Main Stage unter der wieder mal hell vom Himmel herabstrahlenden Sonne ziemlich verloren, wissen aber mit ihren sehr eingängigen Songs, wie Escape oder Wrong, die ich mal in die Schublade Electronic Rock packen würde, die bereits auf dem Infield stehenden Besucher in Bewegung zu bringen.

Genau so wenig wie Essence Of Mind kenne ich die jetzt im Hangar spielenden Me The Tiger, die ebenfalls aus Skandinavien, allerdings aus Schweden, kommen. Mit der hübschen Gabriella am Mikrofon können Me The Tiger sicherlich mit ihrem Auftritt und ihren fast schon im Pop beheimateten, sehr tanzbaren Songs neue Fans hinzugewinnen.

Auf der Main Stage dürfen dann Aeverium für eine halbe Stunde Spielzeit auf die Bühne. Vor zwei Jahren haben sie den Newcomerwettbewerb des M’era Luna gewonnen, letztes Jahr durfte ich sie als Supportact von Dead By April erleben, wo sie fast der Hauptband die Show gestohlen haben. Sänger Marcel lässt sich trotz der relativ kurzen Spielzeit nicht unter Zeitdruck setzen, hat kurze Anekdoten parat und veranstaltet auch ein kleines Singalong-Spielchen mit dem Publikum. Die Setliste hat sich mittlerweile bewährt und hält neben Do You Remember, The Other Side und What Are You Waiting For auch die erste Single Heaven’s Burning (Harvest Time) bereit. Aeva und Marcel harmonieren beim Gesang so toll wie eh und je, und auch die Jungs an den Instrumenten präsentieren sich in ausgesprochener Spielfreude. Wieder mal ein toller Auftritt.

Aeverium @ M'era Luna 2016 08 14

Aeverium @ M’era Luna 2016 08 14

Schnell zurück in den Hangar, denn hier gibt es jetzt mit Rabia Sorda die noch etwas härtere Schiene. Ein weiteres „Spielzeug“ von Erk Aicrag, der diese Band als Nebenprojekt zu Hocico – die ich ja leider gestern nicht gesehen habe – ins Leben gerufen hat und die nun den Hangar rocken dürfen. Um 12 Uhr mittags – High Noon – sind natürlich noch nicht alle Festivalbesucher auf den Beinen, aber der Hangar ist schon gut gefüllt. Mich erinnern Rabia Sorda ein wenig an die frühen Werke von Linkin Park, als diese noch richtig guten NU Metal gespielt haben. Die Band selbst ordnet sich auf ihrer Facebook-Seite unter “ Electronic – Rock – Punk Mariachi-Synth“ ein, was definitiv fantasievoller klingt und es auch irgendwie trifft.

Beim Bandnamen Agent Side Grinder muss ich als Unwissende und jemand, die eher Metal hört, zunächst mal an Grindcore denken, aber so etwas ist natürlich beim M’era Luna nicht zu erwarten und genau das Gegenteil ist dann auch der Fall. Zunächst bin ich noch ein wenig irritiert über den Synthie-Pop, der da jetzt auf der Main Stage stattfindet, aber wer die britische Band Depeche Mode zumindest mag, so wie ich, wird die Schweden von Agent Side Grinder lieben, so wie ich jetzt. Wenn Frontmann Kristoffer Grip auch nicht wirklich Ähnlichkeit mit David Gahan (Depeche Mode) hat, so ähneln seine Bewegungsabläufe denen des Briten auf jeden Fall. Da ich die Band leider heute erst entdecke – aber besser spät als nie – kann ich zur Setliste nur einen Song beitragen, nämlich Giants Fall vom letzten Album Alkimia.

Zurück im Hangar und bei der Band Heldmaschine bin ich fast versucht, den Songtitel des ersten Tracks Wer Einmal Lügt um „…dem glaubt man nicht“ zu ergänzen, aber keine Zeit, die Jungs rocken die Bühne und gönnen uns allen keine Atempause. Schlag auf Schlag geht es weiter mit Songs wie Collateral, Weiter und Propaganda. Der Kalender der Jungs ist noch gut gefüllt, so kann man Heldmaschine auch noch bei einigen Shows mit Megaherz und Erdling live erleben.

Heldmaschine @ M'era Luna 2016 08 14

Heldmaschine @ M’era Luna 2016 08 14

Die Band Letzte Instanz hat ja gerade ihr neues Album Liebe Im Krieg veröffentlicht und mit Wir Sind Eins und Tränen Aus Stein gibt es auch zwei Songs davon zu hören. Gemeinsam mit uns wagen die Jungs aber auch die Flucht Ins Glück, machen uns alle Blind und locken uns mit Komm! in die Finsternis.

Da sich jetzt um kurz vor 14 Uhr mein Magen meldet, verzichte ich schweren Herzens auf Centhron im Hangar und kehre gestärkt pünktlich zum Auftritt von Combichrist an die Main Stage zurück. Deren neues Album This Is Where Death Begins konnte mich nicht überzeugen, aber live habe ich sie noch nicht erlebt, und das ist dann wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich nehme es Energiebündel Andy LaPlegua hier auch definitiv ab, wenn er singt My Life My Rules. Auch Slakt und Scullcrusher gibt es vom neuen Album zu hören, mit Can’t Control, No Redemption oder auch Get Your Body Beat geht es mit der Zeitmaschine dann weiter in die Vergangenheit. Die 40 Minuten Spielzeit kommen mir jedenfalls nicht ansatzweise so lange vor, wie die Zeit, die ich mit dem Hören des Albums verbracht habe.

Combichrist @ M'era Luna 2016 08 14

Combichrist @ M’era Luna 2016 08 14

Es heißt ja „Gegensätze ziehen sich an“, und so ist die nächste Band auf der Main Stage dann die aus München stammende Combo Faun, die sich dem Folk in all seinen Facetten verschrieben hat. Wie meine Lieblingsband aus diesem Genre, nämlich Wardruna, sind auch bei Faun sehr viele traditionelle Instrumente im Einsatz, die ich alle namentlich gar nicht aufzählen kann. Nach Wind Und Geige gibt es mit Alba II einen Track vom neuen Album Midgard, das sich mit den Mythen und Klängen des alten Nordens beschäftigt. Das nach Walpurgisnacht folgende zweiminütige Drehleier-Solo wird von Oliver S. Tyr dann sehr launig mit den Worten angekündigt „So wurden früher Leute gefoltert, heute nennt man das Kultur„. Ich habe Faun zwar noch nie gehört, empfinde aber weder dieses Solo noch den wunderbaren Gesang und auch den gesamten Auftritt, der auch noch mit Liedern wie Blaue Stunde oder Rhiannon aufwarten kann, auch nur ansatzweise als Folter, sondern einfach nur als wohltuend und schön. Definitiv eine meiner Entdeckungen auf dem M’era Luna.

Faun @ M'era Luna 2016 08 14

Faun @ M’era Luna 2016 08 14

Da ich im Programm des M’Era Luna zur Band S.P.O.C.K., die jetzt im Hangar auftreten wird, eine ähnliche Beschreibung des Genres lese, wie bei Agent Side Grinder, mache ich mich also erwartungsfroh auf den Weg. Die drei ganz in Weiß gekleideten Männer mit den lustigen Namen Val Solo, Android und Yo-Haan nehmen sich selbst augenscheinlich nicht allzu ernst, lieben definitiv alles, was irgendwie mit Outta Space zu tun hat und zelebrieren gut gelaunt ihren Synthie Pop. Mich erinnert Frontmann Val Solo, der wie ein weißer Flummi nur auf der Bühne umherhüpft, ein wenig an eine Mischung aus Andy Bell (Erasure) und Jimmy Somerville (Bronski Beat), die ja beide in den 80er Jahren ebenfalls ihren fröhlichen Synthie Pop verbreitet haben. Auch die Songtitel, wie E.T. Phone Home, Dr. McCoy, Astrogirl’s Secret oder In Space No One Can Hear You Scream sprechen eindeutig für das ganz große Thema der drei Männer aus Schweden, aber mich persönlich können sie nicht ansatzweise so begeistern wie eben Agent Side Grinder. Aber ist ja alles Geschmackssache, die Fans sind natürlich begeistert, und es dürften sicherlich auch einige neue Anhänger dazugekommen sein.

S.P.O.C.K. @ M'era Luna 2016 08 14

S.P.O.C.K. @ M’era Luna 2016 08 14

Von einer meiner Time For Metal-Kolleginnen wurde mir die nächste Band auf der Main Stage wärmstens ans Herz gelegt, sie ist ein großer Fan von Lord Of The Lost. Die treten heute als The Lord Of The Lost Ensemble mit einer Gruppe klassischer Musiker/innen an und präsentieren dementsprechend eine akustische Show, es wird düster, es wird ein wenig bombastisch, es wird nachdenklich. Mich wundert es ja ein wenig, dass Chris Harms die Songs anscheinend vom Blatt ablesen muss, aber vielleicht geht es da eher um die Arrangements als um die Texte. Die Fans sind bei Songs wie Go To Hell, What Is Heaven For oder Annabel Lee so etwas wie der große symphonische Chor, der fast genauso gut zu hören ist, wie die Band von der Bühne aus. Den Song See You Soon kündigt Chris Harms mit den Worten an, dass dies ein Lied für all diejenigen sei, die Jemanden verloren haben, denn dieser Verlust sei nicht für immer, sondern man sieht sich irgendwann und irgendwo wieder. Aber ein wenig Spaß darf auch hier sein, denn nach dem vierten Song stellt Chris Harms mit besorgter Miene die Frage ans Publikum „Sitzen meine Haare noch? Hat lange gedauert…„.

So geht dann aber auch nach einer knappen Stunde Spielzeit dieses Erlebnis zu Ende und wieder einmal ist das absolute Kontrastprogramm angesagt, denn die nächste Stunde gehört den Mannen von Eisbrecher. Hatte ich sie mit ihrer Show in Köln noch verpasst, freue ich mich heute umso mehr und natürlich liefert die Band um Alex Wesselsky Gutes ab. Dass Alex auch mal als Der Checker im TV unterwegs war, habe ich dann erst später im Gespräch mit einigen Fans erfahren, denn von dieser Serie habe ich zwar viel gehört, sie aber nie gesehen. Ist auch egal, zunächst mal erscheint Alex als Mann von Welt mit verspiegelter Sonnenbrille auf der Nase und Aktentasche unter dem Arm, aus der er erst mal einen großen Haufen Geldscheine zieht, die er mit großkotziger Geste in die Menge schmeißt. Die Eisbrecher Zentralbank Note hat einen Wert von einhundert Eistalern und liegt jetzt sicher bei mir im Tresor. 😀 Nach den ersten drei Songs Verrückt, Willkommen Im Nichts und Fehler Machen Leute verlassen wir Fotografen dann den Graben und werden von Alex fröhlich verabschiedet. Das bringt ihn auch gleich zum nächsten Thema, das ihm wohl sehr am Herzen liegt. Wir Fotografen dürfen natürlich Fotos machen, aber die Fans im Publikum sollen doch bitte ihre Handys wegstecken und die Show genießen und nicht irgendwelche Videos machen, die sich hinterher doch niemand mehr anschaut. Es gibt jetzt eine einmalige Chance, noch Handyfotos von der Band zu machen, dafür gewährt Alex den Zuschauern 30 Sekunden, die gesamte Band baut sich in irrwitzigen Positionen auf, aber dann ist auch Schluss und Alex bittet „Und jetzt weg die Dinger!„. Weiter geht es unter anderem mit Vergissmeinnicht, Himmel Arsch Und Zwirn, 1000 Narben und This Is Deutsch, in dem Eisbrecher sehr witzig die Eigenheiten der Deutschen auf die Schippe nimmt. Bei Miststück hat Alex dann plötzlich einen Taktstock in der Hand, passend dazu gibt es eine kurze Einlage von Rock Me Amadeus (im Original vom leider schon nicht mehr unter uns weilenden Falco – R.I.P.). Dann entdeckt Alex in der ersten Reihe doch wieder einen Fan mit Handy in der Hand. Die Androhung „Jetzt schmeiß das Handy weg, sonst schmeiße ich mit dem Stock!„, macht er dann auch umgehend wahr. Tja, wer nicht hören will… 😀 Bei allen lustigen Sprüchen, Anekdötchen und Geschichtchen von Alex ist das alles in allem eine sehr unterhaltsame Show, die zeigt, dass Eisbrecher zu Recht so erfolgreich sind.

Eisbrecher @ M'era Luna 2016 08 14

Eisbrecher @ M’era Luna 2016 08 14

Mit In Extremo betritt dann auch schon die vorletzte Band die Main Stage. Die habe ich schon einmal bei einem Festival in Belgien live erleben dürfen und weiß, dass die Party jetzt auf ihren Höhepunkt zusteuert. Mit mächtiger Pyroshow und einer Masse an hoch in die Luft geschossenen ellenlangen Papierstreifen wird dann auch gleich mal die Kulisse bereitet. Mit im Gepäck haben die Männer ihr neues Album Quid Pro Quo, von dem unter anderem mit Störtebeker, dem Titeltrack Quid Pro Quo und Küss Mich einige Songs gespielt werden. Mit vielen Klassikern, wie Vollmond, Nur Ihr Allein oder Liam geht es dann aber auch weit zurück in die Vergangenheit, wobei In Extremo ja tatsächlich schon auf über 20 Jahre des Bandbestehens zurückblicken können. Die merkt man ihnen nur insofern an, als dass sich in den Gesichtern der Männer viele Lachfalten eingeprägt haben und dass sie sich auf der Bühne blind verstehen und jeder weiß, was der andere wann macht. Diese Vollblutmusiker kann man wahrscheinlich mitten in der Nacht wecken und sie würden aus dem Stegreif eine derartig professionelle und trotzdem niemals statische Show liefern. Wer die Band noch einmal live erleben möchte, dem sei die Quid Pro Quo-Tour empfohlen, die im September und Oktober läuft.

In Extremo @ M'era Luna 2016 08 14

In Extremo @ M’era Luna 2016 08 14

Zum Ende des M’era Luna schwächele ich dann doch ein wenig und verzichte daher schweren Herzens auf die Show von IAMX. Was ich da alles verpasst habe, kriege ich dann von einigen der anderen Fotografen aufs Brot geschmiert. Tja, ich bin halt nicht mehr die Jüngste… 😀

Ein Mal raffe ich mich dann aber natürlich doch noch auf und für die letzte Band des M’era Luna, Within Temptation, tue ich das auch gern. Ich hatte die Niederländer zugegebenermaßen aus den Augen verloren, aber das soll sich ja heute ändern. Vom Bühnenaufbau her wird das auf jeden Fall schon mal gigantisch, drei Ebenen gibt es und sehr viele LED-Wände, mit denen viele verschiedene wunderbare Kulissen erstellt werden können. Nach der einleitenden Ouverture gibt sich Sharon den Adel zunächst einmal sehr zurückhaltend, nur ihr Oberkörper ist hinter dem LED-Panel auf der oberen Ebene zu sehen. Aber sie spielt natürlich nicht lange das schüchterne Mädchen sondern kommt dann doch nach vorn zum Bühnenrand und beweist wieder einmal, dass sie nicht nur ausnehmend gut aussieht sondern auch nach wie vor eine tolle Stimme hat. Über eine Stunde Spielzeit ist angesetzt und das wird eine wahre Vollbedienung für Augen und Ohren. Unfassbare 20 (in Worten: zwanzig!) Jahre gibt es die Band bereits, aber diese Zeit scheint wirklich mehr oder weniger spurlos an ihnen vorbeigegangen sein. Insbesondere Sharon absolviert ein Programm, das man nur als „extrem sportlich“ bezeichnen kann. Ständig wechselt sie zwischen den Ebenen und tanzt wie ein junges Mädchen und hat trotzdem noch ausreichend Luft zum Singen. Mit den übrigen Bandmitgliedern versteht sie sich sowieso blind und so stellt sie immer wieder gern den Kontakt zum Publikum her, das sie vom ersten Augenblick an um den kleinen Finger gewickelt hat. Los geht es in der Setliste mit dem Song, mit dem ich die Band damals kennen gelernt habe, nämlich Ice Queen. Auch das folgende Caged stammt noch vom Album Mother Earth, mit Faster und In The Middle Of The Night macht man dann aber gleich mal einen Zeitsprung über zehn Jahre. Das Black Sabbath-Cover Black Sabbath scheint mittlerweile einen ziemlich festen Platz in der Setliste zu haben und bei Candles kommt dann zum ersten Mal Robert Westerholt mit nach vorn. Bei seinem teilweise growlartigen Gesang kriege ich Gänsepelle! Die Überraschung schlechthin, für mich zumindest, ist dann allerdings der kurze Auftritt von Tarja Turunen. Das Album Hydra aus 2014 war irgendwie an mir vorbeigegangen und somit auch das Duett Paradise (What About Us?). Die nächsten Gänsehautschauer schwappen über meinen Balg – und das liegt nicht daran, dass es jetzt gegen 22:00 Uhr sonderlich kalt geworden wäre. Mit Mother Earth ist dann der letzte Song der regulären Setliste gesungen, aber natürlich verlassen Within Temptation das M’era Luna nicht ohne Zugabe. Dafür kommt dann auch Robert Westerholt wieder auf die Bühne und erzählt uns, dass es in den Niederlanden eine TV-Serie gäbe, bei der immer „Wir gehen noch nicht nach Hause“ gesungen wird. So könnten wir es hier doch auch machen. Wer wollte dem widersprechen?! Also weiter mit What Have You Done und Covered By Roses bevor sowohl der Auftritt von Within Temptation als auch das M’era Luna mit dem Track Lacrimosa ihren würdigen Abschluss finden. Für mich fast schon unfassbar, wurde der Zeitplan zu diesem Zeitpunkt wirklich nur um 15 Minuten überschritten!!

Within Temptation @ M'era Luna 2016 08 14

Within Temptation @ M’era Luna 2016 08 14

Neben diesen vielen unterschiedlichen Shows auf den zwei Bühnen Main Stage und Hangar Stage gibt es auf dem M’era Luna aber auch noch so viel zu entdecken. Neben den Essständen, die unter dem Motto „M’era Luna goes lecker!„, eine große Auswahl von Pizza, Pasta und Pommes über Spanferkel und Suppen bis hin zu vegetarischen Gerichten alles bieten, was der Magen begehrt, gibt es natürlich auch viele Merchstände, an denen man sich zum Beispiel mit Shirts aber auch hochwertigen Gothic-Outfits und -Accessoires eindecken kann. Inspirationen für diese Gothic-Fashion gibt es auf der wieder stattfindenden Modenschau. Dann wäre da noch der Mittelaltermarkt, der sogar einen „Hau-Den-Lukas“ aufgebaut hat. Wenn man es schafft, das Gewicht bis nach ganz oben zu treiben, schlägt eine Flamme aus der Spitze. Bei dem herrlichen Wetter immer dicht umlagert sind die Wasserentnahmestellen, an denen man sich gratis Wasser besorgen kann. Dixie-Klos sind auch gut verteilt auf dem Gelände zu finden, wobei es davon wohl immer zu wenige gibt, denn die Schlangen sind teilweise gefühlt endlos. Mit den stinkenden und bei mir Übelkeit verursachenden Dixies auf dem W:O:A in 2013 haben diese hier aber gar nichts gemeinsam. Da liegt es dann nur an den Benutzern, in welchem Zustand sich der Innenraum befindet. Für wie viele Personen das riesige Gelände ausgelegt ist, kann ich nicht beurteilen, aber man kann sich bei einer Gesamtfläche (inkl. Parkplätzen) von ca. 390.000 qm und einer Fläche des Infieldes von ca. 30.000 qm schon mal gefühlt die Füße platt laufen. Mag aber auch daran liegen, dass ich schon ca. 20 Minuten von meiner Unterkunft zum Gelände unterwegs bin. Von daher würde ich das nicht kritisieren, wobei ich persönlich sowieso nichts zu kritisieren habe. In sehr vielen Posts auf Facebook habe ich gelesen, dass der Sound wohl teilweise sehr schlecht gewesen sein soll. Dazu kann ich nichts sagen, denn ich war entweder im Fotograben oder danach mehr oder weniger neben den Bühnen und bin auch den ganzen Tag nur mit Ohrstöpseln rumgerannt. Apropos Fotograben, für uns Presseleute gab es ein strategisch günstig gelegenes und sehr gut ausgestattetes Pressezelt sowie einige Sonderaktionen, wie zum Beispiel während der Shows von Apocalyptica und In Extremo ein Fotoshooting vom Tower. Danke dafür an die Organisatoren, die auch für eine insgesamt tolle Betreuung gesorgt haben.

People @ M'era Luna 2016 08

Fotoshooting Apocalyptica vom Tower @ M’era Luna 2016 08

Und – last but not least – lebt das M’era Luna natürlich von den vielen unterschiedlichen Besuchern, die das „schwarze Festival“ so bunt machen. Friedlich und in bester Laune feiert man dieses große Beisammensein, die Bands und ein wenig auch sich selbst. Dass wir dabei auch noch so großes Glück mit dem Wetter hatten, ist ein weiteres Puzzleteil, das sich perfekt in dem Gesamtbild macht. Nicht zum ersten Mal gibt es wieder eine Umfrage unter den Besuchern und für 2017 sind die ersten Bands auch schon angekündigt. Man darf gespannt sein, was da noch für Namen folgen werden.

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