’77 – Bright Gloom

„Die helle Düsternis bringt Licht ins Dunkel“

Artist: ’77

Herkunft: Barcelona / Spanien

Album: Bright Gloom

Genre: Hard Rock

Spiellänge: 41:08 Minuten

Release: 27.04.2018

Label: Century Media Records

Link: https://www.cmdistro.de/Search?q=77

Bandmitglieder:
Gesangt und Gitarre – Armand Valeta
Gitarre – LG Valeta
Bassgitarre – Dani Martin
Schlagzeug – Andy Cobo

Tracklist:
01. Bread & Circus
02. Hands Up
03. Who’s Fighting Who
04. Be Crucified
05. Where Have They Gone
06. It’s Near
07. You Better Watch Out
08. Fooled By Love
09. Last Chance
10. I Want My Money Back
11. Make Up Your Mind

Bereits im April dieses Jahres ist das das fünfte Album der spanischen Hard Rocker ’77 beim renommierten Century Media Records Label erschienen. Wie im Hause Century Media Records üblich, wurde neben der CD auch noch eine Vinylausgabe (black) im Gatefold mit beiliegender CD herausgegeben. Da freut sich das Sammlerherz.

’77 benennen sich nach einem AC/DC Live Dokument, und tatsächlich stehen sie auch ganz in der Tradition von AC/DC, ohne diese zu imitieren. 1977 wurde Let There Be Rock von AC/DC veröffentlicht. Ganz in Tradition von AC/DC muss hier natürlich relativiert werden, denn es betrifft die Bon Scott Ära. Frei, erfrischend und authentisch spielen die vier Jungs, die alle nach dieser Ära geboren sind, auf. Das ist mal wieder so eine geile Platte, wie ich sie mag. So muss Hard Rock klingen. Bemerkenswert ist, dass das komplette Album live aufgenommen und anschließend bearbeitet wurde. Das habe ich nun bei einigen Alben, die ich rezensiert habe, die letzte Zeit öfter gehabt. Ich muss sagen, dass bei diesen Alben in der Regel der Output wirklich hervorragend war. Hard Rock muss authentisch gespielt und gelebt werden. Dann hat er auch die notwendigen Ecken und Kanten, die ich doch bei dem einem oder anderen Album anderer Hard Rock Bands vermisst habe.

In der Unbekümmertheit, die ’77 offensichtlich über all die Jahre seit ihrer Bandgründung 2006 geblieben ist, liegt die absolute Stärke dieses Albums. Wie eben schon erwähnt, spielt die Bon Scott Ära von AC/DC eine Rolle bei der Band. Aber auch Fans anderer klassischen Hard Rock Bands wie Deep Purple oder Led Zeppelin dürften sich bei ’77 absolut wiederfinden. Jetzt nicht so in einer Art wie: die machen da weiter, wo dieses Bands aufgehört haben, dafür ist das dann doch wirklich zu eigenständig und zu vielseitig, was ’77 auf ihrem Album Bright Gloom machen.

Ein paar Beispiele gefällig? Das Album beginnt mit Bread & Circus mit einem klassischen Hard Rocker als Opener, gefolgt vom kraftvollen Hands Up. Der klingt so was von stark nach den Seventies, dass ich wirklich glaube, den irgendwo mal gehört zu haben. Kann aber nicht sein, weil es kein Cover ist. Das machen die Jungs absolut klasse!

Who’s Fighting Who wird da sogar doomig und Black Sabbath lastig. Da entweicht mir doch beim Hören ein wow! Stark gemacht, bevor er dann gegen Mitte der Spielzeit absolut abgeht. Be Crucified geht in die gleiche Kerbe. Bei dem Rhythmus kann ich mich gar nicht entziehen und muss einfach mitgehen. Irgendwie Klassiker der Seventies und doch hier und jetzt.

Ich überschlage jetzt mal ein paar Titel, die alles ausnahmslos geiler Seventies Hard Rock sind und komme direkt zum Song You Better Watch Out. Da muss ich mir die Augen und Ohren reiben. Der ist doch wohl ein echtes Hendrix Tribute oder!? Die Gitarrenparts und der Gesang, einfach einmalig! Knistern und Spannung pur!
Da kommt einem der folgende Song Fooled bei Love doch gleich beschwingt vor. Denkt man, da sind wieder so geile Parts mit Gitarre und auch Schlagzeug drin. Aber irgendwie doch schon ein wenig funky.

Bright Gloom ist bis zum letzten Song Make Up Your Mind eine wirklich geile Platte im Sinne von klassischem Hard Rock. Die Fans werden begeistert sein. I Want My Money Back, so der Titel des vorletzten Songs, wird da niemand sagen.

 

Fazit: Bright Gloom ist eine Hard Rock Scheibe, die durch ihren rauen und erdigen Sound überzeugen kann. Das hohe Niveau im Songwriting streckt sich über das gesamte Album. Oldstyle Hard Rock im Sinne von AC/DC, Deep Purple und Led Zeppelin ist angesagt. Hier und da gibt es sogar doomige Einlagen im Stile der alten Black Sabbath auf die Ohren.

Anspieltipps: Hands Up, Who's Fighting Who, You Better Watch Out
Juergen S.
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