Freak Valley Festival 2025 vom 19.06. bis 21.06.2025 in Netphen–Deuz – Tag 3

Freaks strömen 2025 erneut zum Stoner Mekka Freak Valley

Festivalname: Freak Valley Festival

Bands: My Sleeping Karma, Bushfire, The Polvos!, The Sword, Travo, Kombynat Robotron, Wedge, Motorpsycho, The Ocean Collective, Battlesnake, DZ Deathray, Wucan, Scott Hemple And The Sun Band, ¡Pendejo!, The Dead Reds, Dead Meadow, The Devil And The Almighty Blues, Sacri Monti, Highway Child, Early Moods, Jools, Zig Zags, The Thing, Lurch, Häxer, Windhand

Ort: AWO Gelände, Weiherdamm 3, 57250 Netphen

Datum: 19.06. – 21.06.2025

Kosten: 145,00 Euro zzgl. VVK Gebühr

Genre: Groove Rock, Psychedelic Blues Rock, Hard Rock, Heavy Rock, Stoner Rock, Doom

Besucher: 3.000 (ausverkauft)

Veranstalter: Rock Freaks / Freak Festival  https://www.facebook.com/freakvalley

Link: http://www.freakvalley.de

Hier kommt ihr zu den Berichten des ersten und des zweiten Tages.

Wir fahren heute, am dritten Tag, wieder zeitig von zu Hause ab. Kein Stau auf der Autobahn, kein Salamander, der uns den Weg versperrt und so kommen wir rechtzeitig auf dem Freak Valley Gelände an, um uns den Opener, den Heavy Psychedelic Rock Salamander Lurch anzuschauen. Heute ist es wieder extrem heiß hier, eigentlich für Lurche nicht so die Idealbedingung, denn Wasser ist doch eher ihr Metier.

Was soll ich sagen? Das Wiener Heavy Psychedelic Rock Frauenquartett Lurch heizt hier in der Mittagssonne schon einmal richtig ein. Eine tolle, klasse Nummer schon als Opener. In Wien (da kommen die Damen her) fängt man wohl mit Speck nicht nur Mäuse, sondern auch Lurche. Aber das ist eine andere Geschichte und die Wiener Speck konnten hier im letzten Jahr schon glänzen. Volker Fröhmer erzählt mir, dass er wisse, dass aus Wien nur Gutes kommt. Wieder einmal hat er Recht.

Lurch, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Ich frage die Mercherin von Lurch, wie es denn mit der Vinyl aussieht. Davon habe sie genug, erzählt (belügt) sie mich! Als die Mädels am Stand sind, will ich mir das Album mitnehmen. Ja, keine Vinyl mehr da! Lurch haben hier richtig eingeschlagen. Ich sehe sie ja bald auf dem Hoflärm Festival wieder und da lasse ich mich von der Mercherin von Lurch nicht mehr belügen 😉

Eigentlich soll es jetzt mit Scott Hepple And The Sun Band weitergehen. Die haben allerdings eine Autopanne und liegen irgendwo fest, verkündet Volker Fröhmer. Des einen Leid, ist des anderen Freud, denn dafür rücken die Darmstädter Bushfire nach, die eigentlich später auf der kleinen Bühne loslegen sollten. Bushfire, die Band um den kernigen und äußerst sympathischen Frontmann Bill, nutzt die Gunst der Stunde und legt einen erstklassigen Gig hin. Dabei sind Bushfire mit ihrer Mucke richtig facettenreich. Stoner, Rock, Sludge und noch mehr sind Elemente ihrer Musik. Bushfire präsentieren hier natürlich ihr brandneues Album Snakes Bite Tales, welches gerade erst erschienen ist. Bill, den man hier jedes Jahr antrifft, auch wenn die Band nicht spielt, erzählt davon, wieso er vor zwei Jahren nicht hier war. Da hatte er seinen persönlichen Kampf mit dem Teufel Alkohol. Er hat es geschafft und auch in einem Song verarbeitet.

Bushfire, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Der Band, die jetzt dran ist, bin ich eben schon begegnet. Das sind Kombynat Robotron aus dem hohen Norden. Die Band habe ich bisher noch nie live erlebt, habe allerdings schon Reviews zu deren Alben gemacht.  2/3 der Band kenne ich allerdings schon persönlich, denn Class Ogorek (Bass) und Tommy Handschick (Schlagzeug) sind 2/3 der Wahnsinns-Doomer Earthbong. Bei Kombynat Robotron gesellt sich Jannes zu ihnen, also Jannes Ihnen nennt sich ihr Gitarrist. Die Kraut Rock, Heavy Psych Rock Band begeistert hier in ganzer Breite! Die scheinen momentan einen richtigen Lauf zu haben. Die deutschen Heavy-Psych-Rocker haben bei ihrer Tour in England im letzten Jahr wohl so viel Eindruck hinterlassen, dass das Londoner Label Fuzz Club Records Kombynat Robotron kurzerhand für eine Frohe Zukunft unter Vertrag nahm. Am 25.07.2025 wird das neue Album Aank über Fuzz Club Records veröffentlicht. Und ganz klar, dazu gibt es natürlich auch ein Review von mir hier in Time For Metal.

Kombynat Robotron, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Der dritte Tag hat ja schon mit den ersten drei Bands hier so richtig Spaß gemacht und man bestätigt damit die Devise „no Fillers – just Killers“. Dieses Jahr wieder drei Tage (pralle) Sonne, geile Mucke und ganz tolle Menschen.

Impressionen, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Die Dänen Highway Child reihen sich natürlich da auch richtig gut ein. Es gibt Hardrock und Blues vom Feinsten. Man fühlt sich musikalisch wohlig ins letzte Jahrhundert zurückgeschleudert. Gerade die Älteren unter uns werden sich an Jimi Hendrix, Canned Heat und Konsorten erinnern.

Highway Child, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Anschließend bauen die Portugiesen Travo kein Stromfeld auf, sondern riesige Soundwälle aus Heavy Psych Rock, die zusammen mit der heißen Sonne die Fans zum Dahinschmelzen bringen.

Travo, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Mit Wucan kommt nun eine Band aus dem Osten Deutschlands, genauer gesagt aus Dresden, auf die Bühne. Wucan, die Band um Frontfrau Francis, habe ich bereits 2022 auf dem Hoflärm gesehen und damals gebärdeten sie sich wie ein Vulcan. Heute hätte ich bei der Hitze wohl auch einen Vulkanausbruch erwartet. Ok, eine kleine Eruption ist es schon, aber nicht der erwartete Ausbruch. Ein Album von ihnen nennt sich Heretic Tongues. Wucan sprechen tatsächlich mit verschiedenen musikalischen Zungen, denn sie spielen eine Mixtur aus Retro Rock, Kraut Rock, Psychedelic Rock und Hard Rock und auch Heavy Metal. Das ist dem einen oder anderen Fan dann hier doch etwas zu viel, auch mein Freund Jens bestätigt mir das so. Im Mittelpunkt steht Frontfrau Francis (in schwarzen Shorts und roten Stiefeln), die neben dem Gesang, auch noch Querflöte und Gitarre spielt.

Wucan, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Jetzt kommt für mich natürlich mit The Devil And The Almighty Blues ein absolutes Highlight. The Devil And The Almighty Blues, denen auch der in Norwegen als Solokünstler sehr bekannte Torgeir Waldemar an der Gitarre angehört, zelebrieren heute auf dem Freak Valley Festival ihre doomig/bluesige Messe, die es in sich hat. Torgeir Waldemar, wie immer im schwarzen Western-Outfit, ist fantastisch aufgelegt. Sänger Arnt O. Andersen ist, wie immer, nur vorne am Mikro, wenn er singt, ansonsten geht er nach hinten, wippt mit der Musik in den instrumentellen Phasen mit und trinkt das eine oder andere Bier neben seinem Schlagzeuger Kenneth Simonsen stehend. So habe ich The Devil And The Almighty Blues bereits auf dem Desertfest Berlin, im Schlachthof in Wiesbaden, im Colos-Saal in Aschaffenburg und im Club Volta gesehen. Meist bei den Fans auch dabei, ein gewisser Volker Fröhmer, der wie ich Die-Hard-Fan der Band ist.

The Devil And The Almighty Blues, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Bassist Kim Skaug blickt, wie gewohnt, mächtig böse drein. Kim Skaug scheint wohl The Devil zu sein und die anderen Musiker The Almighty Blues.  Als zweiter Gitarrist ist wieder Martin (seinen Namen hat er mir nach dem Gig in Aschaffenburg verraten, den Nachnamen habe ich allerdings vergessen) dabei. Damals hatte er schon Originalgitarrist Petter Svee vertreten. Ich denke, er wird diesen wohl ganz ablösen an der Gitarre. Er „duelliert“ sich mit Torgeir Waldemar ebenso wie mit Kim Skaug und auch Arnt O. Andersen.

Danach sind Scott Hepple And The Sun Band, die mittlerweile eingetrudelt sind, auf der kleinen Bühne dran. Sorry, die spare ich mir dann doch und gehe was essen. Ich bin noch ganz (im positiven Sinne) erschlagen von The Devil And The Almighty Blues.

Auf der großen Bühne geht es mit Dead Meadow weiter. Dead Meadow kommen aus Washington. Das Trio um Gründungsmitglied Jason Simon (nein, nicht mit mir verwandt, zumindest weiß ich es nicht) bringt nun mit seinem Sound aus 70er-Hard-Rock und 60er-Psychedelic-Rock die Fans zum Träumen. Eine ganz starke Nummer dabei ist ihr neuer Bassist, der den Part des 2024 verstorbenen Gründungsmitglieds Steve Kille eingenommen hat.

Dead Meadow, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

Eigentlich will ich jetzt rüber zur kleinen Bühne, wo Bushfire nochmals aufspielen. Aber auch heute unterlasse ich das, weil ich einfach zu spät drin bin und es vor der Bühne zu voll ist.

Den Abschluss heute und des gesamten Festivals bilden The Sword aus Texas. Die Heavy-Stoner-Fuzz-Band machte nach ihrer Gründung 2003 richtig Furore, spielte acht hochgelobte Alben ein, gab 2018 erstmals ihre Auflösung bekannt. Sie fusionierten allerdings wieder von 2020 bis 2022, um sich anschließend erneut zu trennen und im letzten Jahr noch einmal einen Versuch zu wagen. Ihre Melange aus Stoner, Doom und Hard Rock ist schon beeindruckend, allerdings kann für mich persönlich zum Teufel noch mal nach The Devil And The Amighty Blues heute nichts mehr toppen.

The Sword, Freak Valley Festival 2025, pic by Big Simonski

So verabschieden wir uns von einigen Freunden, die wir noch antreffen, bereits vor Ende des Gigs und fahren glückselig in Erwartung des Freak Valley Festivals 2026 nach Hause.

Vielen lieben Dank an die Rockfreaks, dass wir wieder dabei sein durften. Wir sind 2026 gerne wieder dabei. Viele Freunde sehen wir demnächst auch auf dem Hoflärm in Marienthal, das sich die Stoner Fans auch nicht entgehen lassen sollen!

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