Witch – The Hex Is On… And Then Some

30.01.2026 – Heavy Metal, Hard Rock – Lost Realm Records – 81:38 Minuten

Wie viele Bands gibt es oder gab es eigentlich mit dem Namen Witch? Gefühlt nannte sich jede zweite Band in den 80ern Witch, aber in der Regel mit einem Zusatz. Das alleinige Witch gibt es kaum noch, dafür aber im Verbund als Black Witch. Trotzdem sind es in den USA fast zwei Hände voll. Die hier vorliegende Band Witch kommt aus Kalifornien und veröffentlichte eine EP und einige Demos, die zunächst unter Damnation 2008 zusammengefasst wurden. 2011 folgt eine weitere Kompilation als The Hex Is On… And Then Some. Unter demselben Namen legt Lost Realm Records 2026 das Material von Witch nochmals auf.

The Hex Is On… And Then Some ist die Neuauflage einer Kompilation

Jedoch sind die Titel nicht identisch zu der Auflage aus dem Jahr 2011. Die 2026er‑Auflage von The Hex Is On… And Then Some umfasst sämtliches Studiomaterial von Witch. Kern dieses Studiomaterials sind die EP The Hex Is On aus dem Jahr 1984 sowie die Single Nobody Sleeps aus dem Jahr 1988. Dazu kommt neu das Demomaterial von 1988 bis zur Auflösung 1989.

Musikalisch gibt es eine Mischung aus US-Metal und Hard Rock. Mögliche Quervergleiche wären W.A.S.P. oder Lizzy Borden. Diverse Veränderungen in der Bandbesetzung gehören ebenfalls zu der Geschichte von Witch. Der bekannteste Name dürfe Punky Peru sein, der sich unter anderem bei Leatherwolf versuchte.

Wie bereits erwähnt gibt es einen Mix aus schnellen metallischen Tracks und Hard Rock. Vor allem die Stücke im hinteren Teil, die bisher nur als Demos verfügbar waren, liefern melodische und eingängige Elemente. Die Produktion ist Underground und nicht aufgepeppt, sodass der Geist der 80er-Jahre vor allem bei den Nummern der EP The Hex Is On sehr authentisch wirkt. Überhaupt scheinen die jungen Witch vielseitige Einflüsse auf der EP zu verarbeiten. Wet & Wild klingt nach der NWoBHM, sodass die Vermutung nahe liegt, dass die jungen Musiker Material aus England auf ihrem heimischen Plattenteller liegen hatten. Interessante Ansätze sind auch bei zum Beispiel Cinderella (In Black Leather) zu finden, bei dem Witch sich an wechselnden Rhythmen versuchen, die Saitenarbeit aber zu rudimentär rüberkommt, als dass sich das Stück wirklich entfalten kann.

Einen Schritt nach vorne machen Witch bereits mit der Single Nobody Sleeps, worauf sich das mehr als fünfminütige Victory Without Pain und Can’t Take Our Rock befinden. Es geht mehr zum Hard Rock, die Instrumente kommen besser zur Geltung und das Songwriting wird variabler. Sachen von dem 84er-Demo sind ebenfalls durchaus hörenswert, als Beispiel seien Take Me Away und Hit The Road genannt, wobei ein leichter Glam-Metal-Einfluss durchblinzelt.

Die Demos im hinteren Teil sind qualitativ sehr unterschiedlich und eine Geschmacksfrage. Mad For Life zum Anfang klingt sehr roh. Die Melodie selbst muss sich aber nicht verstecken. Wie würde das Ding klingen, wenn Witch Mad For Life finalisiert hätten? Insgesamt zeigen Witch eine klare Entwicklung in Richtung Hard-Rock-Band. Wir reden hier aber über das Ende der 80er-Jahre, als Grunge die Charts eroberte und Thrash die harte Währung bei den Labels war.

Hier geht es für weitere Informationen zu WitchThe Hex Is On… And Then Some in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Witch – The Hex Is On… And Then Some
Fazit zu The Hex Is On... And Then Some
Du freust dich jedes Jahr auf das Keep It True und das Headbangers Open Air? Dann könnte die Kompilation von Witch interessant für dich sein. Purer 80er-Underground zwischen Metal und Hard Rock, an vielen Stellen unausgegoren, aber durchaus mit ersichtlichem Potenzial. Vor allem der hintere Teil mit den bisher unveröffentlichten Demos ist für Menschen mit starkem Interesse am Underground der 80er-Jahre eine Entdeckungsreise.

Wir reden hier von Demos und unfertigen Stücken, die zwar von der Melodie durchaus rüberkommen, aber trotzdem unfertig sind. Wer gerne den Charme eines 80er-Jahre-Demos auf seinem Plattenteller legt, der dürfte an The Hex Is On... And Then Some seine Freude haben.

Anspieltipps: Victory Without Pain, Can't Take Our Rock und Take Me Away
Jürgen F.
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