Kinks Of Floyd am 21.02.2026 im Kieler Kulturverein Die Pumpe

Psychedelische Zeitreise in der Kieler Pumpe

Eventname: Dark Side Tour

Band: Mark Gillespie’s Kings Of Floyd

Ort: Die Pumpe, Kiel, Schleswig-Holstein, Deutschland

Datum: 21.02.2026

Kosten: 43,90 €

Genre: Progressive Rock, Classic Rock

Zuschauer: Etwa 500

Link: https://www.kingsoffloyd.com/

Setlist:

  1. Shine On You Crazy Diamond (Parts I-V)
  2. Welcome To The Machine
  3. Have A Cigar
  4. Wish You Were Here
  5. Sheep
  6. Mother
  7. Learning To Fly
  8. The Dogs Of War
  9. One Of These Days
    Set 2: The Dark Side Of The Moon
  10. Speak To Me
  11. Breathe (In The Air)
  12. On The Run
  13. Time
  14. Breathe (Reprise)
  15. The Great Gig In The Sky
  16. Money
  17. Us And Them
  18. Any Colour You Like
  19. Brain Damage
  20. Eclipse
    Zugabe 1:
  21. Another Brick In The Wall, Part 1
  22. The Happiest Days Of Our Lives
  23. Another Brick In The Wall, Part 2
  24. Comfortably Numb
    Zugabe 2:
  25. Run Like Hell
  26. Goodbye Blue Sky

Schon lange vor Konzertbeginn liegt eine besondere Erwartung in der Luft, als sich Progressive-Rock-Fans in der Kieler Pumpe versammeln. Wenn Kings Of Floyd auf Tour gehen, geht es nicht um einfache Nostalgie, sondern um die möglichst authentische Wiedererschaffung eines musikalischen Universums. Genau das beweist die Band auch an diesem Abend eindrucksvoll.

Kings Of Floyd 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Die Band wurde 2011 gegründet und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der renommiertesten Pink-Floyd-Tribute-Bands Europas. Initiator ist der britische Sänger und Gitarrist Mark Gillespie, der in Deutschland eine neue musikalische Heimat fand. Gemeinsam mit Gitarrist Maurus Fischer entstand die Idee, die komplexe Klangwelt von Pink Floyd nicht nur zu kopieren, sondern atmosphärisch vollständig neu erlebbar zu machen.

Heute präsentieren sich Kings Of Floyd als international besetztes Ensemble: Neben Gillespie und Fischer sorgen Berni Bovens am Schlagzeug, Saxofonist Bernd Winterschladen sowie wechselnde Besetzungen an den Keyboards, am Bass sowie bei den Backgroundsängerinnen für einen vielschichtigen, nahezu orchestral wirkenden Sound. Diese große Besetzung ist wie im Original entscheidend für den charakteristischen Live-Eindruck der Band.

Kings Of Floyd 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Schon mit den ersten sphärischen Klängen wird klar, dass dieser Abend weniger Konzert als vielmehr Klangreise sein wird. Nebelschwaden ziehen durch den Saal, während projizierte Visuals und präzise Lichtinstallationen die intime Clubatmosphäre der Pumpe in eine psychedelische Arena verwandeln. Wie im Original ein Markenzeichen der aktuellen Tourproduktion der Band, die zwar bewusst an die legendären Shows Pink Floyds erinnert, jedoch dem Rahmen entsprechend viel kleiner sind.

Musikalisch spannt das Konzert einen weiten Bogen durch die erfolgreichste Schaffensphase von Pink Floyd. Von frühen epischen Kompositionen aus der Meddle-Ära bis zu monumentalen Momenten aus The Wall entsteht ein dramaturgisch durchdachtes erstes Set. Nach einer 25-minütigen Pause gehört das zweite Set ganz dem Album The Dark Side Of The Moon. Besonders beeindruckend ist die Detailtreue. Gitarrensoli werden nicht kopiert, sondern mit spürbarer Hingabe interpretiert, während die Vocals eine emotionale Tiefe erzeugen, die selbst langjährige Fans sichtbar bewegt. Auch eine Pedal-Steel-Guitar wird genau wie von David Gilmour gespielt.

Kings Of Floyd 2026 Kiel; Foto: Norbert Czybulka

Ein Höhepunkt des Abends entwickelt sich während der ruhigen Passagen, als das Publikum nahezu andächtig lauscht. Gerade in einer vergleichsweise kleinen Location wie der Pumpe zeigte sich die Stärke der Band: Nähe. Jeder Ton wirkt unmittelbar, jede Dynamik greifbar. Die Mischung aus technischer Präzision und echter Leidenschaft überträgt sich vollständig auf den gut gefüllten Saal. Dies ist ein Effekt, der auch von Fans, die schon mehrere Shows der aktuellen Tour gesehen haben, gerne bestätigt wird. Ich bereue es nicht, mich für den Gig in der Kieler Pumpe entschieden zu haben. Natürlich wäre ein Besuch im akustisch perfekten Stadttheater Itzehoes durchaus auch reizvoll gewesen.

Zwischen den Songs nimmt sich Mark Gillespie Zeit für kurze Ansagen. Dabei wird deutlich, dass Kings Of Floyd mehr sein wollen als eine Tribute-Show. Ihr Anspruch ist es, das künstlerische Erbe des Progressive Rock von Pink Floyd lebendig zu halten und neuen Generationen zugänglich zu machen.

Nach über zwei Stunden Musik endet der Abend mit mehreren Zugaben. Goodbye Blue Sky wird am Ende darauf verwendet, die Band vorzustellen und sich bei dem Team zu bedanken. Das Kieler Konzert zeigt eindrucksvoll, warum Kings Of Floyd seit Jahren als eine der überzeugendsten Pink-Floyd-Interpretationen weltweit gelten. Sie sind musikalisch präzise, das Visuelle ist eindrucksvoll, aber nicht vordergründig, und die Show wird getragen von echter Begeisterung für eine der größten Klangvisionen der Rockgeschichte. Die Besucher verlassen die Pumpe mit jenem seltenen Gefühl, für einige Stunden tatsächlich in eine andere Zeit versetzt worden zu sein.