Event: Pirates & Kings Over Europe
Bands: Warkings, Visions Of Atlantis, Induction
Datum: 27.02.2026
Genres:, Symphonic Metal, Power-Metal
Besucher: 1.300 (ausverkauft!)
Ort: Im Wizemann Halle, Stuttgart
Veranstalter: SKS Michael Russ GmbH
Kosten: VVK 49,95 EUR
Link: https://www.imwizemann.de
Setlisten:
- Beyond Horizons
- Dark Temptation
- Love Kills
- Strangers To Love
- Steel And Thunder
- Gods Of Steel
- Queen Of Light
- Jack Sparrow – The Lonely Island Song (Intro)
- To Those Who Choose To Fight
- The Land Of The Free
- Mercy
- Clocks
- Tonight I’m Alive
- Legion Of The Seas
- Heroes Of The Dawn
- Hellfire
- Underwater
- Pirates Will Return
- Armada
- Master The Hurricane
- Melancholy Angel
- Intro
- Gengis Khan
- Maximus
- Odin‘s Sons
- Armageddon
- Pirates & Kings
- Hephaistos
- Warriors
- Morgana’s Incantation & Circle Of Witches
- Hangman’s Night
- Fight
- Kings Of Ragnarök
- Live Is Life (Opus-Cover)
- We Are The Fire
- Sparta
- Gladiator
Ahoi, ihr Landratten, und Salvete, legionarii! Es ist Zeit, die Kraft der Helden der Warkings mit der melodiösen Symphonie der Piraten von Visions Of Atlantis zu vereinen und eine Tour unter der gemeinsamen Schlachten-Hymne Pirates & Kings zu feiern. Zur Unterstützung haben sich die beiden Co-Headliner noch die Jungs von Induction eingeladen. Das verspricht ein großes Fest zu werden.

Was soll da schon schiefgehen? … Richtig, der Stuttgarter Verkehr! Nach einer ungewöhnlich langen Anreise schaffen wir es pünktlich zum Einlass in die beliebte Location. Vor dem Im Wizemann stehen bereits zwei lange Schlangen, was bei dem derzeitigen Popularitätsboost speziell der Warkings zu erwarten war. Die bunte Kleidungsmischung in den beiden Schlangen deutet jedoch an, dass wohl auch eine Parallelveranstaltung im Studio stattfindet. Die Halle ist ausverkauft und füllt sich ziemlich zügig. Die Mercher haben bereits jetzt alle Hände voll zu tun, um den Fans die heißbegehrten Artikel auszuhändigen. Der Mischer am FOH lässt im Vorprogramm eine bunte Liste an 80er-Rockhits laufen, was die Stimmung schon mal gut befeuert.
Zehn Minuten vor 19 Uhr geht es dann los: Inductions-Drummer Markus „Maks“ Felber betritt die Bühne und begleitet den Einzug seiner Mitstreiter mit hämmernden Drums. Der von den 80ern inspirierte Musikstil der jungen Hamburger passt thematisch perfekt hinter die zuvor gelaufene Aufwärmmusik. Sänger Gabriele „Gab.“ Gozzi hat erfahrungsgemäß keine Probleme mit den hohen Tönen des 80er-Powermetal-Stils. Seine klare Stimme trifft bei mir heute wieder absolut den Nerv. Sie erinnert mich an den Beginn meiner Liebe zum Heavy Metal, als ich mit Bands wie Helloween und Gamma Ray anfing. Heute stehe ich im Publikum und lausche dem Sohn des großen Kai Hansen und bin vollauf begeistert. Ähnlich geht es dem Publikum, welches von Beginn an voll dabei ist und die Soli und Screams der Truppe um Tim Hansen feiert.
Die multikulturelle Truppe zelebriert mit dieser Tour den Release ihrer aktuellen Scheibe Love Kills, von der sie heute viele Songs performen. Beim schnellen Steel And Thunder hauen die beiden Gitarristen Tim und Justus noch mal ordentlich in die Saiten und schmettern dem Saal rasende Riffs entgegen. Leider fehlt heute Bassist Dominik Gusch, daher fordert Gabriele die Menge auf, noch enthusiastischer zu feiern als üblich, bevor sie mit ihrer epischsten Nummer Gods Of Steel ihren Auftritt vorerst beschließen. Nach einem beeindruckenden, sowohl gefühlvollen als auch powervollen Scream, bei dem Gab. noch mal zeigen kann, was in ihm steckt, bedanken sich Induction bei den beiden Headlinern Warkings und Visions Of Atlantis, bevor sie dann mit Queen Of Light nach 40 Minuten die Bühne unter wohlverdientem Applaus verlassen.

Innerhalb der 20-minütigen Umbaupause wird die Bühne kurzerhand in die Brücke eines Piratenschiffs verwandelt, inklusive zweier die Seiten flankierender Kanonen. Mal schauen, ob die nur schmückendes Beiwerk sind oder auch zum Einsatz kommen. An Visions Of Atlantis’ HipHop-Intro Jack Sparrow werde ich mich wohl nie gewöhnen, aber gut, das geht vorbei. Spot auf Frontfrau Clémentine, die in ein schwarzes Kapuzencape gehüllt die Eröffnungsweise To Those Who Choose To Fight vorträgt und sofort Vibes aus den Fluch-Der-Karibik-Filmen aufkommen lässt. Die Bühne erstrahlt in blauen Lichttönen, als der Rest der alpinen Piraten das Deck entert und mit The Land Of The Free ihr Set eröffnet. Das Publikum heißt die Freibeuter mit einem Meer aus wehenden Armen willkommen. Als die Bukaniere aus der Steiermark das letzte Mal im Wizemann gastierten, mussten sie sich noch mit dem Club zufriedengeben, der aber auch damals bereits die Planken zum Bersten brachte.
Der Auftritt der österreichischen Combo ist gewohnt professionell, der Sound gut gemischt und die Lichtstimmung passend zum maritimen Flair. Die beiden Fronter Clémentine Delauney und Michele Guiatoli ziehen ihre Zuhörer von Beginn an in ihren Bann und steuern ihre Armada gekonnt durch den Abend. Der Großteil der Songs stammt auch heute wieder von den beiden Alben Pirates Part 1 und Part 2 Armada. Während Clocks aus den Boxen dröhnt, zeigt sich dann auch, dass vorgenannte Kanonen mit kräftigen Nebelwerfern ausgestattet sind, die immer wieder Salven in die Menge feuern. Die abwechslungsreichen Songs der beiden letzten Alben haben eine Stärke, die die Piraten auch auf der aktuellen Tour voll ausspielen. Während man zu den karibischen Rhythmen von Tonight I’m Alive Salsa tanzen möchte, wird man zu Hellfire auditorisch in eine große Seeschlacht geführt, bei der die Kanonensalven durch Flammensäulen betont werden. Auf die Frage von Captain Michele, wie viele Gäste heute ihr erstes Visions-Of-Atlantis-Konzert erleben, gehen nahezu die Hälfte der Arme in die Höhe. Mehr als ich persönlich erwartet hätte, sind doch bereits zu Beginn des heutigen Abends sehr viele Shirts der Seeräuber im Publikum vertreten.

Neben den kraftvollen, energiegeladenen Powersongs kommen heute auch die ruhigen Töne nicht zu kurz. Bevor Clémentine das gefühlvolle Underwater anstimmt, widmet sie die tragende Ballade all jenen, die sich hin und wieder alleine fühlen, und spricht ihnen Mut zu. Auch hier ist die Inszenierung wieder hervorragend: Das dunkelgrüne Tüllkleid wird durch leichte Brisen eines Ventilators zum Wehen gebracht, in Kombination mit dem blauen Spotlight wirkt es tatsächlich, als triebe Clémentine unter Wasser.
Die zweite ausverkaufte Show der Pirates & Kings Tour wird mit einem großen Ruderpart zu Pirates Will Return zelebriert, bei dem nahezu die ganze Halle mitspielt. Die Publikumsspielchen gehen mit dem folgenden Armada munter weiter, für das Michele dem Publikum ordentlich einheizt. Langsam fährt die Brigg der Piraten jedoch in den Zielhafen der heutigen Kaperfahrt ein. Kapitän Michele verkündet noch, dass sie im Mai wiederkommen werden, bevor mit dem Abschlusssong Melancholy Angel dann nach 70 Minuten die Segel gestrichen werden. Wieder einmal bekräftigen mich Visions Of Atlantis in meiner Einschätzung, dass sie für mich derzeit eine der stärksten, wenn nicht gar die stärkste Symphonic-Metal-Band sind.

Während der 25-minütigen Umbaupause wird nicht nur das komplette Bühnensetup in eine antike Arena verwandelt. Die Kingsguard genannte Bühnencrew der Warkings hat sogar noch etwas Zeit, einen kurzen Highway To Hell Spontangig als Soundcheck zu spielen, was vom Publikum mit lautem Johlen quittiert wird. Kurz darauf schallert Manowars Warriors Of The World United aus den Boxen. Die Eröffnung des Schlachtfests, bei dem die Halle eifrig mitsingt. Als die Kings nacheinander die Bühne betreten, fällt sofort auf, dass einige Kostüme für diese Tour eine Überarbeitung erhalten haben. Der Crusader trägt ein komplett neues Outfit, während der Tribun immerhin neues Schuhwerk und Beinschienen erhalten hat. Eröffnet wird der heutige Feldzug mit Genghis Khan, was das Publikum sofort in Feierlaune versetzt. Nach dem starken Maximus folgt dann der erste Auftritt der Bühnenhexe Morgana Le Fay. Im druidisch anmutenden Outfit growlt sie Odin‘s Sons im Alleingang, bis der Tribun sie stimmgewaltig unterstützt. Zeit für den ersten Einsatz der Flammenfontänen. Während Armageddon wird die Menge das erste, aber nicht das letzte Mal gegrillt. Das wird ein heißer Abend werden.
Für den anstehenden Titeltrack der Tour holen sich die Warkings dann piratische Verstärkung in Person von Piratenkönigin Clémentine, Piratenkönig Michele sowie Bootsmann Christian „Duschi“ Douscha auf die Bühne. Gemeinsam schmettern sie die Tourhymne Pirates & Kings. Eine Kombi, die ordentlich knallt und in der beide Bands ihre Stärken ausspielen können, was die Menge frenetisch feiert. Mit dem schwer klingenden Hephaistos geht es dann nach den vorherigen Powersongs wieder etwas ruhiger, aber nicht weniger heiß zu, da etliche Feuerschalen auf der Bühne entzündet werden. Um den royalen Durst des Herrn der Legionen zu löschen, wird eine Schildmaid aus der Audienz in einem gigantischen Drachen-Cockring zu den Klängen von Warriors auf Bierbesorgungstour durch die proppenvolle Halle getragen, um an der Bar eine kühle Cervisia zu organisieren. Prosit, Tribun! Als die Bühne in Nebelschwaden grün erleuchtet, ist es Zeit für Morganas Solo-Show. Mit Circle Of Witches darf sie zeigen, dass sie neben tiefen Growls auch energiegeladene Cleanscreams beherrscht.

Das neue Kostüm des Crusaders zeigt dann bei Hangman‘s Night sein eingebautes Feature, als dichte Rauchschwaden aus seinem Wappenrock ausströmen und so seinem virtuosen Gitarrensolo einen mystischen Eindruck verleihen. Zur Einstimmung auf Fight holt sich der Tribun dann wieder einen jungen Fan auf die Bühne, um die Mitsingqualität der Legion zu bewerten. Bevor die Bewertung jedoch beginnen kann, schenkt der Feldherr dem schüchternen Mädchen aber erst mal ein neues T-Shirt, da das weiße Lilo-&-Stitch-Shirt zwar schick sei, aber nur bedingt auf ein Metalkonzert passe.
Dann ist es Zeit für etwas Neues, als der Spartan hinter seinen Drums beginnt, Live Is Life von Opus anzustimmen, und die Könige des Krieges gemeinsam mit der Menge den Klassiker in einer Warkings-Version schmettern, bevor es dann mit dem obligatorischen Circlepit bei We Are The Fire weitergeht. Eigentlich wollen die Warkings langsam mit Sparta die Endphase ihres heutigen Sets einleiten, aber die Menge hört einfach nicht auf zu singen, was sogar dem sonst so redseligen Tribun die Sprache verschlägt. Vor zwei Jahren haben sie hier noch den kleinen Club ausverkauft und heute platzt die große Halle aus allen Nähten. Dafür bedanken sich die Warkings herzlichst, bevor sie dann mit Gladiator tatsächlich den letzten Song für heute anspielen. Natürlich darf bei diesem das Hereintragen der Merchqueen inklusive des Warkings-Banners nicht fehlen. Das starke Abschlussbild des zwei brennende Gladi haltenden Tribuns beschließt diesen fantastischen Abend, bei dem wir mit drei fantastischen Bands rückwärts durch ihre Versionen verschiedener Zeitalter geführt wurden. Beginnend mit Inductions Hommage an die 1980er, über die Vision (Of Atlantis) der goldenen Piratenzeit zwischen 1690 und 1730 bis hin in die apokalyptische Antike der Warkings. Eine Zeitreise, die ihresgleichen sucht!

































