Toxikull – Turbulence

24.04.2026 – Heavy Metal, NWoTHM, Hard Rock – Dying Victims Productions – 38:54 Minuten

Bei metallischer Kost aus Portugal dürften viele Fans den Namen Moonspell auf der Zunge haben. Seit 2016 sind Toxikull aus dem Großraum Lissabon aktiv und legen mit Turbulence ihren vierten Longplayer via Dying Victims Productions auf den Tisch. Dass Südeuropa auch Potenzial für klassischen Metal hat, unterstreichen Toxikull 2026.

Turbulence ist klassisches Material aus Portugal

Der Auftakt Midnight Fire hört sich vom Titel bereits nach typischer 80er-Jahre-Kost an. Markant ist das Organ von Sänger Lex Thunder, der mit reichlich Feuer, aber ohne Donner, in Höhenlagen springt, die Fans zum Beispiel von den Kanadiern Riot City kennen. Der Song selbst kommt im Style der späten NWoBHM daher, wo sich der eingängige Refrain in den Gehörgang der Fans pflanzt.

In Richtung des rockigen Arms der NWoBHM tendiert der Titeltrack Turbulence, gefolgt vom stampfenden Dragon Magic. Das gradlinige Blessed By The Night zieht das Tempo etwas an, um anschließend mit Dying Star der Hörerschaft eine Powerballade im Style des US-Power-Metal zu kredenzen, wobei der Gesang Quervergleiche zu zum Beispiel Crimson Glory zulässt.

Toxikull wühlen sich durch den metallischen Garten der 80er-Jahre, wo speedige Anleihen (Strike Again) genauso zu finden sind wie Schlenker in rockige Gefilde (Hard To Break). Das Finale läutet der King Of The Hammer ein. Was nach Manowar klingt, ist ein unspektakulärer Metaller, bevor Flames Of Glory mit ordentlich Tempo die Platte ins Finale begleitet und für einen versöhnlichen Abschluss sorgt.

Hier geht es für weitere Informationen zu Toxikull – Turbulence in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Toxikull – Turbulence
Fazit Turbulence
Toxikull legen mit Turbulence einen turbulenten Ritt durch die 80er-Jahre der metallischen Musik auf den Tisch. Es geht von Powerballade über Hard Rock bis zu Speed-Metal-Einflüssen. Dabei können nicht alle Tracks überzeugen. Gerade die eher rockigen Stücke wie Hard To Break oder der einfach gestrickte Metaller King Of The Hammer wirken mutlos und lassen Potenzial liegen, das Toxikull vor allem durch einen sehr variablen Gesang besitzen. Dagegen stehen zum Beispiel die Powerballade Dying Star oder der Auftakt Midnight Fire, wo es Toxikull gelingt, bekannten Underground-Platzhirschen wie Riot City auf die Pelle zu rücken.

Etwas mehr Mut beim Songwriting und die stärkere Betonung des hervorstechenden Gesangs könnten für Toxikull den nächsten Schritt bedeuten, der mit Turbulence nur zum Teil geglückt ist.

Anspieltipps: Midnight Fire, Dragon Magic und Flames Of Glory
Jürgen F.
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