Therion aus Schweden haben bereits fast 40 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel. Die frühen Jahre waberten zwischen Death Metal und Doom Metal. Spätestens ab 1993 veränderte sich der Sound. Symphonische Kompositionen hielten Einzug und bestimmen bis heute das Geschehen. Gothic, Dark Metal, traditioneller Heavy Metal in Kombination mit klassischer Musik sind seit circa 30 Jahren das Steckenpferd von Mastermind Christofer Johnsson. Alben wie Theli, A’arab Zaraq – Lucid Dreaming oder Vovin sind heute Klassiker des symphonisch geprägten Metalls. Wenig überraschend, dass die Live-Darbietung nicht nur einmal gemeinsam mit einem gesamten Orchester inszeniert wird. Selbst klassische Musik arrangieren Therion für ihre Live-Aktivitäten und veröffentlichen 2009 The Miskolc Experience. Anscheinend stellte sich Johnsson irgendwann die Frage, wie Therion-Stücke als klassische Interpretation klingen würden. Das Ergebnis nennt sich Con Orquesta, wobei das Orquesta Sinfónica Nacional de México sich an diverse Therion-Klassiker macht und diese mit einer klassischen Interpretation versieht und erweitert.
Con Orquesta – klassische Musik trifft Symphonic Metal
2024 tourten Therion durch Mexiko und machten unter anderem im Januar Station in der Mexico City Arena (Arena Ciudad de Mexico), in der Band und Orchester zwei Sets mit insgesamt 20 Songs zelebrierten. Das Set geht zurück bis zur Theli mit dem Abschluss Mega Therion und The Siren Of Woods. Aber auch aktuelles Material von der Leviathan III (Asgård, Ginnungagap) ist auf der Scheibe zu finden. Es gibt einen Querschnitt über das symphonische Schaffen der vergangenen circa 30 Jahre, in dem Klassiker der Marke Sitra Ahra, Son Of The Staves Time oder Lemuria nicht fehlen.
Was das Konzert grundsätzlich von anderen Therion-Auftritten unterscheidet, sind das Orchester und der Freiraum, den das Orchester zum Beispiel bei der Darbietung von Mon Amour, Mon Ami und La Maritza genießt. Soundtechnisch zieht das Produktionsteam alle Register, die Kombination aus Klassik und Metal opulent als Konserve aufzubereiten. Eine ordentliche Portion Bombast gehört zum symphonischen Metal. Es ist aber kein Vergleich zu den bekannten Namen des Genres, bei denen Keyboard und Samples oft für einen matschigen Sound sorgen.
Wer neben der Platte oder der CD auch die filmische Aufbereitung begutachtet, der findet durchaus Kritikpunkte. Ein Vergleich wäre zum Beispiel das Filmmaterial zum Konzert von Helloween aus dem Budokan in Tokyo. Die Kameraführung und auch die Anzahl der verschiedenen Kameraeinstellungen sind nicht vergleichbar. Hier haben Therion eventuell an der falschen Stelle gespart. Vor allem die Einstellung mit der Bühnendraufsicht macht des Öfteren einen amateurhaften Eindruck. Uns lag jedoch eine Pre-Produktion vor, eventuell wird für das fertige Produkt nochmals nachgearbeitet. Das gilt auch für die Farbabmischungen, die nicht nur einmal einen eher blassen Eindruck hinterlassen. Gut eingefangen wird die Stimmung, wo die Sitzplatzarena schnell in Stehplätze umfunktioniert wird.
Hier geht es für weitere Informationen zu Therion – Con Orquesta in unserem Time For Metal Release-Kalender.



