“Rockparty am Strand – das können sonst nur die Rolling Stones!”
http://www.openair-gmbh.de/
Rock am Strand hat in Eckernförde bereits Tradition. Seit geraumer Zeit gibt es immer mal wieder Highlightkonzerte und Partyzonen am Südstrand. Vom ersten Male an klappt es am Veranstaltungsgelände reibungslos. Einzig die Parksituation ist vertrackt. Genau so ist es auch diesmal. Veranstalter und Personal sehen wir in ein paar Wochen wieder, denn sie gehören zum Baltic Open Air, welches in unmittelbarer Nahe, in Haddeby bei Schleswig stattfindet. Schneller, unkomplizierter Einlass, eine gut besetzte Location und freundliches Securitypersonal lassen uns schnell in den schon gut gefüllten Zuschauerbereich. Getränketresen, Verkaufswagen und Schwenkgrillstationen bieten kühle Drinks und auch kleine Leckereien an. Vom Fischbrötchen über vegetarische Brotspezialitäten bis zum Steak ist alles da. Die Preise sind im üblichen Rahmen und somit schauen wir uns hier interessiert um. Die WC-Anlage besteht aus einem Dixi-Dorf am Ende des Geländes. Geht hier am Strand nun mal nicht anders. Selbst die DLRG ist vor Ort, falls jemand schwimmend die Kondition verliert. Merch-Stände vom Veranstalter gibt es nicht. Die Bands dürfen während ihres Auftritts in einem kleinen Zelt ihre Waren feilbieten, was wir aber erst später mitbekommen. Es ist ein Werbezelt und nicht als Merch-Zelt erkennbar.
14 als Volbeat Tribute Band. An der Gitarre heute jedoch nicht Tobias Herwig, sondern ein Ersatzmann aus Holland. Wie die Jungs selbst erzählen, verstanden sie sich mit Machiel Groot bereits nach der ersten Probe bombig. Musikalisch versteht er sein Handwerk und gibt auf der Bühne Gas, als wenn er nie etwas anderes gespielt hat. Die Setlist weicht der ihrer Idole stark ab. Sie beginnen mit dem 2008er Guitar Gangsters & Cadillac Blood vom dritten Volbeat-Album. Weiter zurück geht es mit The Human Instrument, bevor es mit Heaven Nor Hell etwas neuer wird. Sehr viele aus Hessen mitgereiste Fans feiern hier am Strand richtig ab. Sie verbünden sich mit allerlei weiteren Volbeat-Fangruppen. Vor For Evigt fragt Frontman Manuel Herwig, ob auch Dänen anw
esend seien. Überrascht stellt er fest, dass das nicht einmal wenige sind. Rund 90 Kilometer vor der Grenze wundert das die Einheimischen jedoch nicht, denn obwohl Volbeat eine dänische Band ist, touren sie kaum im eigenen Land. So kommt es auch, wie es kommen muss. Dänisch mit hessischem Einschlag ist und bleibt gewöhnungsbedürftig. Zur Zugabe kommt Makin Believe zum Einsatz. Freut mich persönlich, da ich diesen Titel unwahrscheinlich gerne mag und das Original spielt ihn, zumindest derzeit, nicht mehr live. So sind 90 Minuten wie im Fluge verronnen und viele Volbeat-beshirtete verlassen wegen der weiten Heimreise schon wieder den Strand.



Sänger und Frontmann John Diva startet nach einem Intro mit Kickstart von Example. Auffallend bei allen Mitgliedern sind die langen, durch ein Stirnband fixierten Haare, ganz im Stile des Hairy Metal aus der 80er-Jahre Glam Rock Zeit. John Diva tänzelt um seinen Mikroständer. Sofort fällt sein weißes, mindestens eine Nummer zu kleines weißes Kellnerjacket auf. Schräg… Schlagzeuger Lee Stingray jr. sorgt von Anfang an mit dem richtigen Groove auf seiner Double Bassdrum für Druck auf den Boxen.
Links auf der Bühne steht Snake Rocket alias Elias Smith mit breiten, schwarz/roten Strichen unter den Augen. Daneben Basser Remmie Martin, der auch ab und an mit ans Mikro wechselt. Dazwischen treibt es ihn über die Bühne, mal Rücken an Rücken mit J.J. Love alias Julio Juan Amor, seines Zeichens zweiter Gitarrist oder im Battle mit Snake. Alle Musiker bewegen sich gekonnt über die Bretter und erzeugen so die richtige Performance für die folgenden Classic Rock Nummern und zeigen dabei auch gleich die ausgeprägte Bühnenerfahrung.
Kein Kracher der 80er darf fehlen. Mit Here I Go Again von Whitesnake wird das Programm fortgesetzt. Gekonnt setzt sich John Diva und seine Truppe, die Rockets Of Love, in Szene. Why Can’t This Be Love schließt sich an. Fast wie im Original werden die Songs professionell performt. Da die Zuschauer die Refrains kennen, wird hier ordentlich mitgesungen. John Diva, eindeutig eine Rampensau, ist am Bühnenrand und feuert die Zuschauer mit großer Geste auf mitzusingen. Der Hüftschwung ist dem eines Sammy Hagars nicht unähnlich. War da nicht was? John Diva hat, nach eigenen Angaben, ja auch als Coach für diese Größen gearbeitet. Das folgende Gitarrensolo zu Beginn des Songs lässt sofort Gun’n’Roses vor dem geistigen Auge entstehen. Sweet Child O Mine tönt aus den Boxen. Das Wort Stillstand auf der Bühne ist für die Akteure ein Fremdwort. Da heute leider keine Cheerleader mit von der Partie sind, übernehmen diesen Part die fünf Musiker – vielleicht nicht ganz so anmutig.
Nach Schmachtfetzen wie Always, im Original von Bon Jovi, oder rasanteren Tönen wie beim Scorpions Klassiker Rock You Like A Hurricane, bekommt auch Lee Stingray seinen großen Moment. Das Drumsolo ist schon dem eines weltklasse Drummers ebenbürtig. Knallharte Snare, fetter Double Bass und Stand TomTom kommen gekonnt zum Einsatz. Auch die Hi-Hats, Crash und Rides werden wohlüberlegt mit einbezogen. Diese Leistung wird mit tosendem Applaus honoriert. Nun kommt etwas Neues. High Healed Heartbreak überzeugt mit einer Melodie und einem Songwriting, welche auch gut in den Achtzigern eingespielt hätte werden können. Auf der Setlist kommt nun nochmals Whitesnake mit Is This Love zum Zuge. Dieser wunderschöne Schmusehit zeigt, dass Jon Diva auch eine gefühlvolle Seite hat. Dann wird es wieder schneller und rockiger. Alice Coopers Poison läutet dieses ein. Ein weiterer Bon Jovi-Song, Livin‘ On A Prayer wird mit amerikanischem Flaggeschwenken untermalt. We’re Not Gonna Take It lassen die Twisted Sister zu Ehren kommen und ist schon fast der letzte Song des regulären Sets. Aber einer kommt noch. Paradise City, seines Zeichens eines der bekanntesten Guns n’ Roses Songs, fordert nochmals die Stimmbänder aller.
„Take me down to the paradise City where the Gras is green and the Girls are pretty”. Wer kennt es nicht und so wird der Refrain lauthals gesungen. Dann ist Schluss. Aber natürlich wird bei den Zugaberufen nicht lange gefackelt und die beginnt mit Don’t Stop Belivin von Journey. Passend dann noch I Was Made For Loving You, gerade erst von der KISS Forever Band verschmäht.Nachdem das Licht angegangen ist, bleiben noch viele der Gäste da. Ein letztes Bier, vielleicht gibt es ja noch Autogramme oder Bilder mit den Bands.





































































