Stabbing – Eon Of Obscenity

31.01.2026 - Brutal Death Metal - Century Media Records - 30:53 Minuten

Die amerikanische Band Stabbing hat sich schon echt einen Namen gemacht, obwohl sie erst seit dem Jahre 2021 dabei ist. Das Demo und die EP, die im selben Jahr erschienen sind, waren schon richtig geil, und das Debütalbum namens Extirpated Mortal Process aus dem Jahre 2022 knallte mal so richtig. Danach kamen zwei neue Members hinzu, ein neues Demo wurde aufgenommen und man konnte einen Deal mit Century Media Records ergattern. Läuft. Zeit für Album Nummer zwei namens Eon Of Obscenity.

Und ja, ich muss mal kurz ausholen und auch ein wenig Werbung in eigener Sache machen. Ich bin schon seit jeher ein großer Fan des brutalen Death Metal und konnte mit meiner Band Tears Of Decay eine Split mit Brodequin machen und bin bis heute ziemlich stolz drauf. Die Amerikaner von Brodequin sind nun ja auch schon seit längerem wieder aktiv und das freut mich total. Ich bin natürlich ein alter Sack und behaupte zwar nicht, früher war alles besser, aber in vielen Bereichen ist es eben so. Meines Erachtens auch im brutalen Death Metal, denn immer mehr gehen in den slammigen Bereich. Da gibt es auch viele gute Bands, gar keine Frage, aber mir gehen die vielen Tanzparts sehr oft auf den Senkel.

So, und nun schließe ich den Kreis und komme gleich zum Opener des Albums. Rotting Eternal zeigt in neunzig Sekunden, wie böse eben brutaler Death Metal klingen kann. Die Vocals sind natürlich so was von tief, herrlich. Zu Beginn gibt es kurz Drumanschläge und dann gleich eine Blastbeatattacke ohne Ende. So muss es sein und geht eben ins Slammige über und betreibt diese Vorgehensweise eben absolut brutal. Hervorragend. So will ich es hören.

Und was ich an Brodequin so liebe und eben auch an Stabbing ist der Drumsound und da natürlich der Snare-Sound. Was für schwedischen Death Metal der HM2-Gitarrensound ist, ist beim amerikanischen, brutalen Death Metal die Tokker-Snare. I love it.

Der Nachteil bei dieser Snare war früher eigentlich immer der Sound an sich, aber das ist hier auf diesem Album überhaupt kein Problem. Den blechernen Klang der Snare hat man gut im Gesamtsound eingebaut, ohne natürlich modern zu klingen. Sehr geil.

Sehr geil ist aber auch das Songwriting, denn ansonsten bringt dir dein Sound ja auch nichts, das ist klar. Inhuman Torture Chamber ist eine absolut geile Nummer. Hier passen Tempo, Groove und Technik. Diese Kombination macht es eben aus. Man groovt und slammt und im groovigen Sektor kommt der Knüppel heraus. Dazu gesellt sich ein knurriger Growlgesang. Und am Ende hat man sogar eine kleine, melodische Einlage. Natürlich nur geringfügig. Ein technisch anspruchsvoller Song, der alle Trademarks des Genres beinhaltet. Jawohl!

Und klaro. Stabbing spielen Mucke für einen kleinen Kreis. Das ist ihnen schon bewusst. Aber sie bringen eine Überzeugung an den Tag und eine Leidenschaft, die es absolut in sich hat. Immer dieser Wechsel zwischen Drum-Dauerfeuer und tanzenden Druckparts. Sehr geil. Dazu gesellt sich eben eine interessante Gitarrenarbeit, die ich in diesem Sektor eben nur von Brodequin kenne, vielleicht auch noch von Devourment. Ein perfektes Beispiel dafür ist der Song Masticate The Subdued. Anhören. Brutal as f….

Bridget Lynch – Meisterin ihres Fachs

Ich wollte es nicht ansprechen, weil es im Grunde egal ist, aber hier singt eine junge Dame. Bridget Lynch ist eine Meisterin ihres Fachs und überzeugt mit absoluter Gesangstechnik. Dieses führte auch zu Recht dazu, dass sie schon einige Gastbeiträge, wie zum Beispiel bei meinen Heroes von Cryptopsy, beitragen durfte. Für diesen eng gesteckten Gesangskorridor klingt sie sehr abwechslungsreich. Und ich nehme es mir als Sänger einer brutalen Death-Metal-Band auch heraus, diesen beurteilen zu können.

Auch hier beim Gesang gilt es, wie bei der Produktion. Was nützen die geilsten Vocals, wenn die Songs nichts taugen.

Dies ist zum Glück hier nicht der Fall. Viele haben ja ein Problem mit der Limitierung der Musikrichtung. Mich stört das absolut nicht – im Gegenteil.

Songs wie Reborn To Kill Once More oder Symphony Of Absurdity klingen für mich absolut spannend. Dieses Riffing mit Obertönen, die Blastbeats und die blecherne Snare und die slammigen Momente. Hervorragend. Gerade der letzte Song haut mich absolut um, da auch technische Elemente mit eingebaut werden.

Musikalisches Chaos mit präziser Struktur

Den Titeltrack muss man natürlich immer besonders bewerten, denn schließlich hat man das Album danach benannt. Eon Of Obscenity ballert von der ersten Sekunde an drauflos, als gäbe es kein Morgen mehr, und so zieht sich der Song auch durch. Geile Gitarrenarbeit und das Drumming ist natürlich erstklassig. Brutalität hat einen Namen. Und dazu dieser Snare-Sound und diese fetten Vocals. Was willst du als Fan dieser Musikrichtung mehr?

Ziemlich geil ist auch das technisch angehauchte Their Melted Remains. Musikalisch eine Mischung aus Brodequin und Cryptopsy. Hallo!! Sehr geil!

Selbst wenn man schleppend und drückend zu Werke geht, wie beim Song Ruminations, der vom Gitarrenspiel etwas Böses von Morbid Angel hat, klingt man aggressiv hoch zehn.

Und so klingen diese elf Songs nach einem musikalischen Chaos, welches aber mit einer präzisen Struktur einhergeht. Da wird in diesem Jahr im brutalen Sektor keiner mehr herankommen.

Hier geht es für weitere Informationen zu Stabbing Eon Of Obscenity in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Stabbing – Eon Of Obscenity
Fazit zu Eon Of Obscenity
Ein lautes Dankeschön geht raus an die Band Stabbing - zumindest von dem Geballer-Fan in meiner Brust. Meines Erachtens muss brutaler, amerikanischer Death Metal genau so klingen. Eine Mischung aus Geschwindigkeit, Groove und Technik. Eine gesangliche Meisterleistung gesellt sich zu einem erstklassigen Songwriting, und dieses im eng gesteckten Bereich des brutalen Death Metals. Das muss man erst einmal so schaffen. Und ich liebe den Snaresound und die Produktion im Ganzen, denn der blecherne Snare-Sound kommt sehr stark zur Geltung, ordnet sich aber unter. Was soll ich noch sagen? War mir klar, dass mir das gefallen würde, aber so? Da wird in diesem Jahr im brutalen Sektor keiner mehr herankommen. Alle, aber auch alle, die jedes Jahr zum Deathfeast fahren, müssen sich das Teil ordern. Und wer auf geilen Death Metal abfährt, der brutal, slammig und technisch ist, auch. Für mich eine absolute Kaufempfehlung.

Anspieltipps: Masticate The Subdued, Eon Of Obscenity und Their Melted Remains
Michael E.
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