Whirlwind kommen aus Spanien und wurden vor mehr als zehn Jahren vom Gitarristen Mark Wild mit dem Ziel ins Leben gerufen, klassischen Heavy Metal auf die Speisekarte zu bringen. Andere musikalische Projekte und Bands wie Körgull The Exterminator oder die Death-Metal-Band Graveyard sorgten dafür, dass erst 2022 das Debüt auf den Markt kam. Zahlenspiele scheint Wild zu mögen: Auf 1714 folgt 1640 vier Jahre später.
Auf 1714 folgt 1640
Wer sich in der Diskografie von Running Wild auskennt, dürfte die LP Pile Of Skulls in seinem Regal stehen haben. Der Opener der Platte nennt sich Whirlwind. Der finale Song ist das bekannte Treasurer Island mit einer Laufzeit von mehr als elf Minuten. Die Eckdaten von 1640 verraten, dass das Finale Marching To Victory mit circa dreizehn Minuten in eine ähnliche Kerbe schlägt.
Nach dem namensgebenden Intro, das bereits von der Melodie nach Riding The Storm klingt, eröffnet Days Of Doom mit schnellem Heavy Metal den Reigen. Die Saitenarbeit ist etwas dünn und buddelt tief in den 80ern. Der raue Gesang ist gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht in jeden Gehörgang passen. Wer aber auf Running Wild aus den frühen 80ern steht, dürfte mit dem Track weit mehr Freude haben als mit den Veröffentlichungen von Rolf Kasperek in den vergangenen Jahren.
Darf es noch mehr Running-Wild-Worshipping sein? Teile der Saitenarbeit von Rage Of The Conqueror klingen wie das Original, ohne die große Melodie zu liefern. Ein gutklassiger Metaller ist aber auf jeden Fall auf der Habenseite zu verbuchen. Nicht nur Running Wild, auch andere Teutonen-Metaller wie Accept, Grave Digger, Gravestone oder Stormwitch dürften für zum Beispiel Winds Of Ash And Dust, Through The Fire And Blood oder das eingängige By The Blood In Our Veins auf dem Plattenteller gelegen haben.
Mark Wild und Running Wild
Die Stärken von Whirlwind liegen jedoch im Running-Wild-Worshipping, wo es mit Lese Majesty (Corpus de Sang) oder Ready To Explode entsprechendes Material auf die Ohren gibt. Das Finale sind die bereits angesprochenen dreizehn Minuten Marching To Victory, was nicht Treasure Island kopiert, aber mit den spoken Words zum Einstieg schon unverschämt Rolf und Co. huldigt. Gut gemacht ist das Stück Musik trotzdem und kann mit dem an Udo und Accept erinnernden Gesang über die gesamte Laufzeit punkten.
Zum Antesten bietet sich Bandcamp an, wo bereits drei Titel verfügbar sind.
Hier geht es für weitere Informationen zu Whirlwind – 1640 in unserem Time For Metal Release-Kalender.



