Event: Savage Master und Sanhedrin – Dangerous Lightning Europe 2025 Tour
Bands: Savage Master, Sanhedrin
Ort: Logo, Grindelallee 5, 20146 Hamburg
Datum: 26.05.2025
Kosten: VVK 20 €, AK 25 €
Zuschauer: ca. 120
Genre: Heavy Metal, Hard Rock, NWoTHM, Dark Metal, Okkult Metal
Links: https://www.logohamburg.de/
Setlisten:
1. Blind Wolf
2. Let’s Spill Some Blood
3. Correction
4. Lost At Sea
5. The Fight Of Your Life
6. Above The Law
7. Heat Lightning
8. Scythian Women
9. The Getaway
10. Riding On The Dawn
1. Hunt At Night
2. With Whips And Chains
3. Child Of The Witch
4. The Hangman’s Tree
5. Warriors Call
6. Myth, Magic & Steel
7. Never Ending Fire
8. Crystal Gazer
9. Spirit Of Death
10. Devil Rock
11. The Ripper In Black
12. Black Rider
13. Ready To Sin
14. Flyer In The Night
Es gibt bessere Termine als einen Montagabend für Livemusik. Savage Master und Sanhedrin sind aktuell auf Dangerous Lightning Europe Tour 2025, sodass ein kleiner Gig vor eher geringem Publikum besser ist als gar kein Slot. Vor allem Sanhedrin genießen in der Hansestadt einen exzellenten Ruf und waren unter anderem zweimal auf dem Hell Over Hammaburg. Bei der Tour sind aber eigentlich Savage Master Headliner. Die Truppe hat gerade ihr neues Album Dark & Dangerous veröffentlicht, das eine Weiterentwicklung vor allem von Sängerin Stacey Savage zeigt, dafür aber nicht mehr so schräg und rumpelig daherkommt. Etwas früher haben Erica Stoltz und Co. Heat Lightning ausgepackt, das wie die drei Vorgängerwerke eine exzellente Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal liefert. Es ist angerichtet, für ein intensives Konzerterlebnis im Hamburger Logo.

Um 19 Uhr öffnen sich die Türen, um 20 Uhr stehen Sanhedrin auf der Bühne. Alle Fans haben genügend Zeit, um sich mit einem Kaltgetränk auszustatten und den Merch zu prüfen. LP 25 €, CD 15 €, Tour-Shirt 25 €: Es geht auch anders, als Fantasiepreise bei Konzerten aufzurufen. Dann geht das Licht aus und das Trio aus dem Staate New York kommt auf die Bühne.
Wer Sanhedrin bereits gesehen hat, der kennt das Trio, das in der gleichen Besetzung seit mehr als zehn Jahren die Bühnen beackert. Blind Wolf von der aktuellen LP Heat Lightning macht den Anfang, bei dem vor allem Gitarrist Jeremy Sosville mit raumfüllenden Riffs überzeugt. Dazu der energetische Bass und Gesang von Erica plus die treibenden Drums von Nathan Honor. Sanhedrin liefern immer, egal wo, egal wie viele Menschen vor der Bühne stehen. Zehn Stücke dürfen die New Yorker präsentieren, wovon das aktuelle Album die Hälfte beisteuert. Was auffällt: Die neuen Sachen sind auf Platte genial, gehen live aber nicht so ab, wie zum Beispiel Correction oder Lost At Sea vom Vorgänger Lights On. Die Band ist auf der neuen Scheibe variabler und anspruchsvoller, was die Truppe auch heute auf der Bühne zeigt. Der Schlusspunkt springt in die Anfangstage. Riding On The Dawn vom Debüt Funeral For The World aus dem Jahr 2017 war der Beginn einer Band, die gerade für Old-School-Metaller einen nahezu perfekten Soundtrack liefert. Entsprechend feiern die Fans das Trio ab. Sanhedrin können anscheinend gar nicht schwach oder durchschnittlich. Hohe Energie, die variablen Vocals von Erica, garniert mit dem voluminösen Gitarrenspiel von Jeremy, das Nathan an den Drums antreibt, überzeugen auch heute in jeder Minute. Schade, dass die Band nur 50 Minuten auf die Bretter durfte.

Umbaupause und Zeit, um frische Luft zu schnappen und mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht zu plauschen. Dann ist die Bühne präpariert und Savage Master entern mit einem völlig anderen Konzept als Sanhedrin die Bühne. Zwei Gitarren sind aktiv, nur kommen die beiden Gitarren nicht an das Volumen von Jeremy Sosville und Sanhedrin heran. Die Musik ist einfacher gestrickt und im Fokus von allem steht Stacey Savage. Zum Anfang packt das Quintett mit Hunt At Night, With Whips And Chains und Child Of The Witch bekanntes Material aus, bei dem Stacey gleich einige Gimmicks präsentiert und sich erst mal einen Kelch mit rotem Inhalt in den Schlund kippt. Die Spekulationen können sich frei entfalten bezüglich des Kelchinhalts. Weiter geht es mit Peitschenhieben für die mit Bankräubermasken ausgestatteten Mitstreiter an der Gitarre. Die Messe liest Stacey mit einem Kerzenständer in der Hand.

Warriors Call ist das erste Stück der neuen Platte. Wer erwartet, dass Stacey mittlerweile zu einer Gesangskoryphäe geworden ist, der wird eines Besseren belehrt. Live rumpeln die neuen Sachen genauso wie die älteren Nummern. Was im Studio geht, ist live doch noch eine andere Herausforderung. Zum Devil Rock kommt eine weitere Person in Verkleidung auf die Bühne, die vom Outfit an den Grave Digger von Chris Boltendahl und Co. erinnert. Für einen richtigen Devil sieht die Gestalt eher handzahm aus. Insgesamt gibt es 14 Tracks auf die Ohren, wobei Flyer In The Night nach circa 75 Minuten den Deckel auf die Show macht.
Savage Master gehen mit einem anderen Ansatz in ihre Shows als Sanhedrin. Während das Trio primär die Musik sprechen lässt und mit Energie und variablem Spiel die Menschen abholt, setzen Savage Master auf die Show. Die ist stark inszeniert und bietet fürs Auge verschiedene Aspekte, wobei auch Stacy selbst in ihren wechselnden Outfits ein Blickfang ist. Zwei unterschiedliche Bands, ein Konzertabend und trotzdem passen die Ansätze sehr gut zusammen, wobei jeder Fan seinen Favoriten hat. Kurz vor 22:30 Uhr ist der musikalische Teil durch und die Bands sind im Club unterwegs und signieren diverse Tonträger. Insgesamt ein mehr als starker Konzertabend für die schmale Geldbörse. Die beiden Bands sind unterwegs nach Schweden, wo am kommenden Weekend das Muskelrock Festival über die Bühne geht.
























